Caines Corner
Caines Corner: Kinojahresrückblick 2013

Caines Corner: Kinojahresrückblick 2013

Leander Caine mit einem Rückblick auf das vergangene Kinojahr.
Das Kinojahr begann mit einem richtigen Schocker: „Maniac“– das war kein Film für schwache Nerven. Der Film über einen Frauenmörder war so eklig, dass ich immer wieder überlegte den Kinosaal zu verlassen.

In den 80er und 90er Jahren waren sie die Action-Könige der Leinwände und TV-Bildschirme zu Hause (Videokassetten sei Dank): Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger! Die „Oldboys“ wollten es nochmals wissen und beglückten einzeln das Kinopublikum mit „Shootout - Keine Gnade“ und „The Last Stand“ und am Jahresende sogar im Doppelpack in „Escape Plan“. Obwohl ich diese Filme als solide und unterhaltsam bewertet habe, fielen sie beim Kinopublikum durch. Ist ihre Zeit auf der großen Leinwand vorbei? Oder schaut man sich die Herren nur noch im Seniorenclub „Expendables“ an?

Drei Fortsetzungen waren die Überhits am (amerikanischen) Bock-Office: „Iron Man 3“, „Ich - Einfach unverbesserlich 2“ und „Die Tribute von Panem - Catching Fire“, wobei mein Favorit eindeutig „Gru“ aus „Ich - Einfach unverbesserlich 2“ ist. Als ich den Film in Beograd im Kino angeschaut habe, erlebte ich eine Riesenüberraschung. Der Film war auf Serbisch synchronisiert und hat trotzdem für mich funktioniert und mich bestens unterhalten.

Wie oft in der Filmgeschichte kämpften auch heuer 2 Movies für ein ähnliches Publikum: „Olympus Has Fallen“ und „White House Down“. Es ist kaum zu glauben, dass das 2 unabhängige Filme sind. Dieses Mal hat das Werk mit dem früheren Kinostart zu Recht gewonnen. Hier gewann der ernste Ansatz im Vergleich zur komischen Variante einer Besetzung und teilweise Vernichtung des Weißen Hauses. Und welcher Film war wieder einmal die Messlatte? „Stirb langsam“ aus dem Jahr 1988. Aber leider gab es heute mit dem 5. Teil der „Stirb Langsam“-Serie, „Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben“ ein Debakel. Das ist ein Beweis, dass es nur noch um Money-Making geht. Vom Geist der ersten 3 Teile ist nichts mehr übrig geblieben – komplett austauschbar mit jedem Action-Film von der Stange. Das haben sich John McLane und der Fan nicht verdient!

Untenstehend versuche ich das Kinojahr in einigen Kategorien auszuzeichnen. Gibt es einige Überschneidungen mit euch?

Top 3:
Prisoners
USA 2013, Regie: Denis Villeneuve
Was würdest Du tun um Dein entführtes Kind zu finden? Würde man auch einen geistig zurückgebliebenen Verdächtigen foltern? „Prisoners“ ist unheimlich spannend und besticht neben den überzeugenden Darstellern Hugh Jackman und Jake Gyllenhall mit einer ruhigen Kameraführung und dem sparsamen Einsatz von Schockmomenten.

La Grande Bellezza
I/F 2013, Regie: Paolo Sorrentino
65 Jahre alt geworden – Zeit ein Resümee zu ziehen. Dabei geht es nicht nur um einen persönlichen Rückblick, sondern um das Festhalten der jüngeren gesellschaftlichen und politischen Entwicklung eines ganzes Landes: Italien! „Die große Schönheit“ ist wie ein Kunstwerk: Wunderschön!

Gravity
USA/UK 2013, Regie: Alfonso Cuarón
Dieser Ausflug ins Weltall rechtfertig als einziger Kinofilm 2013 den Einsatz von 3D. Eine Mission von 2 Astronauten entwickelt sich zum Fiasko und alles ist hochdramatisch, aber die optische Umsetzung lässt kaum Zeit den offenen Mund zu schließen. Der Star des Films: Ein blauer Planet namens Erde!

Flop 3:
Ender's Game
USA 2013, Regie: Gavin Hood
Was für unnötiger und langweiliger Film: FULL METAL JACKET JUNIOR im All! Eine ameisenartige Alien-Rasse bedroht die Erde. Ein hochintelligenter Junge ist die einzige Hoffnung der Menschheit. Neben der zweifelhaften Aussage des Films stört mich einiges gewaltig: Warum gibt sich „Han Solo“ Harrison Ford für so einen Mist her?

Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben
USA 2013, Regie: John Moore
Der bodenlose Absturz eines der Actionserien der Filmgeschichte! Manchmal wäre es besser tollen Serie ein würdiges Ende zu verpassen und den Verlockungen des Geldes zu widerstehen – stattdessen nimmt die Serie den (deutschen) Titel weiterhin sehr ernst: STIRB LANGSAM …

The Counselor
USA 2013, Regie: Ridley Scott
Alles schien perfekt zu sein: Ridley Scott übernahm die Regie. Es spielen mit: Michael Fassbender, Javier Bardem, Brad Pitt, Penelope Cruz und Cameron Diaz. Und der Film ging trotzdem schief! Eine Erklärung ist vielleicht das Drehbuch von Cormac McCarthy: pseudointellektuell und ermüdend!

Spezialpreis „Zum Glück gesehen“:
Silver Linings
USA 2012, Regie: David O. Russell
Viele Dialoge – Darsteller, die viel sprechen und manchmal tanzen – und darüber eine Liebesgeschichte über 2 Menschen, die schwere Herausforderungen meistern müssen: Bradley Cooper und Jennifer Lawrence sind das Liebespaar der Leinwand 2013!

The Purge - Die Säuberung
USA/F 2013, Regie: James DeMonaco
Ein kleiner Film mit einer simplen Story: in den USA in ferner (oder doch naher) Zukunft gibt es eine Nacht im Jahr, wo jeder das Recht jemanden zu killen. Damit hilft man der Natur beim Beseitigen von Schwachen. Als in einem abgesperrten Haus ein Kind einem Hilfesuchenden Einlass gewährt, versammelt sich eine Gruppe von fundamentalistischen Jugendlichen und Nachbarn um ihren Job zu erledigen. Gehört zu den ganz großen Entdeckungen des Kinojahres!

Feuchtgebiete
Deutschland 2013, Regie: David Wnendt
Kannte das Buch nicht und bin ohne Vorwissen ins Kino gegangen. Was ich zu sehen bekam, war eine etwas andere Einstellung zum Thema Hygiene- und Hygienevorstellungen. Versuchte das Ganze mit Humor zu betrachten – vor allem dann, wenn das Publikum bei der Darstellung ekliger Situationen im Saal aufschrie ;-)

Spezialpreis „Leider nicht verpasst“:
Man of Steel
USA 2013, Regie: Zack Snyder
Offensichtlich wurde der neue Superman allgemein als gelungen wahrgenommen. Ich als Riesenfan selbst sehe das sehr kritisch und frage mich ständig: Wann wird Hollywood verstehen, dass es nicht notwendig ist eine Dreiviertelstunde alles in Schutt und Asche zu legen. Weniger Action wäre mehr gewesen …

Pain & Gain
USA 2013, Regie: Michael Bay
Eigentlich weiß man vom Trailer sehr, was man zu erwarten hat. Trotzdem habe ich diesem Michael Bay-Film wieder eine Chance gegeben – völlig zu Unrecht!

After Earth
USA 2013, Regie: M. Night Shyamalan
Was haben der wahrscheinlich schlechteste Film BATTLEFIELD EARTH und AFTER EARTH gemeinsam? Die Antwort ist ganz einfach: das Wort „EARTH“ im Titel :D „After Earth“ ist deshalb so lächerlich, weil er sich ernst nimmt – mehr Humor hätte nicht geschadet.