Neu im Kino
Neu im Kino: Woche 44

Neu im Kino: Woche 44

Von Superhelden, Teufelsgeigern und anderen Teufelskerlen, die die Welt verändern.
Thor: The Dark Kingdom
Nach seinem kurzen Gastspiel bei den „Avengers“ kehrt der nordische Donnergott Thor wieder als Alleinunterhalter auf die Leinwand zurück. Das neue Abenteuer heißt im Original „Thor: The Dark World“ und zeigt einmal mehr die Absurdität von deutschen Titeln auf. Gespielt wird der blonde Muskelprotz natürlich wieder von Chris Hemsworth, der vor kurzem noch als britischer Rennfahrer zu sehen war. Nun muss er allerdings das Universum vor Dunkelelfen retten, wobei auch seinem eigentlich ziemlich bösen Bruder und Erzfeind Loki eine wichtige Rolle zuteil wird. Am Regiestuhl hat diesmal nicht mehr Kenneth Branagh, sondern der serienerprobte Alan Taylor (u.a. „Game of Thrones“) Platz genommen, was die Fortsetzung vielleicht weniger originell, aber dafür noch unterhaltender und etwas düsterer ausfallen lässt.

Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt
Auch der zweite Hauptdarsteller aus „Rush“ kehrt bereits diese Woche wieder auf die Leinwand zurück. Denn Daniel Brühl weiß unmittelbar nach seiner grandiosen Niki Lauda-Interpretation auch in der in Zeiten von NSA-Abhörskandalen immer noch aktuellen Geschichte über WikiLeaks zu überzeugen. Allerdings nicht als Julian Assange (dieser wird von Benedict Cumberbatch verkörpert), sondern als Daniel Domscheit-Berg, der sich vor einigen Jahren im Streit von Assange trennte und vor allem mit seinem Buch „Inside WikiLeaks“ (auf dem der Film auch basiert) auf sich aufmerksam machte. Gerade deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Assange selbst bereits nicht gerade positiv über Bill Condons („Dreamgirls“, „Breaking Dawn“) Werk geäußert hat. Ob der Film wirklich ein viel zu braves „Schnarchfest“ (wie Assange es formulierte) ist, oder ob es sich beim „The Social Network“ nicht ganz unähnlichen Thriller rund um Assange, Domscheit-Berg und Bradley Manning doch um intelligentes Unterhaltungskino handelt, bleibt abzuwarten.

Der Teufelsgeiger
David Garrett ist zwar sicher nicht der allerbeste Schauspieler, aber Geige spielen kann er wohl recht gut und seine Fans lieben ihn. Zumindest diese Umstände verbinden ihn mit dem großen Geigenvirtuosen Niccolò Paganini, der vielleicht als einer der ersten Rockstars der Geschichte gelten kann. Also Grund genug, die Rolle des Teufelsgeigers von damals mit dem Teufelsgeiger von heute (der den Film auch koproduziert) zu besetzen. Detail am Rande: Obwohl die Handlung zu großen Teilen in London angesiedelt ist, wurden viele Szenen in Wien gedreht.

Der Schaum der Tage
Das Buch „Der Schaum der Tage“ von Boris Vian aus dem Jahr 1946 gilt als eine der schönsten Liebesgeschichten der französischen Literatur. Kein Wunder, dass sich bereits mehrere Filmschaffende dem Stoff angenommen haben. Nun versucht sich Michel Gondry („Vergiss mein nicht“, „The Green Hornet“) an der Adaption dieser teils surrealen Fantasiegeschichte. Trotz Starbesetzung (Roman Duris, Audrey Tautou, Omar Sy) und guter Inszenierung konnte der Film in Frankreich allerdings nicht den gewünschten Erfolg an den Kinokassen erzielen, weshalb er für den internationalen Markt vom Regisseur gleich einmal um gut 30 Minuten gekürzt wurde.

Vive la France
Zwei Selbstmordattentäter aus dem fiktiven Land „Taboulistan“ werden nach Paris geschickt, um den Eiffelturm zu sprengen. Doch da es sich um eine Komödie handelt, ist der Weg in die französische Metropole mit zahlreichen Hindernissen verbunden und die beiden tollpatschigen Dorfbewohner (Regisseur Michael Youn übernimmt eine der Hauptrollen selbst) geraten von einer absurden Situation in die nächste. Der Film ist in weiten Teilen Österreichs (aber vorerst noch nicht in Graz) zu sehen.
Der Autor
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patzwey

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