Neu im Kino
Neu im Kino: Woche 6

Neu im Kino: Woche 6

Wann ist der Mann ein Mann? Ob Jason Statham als harter Outlaw, ein karrierebewusster Politiker oder Til Schweiger in einer Männer-WG. Die Kinostarts dieser Woche präsentieren eine breite Auswahl an männlichen Leinwandhelden und Antihelden.
Parker
Um den ersten Typ Mann dreht sich die actiongeladene Bestsellerverfilmung von „Ray“-Regisseur Taylor Hackford.
In seiner Krimireihe über den Antihelden Parker kreierte Donald A. Westlake unter dem Pseudonym Richard Stark eine Art modernen Robin Hood. Nachdem in früheren Kinoadaptionen, z.B. mit Mel Gibson in „Payback“, der Titelheld noch mit anderem Namen auftreten musste, darf die aktuelle Version ihren Titelhelden endlich beim Namen nennen. Und welcher Hollywoodstar würde besser zu Starks abgehackten Schreibstill passen als der Meister der kargen, gefühlskalten Leinwandkonversation, Jason Statham. Wie schon in der „Transporter-Reihe“ mimt der Actionprofi einen Antihelden mit Prinzipien. Ergänzt wird der Adrenalinjunkie aus „Crank“ durch Jennifer Lopez, die als erfolglose Immobilienmaklerin etwas weiblichen Charme in das ansonsten testosterongeladene Genre bringt.
Trotz Starbesetzung bleibt abzuwarten, ob Hackfords offizielle Version an den Humor der Vorlage anknüpfen kann.

Der Aufsteiger - L'exercice de l'État
Realistische Darstellungen von Staatenlenker in Politthriller erfreuen sich in der letzen Zeit großer Beliebtheit. Nach Polanskis „Ghostwriter“ und Spielbergs „Lincoln“ bringt nun der französische Filmmacher Pierre Schöller einen weiteren Politikertyp auf die Leinwand. Um nicht von der Karriereleiter zu fallen, muss der französische Verkehrsminister Bertand im wahrsten Sinne des Wortes in den Rachen des Monsters steigen. Der Plan die Bahnhöfe zu privatisieren entpuppt sich als ein Balanceakt auf Messerschneide. Dabei zeigt Schöller ein sehr menschliches Bild eines Politikers, der sich zwischen politischen Kalkül, beruflichem Aufstieg und privatem Ruin bewegt.

Corridor
Ob cooler Frauenheld oder Machtmensch - der Medizinstudent Frank, in dem schwedischer Horrorstreifen „Corridor“, ist auf jeden Fall keines von beidem. Bei dem Versuch sich auf das Examen vorzubreiten, zieht sich der strebsame Außenseiter in ein kleines Apartment zurück. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist die neugierige Lotte, die mit ihrem eifersüchtigen Freund im Apartment über Frank wohnt. Als Frank eines Tages in seinem Flur von einem Fremden angegriffen wird, laufen die Dinge aus dem Ruder. Trotz Anklängen an Hitchcock und Polanski liefert die Low-Budget-Prodution wenig Neues. Wieder mal steht der Kopf eines psychisch verwirrten Menschen im Mittelpunkt.

Kokowääh 2
Nach einem Millionerfolg geht Til Schweigers Komödie über eine Patchworkfamilie in die zweite Runde. Wieder mit dabei: Schweigers Töchterchen Emma als neunmalkluge Tochter Magdalena. Nachdem Schweiger als arbeitsloser Drehbuchautor in Sachen Kindererziehung immer noch nichts dazugelernt hat, verlässt ihn seine Freundin, um ihrer Beziehung noch eine Chance zu geben. Als wäre das nicht genug, beschließt Magdalenas Kuckucksvater (Samuel Finzi), bei ihnen einzuziehen. In dieser an „Two and a Half Men“ erinnernden Wohngemeinschaft ist Chaos vorprogrammiert. Trotz der altbekannten Klischees über Männer und Frauen, Väter und Töchter, verspricht die Fortsetzung ein unterhaltsamer Kinoabend mit viel Humor und Herz zu werden.

Sonstiges
Außerdem startet diese Woche in Graz Miguel Gomes faszinierender Schwarzweißfilm „Tabu“ über das wundersame Leben einer verarmten Dame aus Lissabon.
Der Autor
Jones

Forum