Doch im Zentrum des Festivals standen dann trotzdem die Filme, welche von nordamerikanischen über europäische, bis zu asiatischen Produktionen, jede erdenkliche Art von Psycho-, Monster-, Gothik-, Okkult-, Slasher-, Splatter- und Exploitationhorror (die Liste ließe sich bestimmt noch erweitern) abgegrast haben. Zu einem Großteil wurden Österreichpremieren von neueren Filmen gezeigt, die es sonst bei uns bestimmt nicht auf die große Leinwand geschafft hätten, darunter auch die von mir rezensierten Filme „The Tall Man“, „Twixt - Virginias Geheimnis“ und „Piranha 2“.
Eine der wenigen Ausnahmen machte man für den Kultfilm „Cabal - Die Brut der Nacht“ von „Hellraiser“-Erfinder Clive Barker aus dem Jahre 1990. Diesen zeigte man allerdings nicht in der ursprünglichen (vom Produktionsstudio verstümmelten) Fassung, sondern im neuen sogenannten „Cabal Cut“, der den Film so zeigt, wie es der ursprünglichen Intention des Regisseurs am nähesten kommt. Verbunden war dies mit einer großen Menge an Restaurationsarbeit von Russel Cherrington, der das /slash auch mit einem Besuch beehrte.
Während man sich an einer anderen Front noch immer mit konservativen Meinungen über Horrorfilme auseinanderzusetzen hatte („Gibt es nicht auf der Welt schon genug Horror und Grausamkeiten“ der Standard), feierte man den Abschlussabend mit einer Live-Geisterbeschwörung und den drei beliebtesten Filmen des Festivals: „God Bless America“, in dem ein sterbenskranker Mann und eine rebellische Teenagerin in einen schussgewaltigen Kreuzzug gegen Proleten, „rich kids“ und Rechte ziehen; „The Pact“, in welchem die Protagonisten Annie das eigentlich verlassene (aber übernatürlich belagerte) Haus ihrer toten tyrannischen Mutter auszuräumen hat und „V/H/S - Eine mörderische Sammlung“, dem neuen Horrorschocker im Found-Footage-Style.


