Neu im Kino
Neu im Kino: Woche 27

Neu im Kino: Woche 27

Sommer, Sonne, Eiszeit! In der heißesten Zeit des Jahres bietet das Kino Urlaubsfeeling und sorgt noch dazu für die nötige Abkühlung.
Die Temperaturen sind dieser Tage Weltmeister. Genauer gesagt Weltmeister im Klettern. Unermüdlich erklimmen sie ungeahnte Höhen und erwecken in so manchem die plötzliche Sehnsucht nach einem Sprung in kühlende Gewässer - Urlaub am Meer würde da gerade recht kommen. Wem aber die nötige Zeit und das Kleingeld für einen Trip zu den sieben Weltmeeren fehlt, der kann sich seinen Sehnsüchten immer noch in den heimischen - gut klimatisierten - Kinosälen hingeben. Immerhin sind diese Woche beinahe alle Filme direkt am Meer angesiedelt. Und die restlichen sorgen zumindest für erfrischende Abkühlung.

Ice Age 4 - Voll verschoben
Mit dem Wunsch nach Abkühlung, sollte man aber besser vorsichtig sein. Denn ehe man es sich versieht, wird man zurück in die Eiszeit katapultiert und treibt auf einer Eisscholle in die Weiten des Ozeans hinaus. Dieses Schicksal erleiden auch die drei Freunde Manny, Diego und Sid, die vor genau einem Jahrzehnt ihr Leinwanddebüt feierten. Im mittlerweile vierten Teil der Reihe bekommt das Team Zuwachs: Sids Oma, Mannys Familie und jede Menge böse Piraten sollen die eiszeitliche Handlung auffrischen. Für zwischenzeitliche Erfrischung sorgt natürlich auch immer wieder Scrat, der heimliche Star der immer kinderfreundlicher werdenden Reihe.

Cosmopolis
Um Abkühlung und Kälte der ganz anderen Art geht es in David Cronenbergs neuem Werk: Thema ist die Kälte des kapitalistischen Systems, der Gesellschaft und der Finanzwelt, die symbolisch von Robert Pattinson verkörpert werden. Pattinson scheint dabei genau richtig für die Rolle des skrupellosen Geschäftsmanns, der die Welt fast nur von seiner Luxuslimousine aus betrachtet. Immerhin konnte das Teenie-Idol ja bereits als Vampir viel Erfahrung mit niedrigen Körpertemperaturen und Kälte sammeln. Nach eigenen Angaben hat Cronenberg die Romanvorlage von Don DeLillo innerhalb von sechs Tagen in ein Drehbuch verwandelt und dabei die meisten Dialoge exakt beibehalten.

2 Tage New York
Die ehemalige französische Schauspielerin Julie Delpy liefert mit „2 Tage New York” die Fortsetzung ihres gelungenen - teilweise mit Woody Allen verglichenen - Regiedebüts „2 Tage Paris”. In anderen Worten: Die Handlung wird von der „Stadt der Liebe” in die an der Atlantikküste liegende „Stadt, die niemals schläft” verlegt. Und wie bereits im ersten Teil geht es auch hier um geschickt inszenierte kulturelle Missverständnisse und Vorurteile zwischen Amerikanern und Franzosen - diesmal mit Chris Rock.

Angèle und Tony
Der schüchterne Fischer Tony lebt in einem verträumten Küstenstädtchen in der Normandie. Doch eines Tages tritt die schöne Angèle, die soeben aus dem Gefängnis entlassen wurde, in sein Leben. Um das Sorgerecht für ihren Sohn wieder zu erlangen, will sie heiraten - egal wen.

Sons of Norway
Für alle, die den heißen Temperaturen entkommen möchten und denen eine Reise in die Eiszeit dann doch etwas zu radikal erscheint, bietet sich das kühle Norwegen als Urlaubsalternative an. In diesem skandinavischen Land gegen Ende der 70er ist nämlich die Handlung dieses leicht absurden, aber durchaus tiefgründigen und ernsten Dramas angesiedelt: Teenager Nikolaj trauert um seine verstorbene Mutter und sucht seinen Ausweg in der Punkszene. Doch es ist nicht gerade einfach gegen das Spießertum der Erwachsenenwelt zu rebellieren, wenn gerade der eigene Vater überzeugter Hippie und Nudist ist.

Sonstiges
An den Strand begibt sich auch die ehemalige Nouvelle-Vague Filmemacherin Agnès Varga mit „Les plages d'Agnès“. Die dokumentarische Reflexion über Leben und Erinnerung der Regisseurin ist vorerst allerdings nur in Wien zu sehen.

Summerfeeling pur gibt es dafür jetzt auch in Graz: Regisseur Kevin MacDonald („Der letzte König von Schottland”) präsentiert „Marley” - einen der bisher besten Dokumentarfilme über die gleichnamige Reggae-Legende.
Der Autor
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