Neu im Kino
Neu im Kino: Woche 41

Neu im Kino: Woche 41

Von Schauspielern, die großartig spielen, Schauspielern, die sich selbst spielen und einer Zukunft ohne Schauspieler.
Das ist das Ende
Die vielleicht beste, oder zumindest irrste Komödie der letzten Jahre: Jay Baruchel möchte ein Partywochenende bei Seth Rogen in L.A. verbringen. Da trifft es sich gerade gut, dass James Franco eine fette Party in seiner neuen Villa schmeißt, wo sich auch zahlreiche andere Stars und Sternchen (u.a. Jonah Hill, Emma Watson, Paul Rudd, Michael Cera, Jason Segel und Rihanna) herumtreiben. Doch plötzlich geht die Welt unter und die Party wird zum Überlebenskampf.

Prisoners
Der vielleicht beste Thriller der letzten Jahre: 2009 landete die Geschichte noch auf Hollywoods berüchtigter schwarzer Liste mit den besten Drehbüchern, die nicht verfilmt werden. Doch nun ist es soweit: Zwei Kinder verschwinden und der Polizei (in Gestalt von Jake Gyllenhaal) fehlen die Beweise, um den geistig zurückgebliebenen Verdächtigen (Paul Dano) zu verhaften. Deshalb macht Hugh Jackman was jede Vaterfigur in Hollywood seit den 80ern an dieser Stelle tun würde und entführt in einem unüberlegten Akt der Selbstjustiz den vermeintlichen Täter.

The Congress
Einer der vielleicht stilistisch interessantesten Filme der letzten Jahre: In Ari Folmans („Waltz with Bashir“) Zukunftsvision kommt das Kino von morgen ganz ohne Schauspieler aus. An ihre Stelle treten mit Hilfe von Performance Capturing animierte Figuren. Eine der ersten Hollywoodstars, die sich digitalisieren lassen ist die unter anderem aus „Forrest Gump“ bekannte Schauspielerin Robin Wright, die im Film sich selbst spielt. Was dabei entsteht ist eine faszinierende Geschichte aus Realfilmsequenzen und animierten Szenen.

Alphabet
Erst vor wenigen Tagen erschütterte eine Studie die heimische Medienlandschaft, die zeigt, dass Herr und Frau Österreicher nicht unbedingt die begnadetsten Leseratten sind. Eine bessere Werbung hätte es für Erwin Wagenhofers („We feed the World“, „Let’s make Money“) neuen Dokumentarfilm nicht geben können. Denn dieser übt starke Kritik am Bildungs- und Schulsystem unserer auf Leistung getrimmten Gesellschaft und beschäftigt sich mit alternativen Erziehungsmethoden.

Spieltrieb
Als Vorlage für diesen deutschen Psychothriller diente der 2004 erschienene Bestsellerroman der Autorin Juli Zeh. Darin versucht der Teenieschwarm Alev die 15-jährige Ada zu verführen, obwohl sie eigentlich gar nicht sein Typ ist. Vielmehr genießt er die Machtspielchen, mit deren Hilfe er Ada zu manipulieren versucht.

Sein letztes Rennen
Der ehemalige Marathon-Champion Paul Averhoff (Dieter Hallervorden) langweilt sich mangels Perspektiven im Altersheim und beschließt kurzerhand am Berlin-Marathon teilzunehmen. Somit stellt er in dieser ebenso intelligenten wie sozialkritischen Komödie das Leben der anderen Heimbewohner und jenes der Pfleger auf den Kopf.

Sonstiges

Ums Älter werden geht es auch im österreichischen Dokumentarfilm „Omsch“, der die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft erzählt. Der Film von Edgar Honetschläger startet allerdings nur in Wien. Nur im Wiener Top Kino ist außerdem die bereits auf zahlreichen Festivals gefeierte Geschichte über zwei übergewichtige homosexuelle Männer „Dicke Mädchen“ zu sehen.

Apropos Festivals: Spät aber doch startet nun auch „Postcards from the Zoo - Die Nacht der Giraffe“ in Graz. Der Film des indonesischen Regisseurs Edwin feierte 2012 im Wettbewerbsprogramm der Berlinale seine Premiere. Nur in Wien und Tirol ist hingegen der französische Dokumentarfilm „FEU: Crazy Horse Paris“ über das gleichnamige Pariser Amüsieretablissement ab dieser Woche zu sehen.
Der Autor
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patzwey

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