Neu im Kino
Neu im Kino: Woche 6

Neu im Kino: Woche 6

Kampf gegen das Vergessen - Die Erinnerung an das Kino und das Kino rund um die Erinnerung
Kino und Erinnerung stehen seit jeher in einer engen Wechselbeziehung zueinander. Egal ob Monumentalfilm, Kostümschinken, Western oder Weltkriegsdrama – Kino versucht immer wieder gerne die Vergangenheit abzubilden. Noch dazu kommen filmische Stilrichtungen wie z.B. die Postmoderne oder zahlreiche Parodien, die Kinogeschichte und frühere Filme wieder aufgreifen, Filmszenen zitieren und sie in neue Zusammenhänge bringen. Doch auch Filmhandlungen drehen sich immer wieder um Vergessen und Erinnern. Dabei muss es nicht einmal immer um das beliebte Thema Gedächtnisverlust wie z.B. in Klassikern wie „Total Recall - Die totale Erinnerung“, „Memento“ oder „Die Bourne Identität“ gehen.

Hugo Cabret
Wie es scheint, wird der Film von der Produktionsfirma als triviale Abenteuerkomödie für die ganze Familie vermarktet. Doch wer Regisseur Scorsese kennt, vermutet schnell, dass hinter dem 3D-Märchen auch noch mehr steckt. Es handelt sich zwar tatsächlich um einen Kinderfilm - jedoch nicht nur, da es ein Film für Kinder ist, sondern weil es um die Kindheitsgeschichte des Kinos selbst geht. Genauer genommen handelt es sich über weite Strecken um ein spannungsgeladenes Biopic über einen der ganz Großen des frühen Kinos: George Méliès. Seineszeichens Theatermacher, Magier und Begründer des fiktionalen Kinos, sowie der Spezialeffekte auf der Leinwand. Diesen Film sollte man aber auch auf keinen Fall übersehen, da es sich 1.) um einen Film von Martin Scorsese handelt und da es 2.) der erste „Kinderfilm“ von Scorsese ist. Weiters spricht dafür, dass „Hugo Cabret“ 3.) noch dazu der erste 3D-Film von Scorsese ist. Man darf sich also einen sinnvollen Einsatz der Technik erwarten. Punkt vier beinhaltet die Tatsache, dass dieser Film eine Liebeserklärung des Regisseurs an das frühe Kino ist. Man kann also auch durchaus einiges über Kinogeschichte lernen.

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung
Jeder erinnert sich daran, dass dieser Film bereits 1999 schon im Kino war. Viele waren „live“ dabei und manch eingefleischter Star-Wars-Fan blickt sehr zwiegespalten auf diesen Beginn der „neuen“ Saga zurück. Nur George Lucas erinnert sich scheinbar nicht mehr daran, da er nun „Die Dunkle Bedrohung“ wieder erneut vermarktet, um noch mehr Geld aus seiner Star Wars-Kuh zu melken. Interesse an neuen Themen ist bei Lucas ohnehin schon lange nicht mehr erkennbar. Bis 2017 soll nun jährlich ein neuer 3D-Teil in die Kinos kommen bis alle 6 Filme erneut die Marketingmaschinerie durchlaufen haben. Wie auch immer - jeder kennt den Film. Wer ihn mochte sollte die 3D-Konvertierung nicht versäumen und offen für neue Visualisierungen sein. Die Podraces und Laserschwertkämpfe dürften in ihrer neuen Optik auf alle Fälle interessant wirken.

Für immer Liebe
„Für immer Liebe“ reiht sich in eine lange Reihe von Amnesiefilmen ein. Diese genreunabhängigen Verluste der Erinnerung sind filmisch dankbare Plots, da diese absurden Ausnahmesituationen des sozialen Zusammenlebens alleine bereits viel Platz für Spannung, Dramatik und Situationskomik bieten. „Für immer Liebe“ versucht dieses Thema nun romantisch aufzuarbeiten: Paige (Rachel McAdams) verliert ihr Gedächtnis und erkennt ihren Ehemann (Channing Tatum) nicht mehr. Nun liegt es an ihm die Liebe seines Lebens zurückzugewinnen…

Der Junge mit dem Fahrrad
Auch in ihrem neuesten Film setzen die Dardenne-Brüder auf ihr altbewährtes Prinzip mit Laiendarstellern zu arbeiten. Jedoch mit einer Ausnahme, da die in Frankreich bereits sehr etablierte Cécile De France eine der Hauptrollen übernimmt. Der bereits für die „Goldene Palme“ und den „Golden Globe“ nominierte belgische Film dreht sich um einen kleinen zornigen Jungen, der verzweifelt um die Liebe seines Vaters kämpft.

Submarine
Submarine ist ein weiterer Vertreter der immer populärer werdenden Nerd-Filme. Von „The Social Network“, über „Big Bang Theorie“ bis hin zu diversen Comicverfilmungen – Nerds sind allgegenwärtig und beliebt. Beim nun in die Kinos kommenden britischen Film handelt es sich um eine Coming-of-Age-Komödie über einen hochbegabten 15-Jährigen, der unfähig zu jeder sozialen Interaktion zu sein scheint.

Sonstiges
Ziemlich genau ein Jahr nachdem Ulrich Köhler für seinen Film „Schlafkrankheit“ auf der Berlinale 2011 den silbernen Bären für die beste Regie erhalten hat, startet der Film nun auch in Graz. Außerdem ist jetzt auch mit einiger Verspätung der anspruchsvolle Liebesfilm „Cairo Time“ (Produktionsjahr 2009) in der steirischen Landeshauptstadt zu sehen.
Der Autor
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patzwey

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