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Heidi@Home: Jumping the shark

Heidi@Home: Jumping the shark

Die gewissen Momente, die unsere Lieblingsserien für immer zerstörten.
Der Begriff „Jump the shark“ kommt aus der US-Medienszene und bezeichnet den Moment, in dem eine TV-Serie ihren Höhepunkt überschreitet. Der Ausdruck leitet sich von einer Szene der Serie „Happy days“ ab, in der der extrem coole Hauptdarsteller Fonzie, bekleidet mit seiner Lederjacke, auf Wasserskier über einen Hai springt. Dieser Moment wurde von vielen Fans als lächerlich und an den Haaren herbei gezogen empfunden und obwohl die Serie noch über einige Staffeln weiterlief, hatte sie für viele damit ihre ursprüngliche Attraktivität verloren.

Serien kommen also sehr oft dann in Jump the shark-Gefahr, wenn sich etwas an der Grundstimmung ändert, die für sie charakteristisch ist. Ein gutes Beispiel ist die letzte Season von „Roseanne“, in der die Arbeiterfamilie Conner einen Lottogewinn in astronomischer Höhe macht. Die Staffel ist surreal und hat nichts mit dem Rest der Serie gemein, die sich oft mit sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit und finanziellen Sorgen auseinandergesetzt hat. In der Serie „Knight Rider“ markiert die völlige Zerstörung vom Auto Kitt in der letzten Staffel einen Wendepunkt. Michael Knight bekommt ein Ersatzauto, während Kitt neu gebaut wird und dann auch als Cabrio nützlich ist. Ein klassischer und kultiger Fall ist auch in „Dallas“ zu bemerken, als Protagonist Bobby in der Serie stirbt, weil sich der Schauspieler Patrick Duffy anderen Projekten zuwenden wollte. Wegen sinkender Quoten und Duffys Erfolglosigkeit, erscheint Bobby am Ende unter der Dusche wieder seine Frau hatte seinen Tod und damit den gesamten Plot der Staffel nur geträumt.

Klassische Jump the shark-Auslöser können also auch Abgänge von beliebten Charakteren, sowie Neuzugänge sein. In „Spin City“ wurde durch die Parkinson-Erkrankung von Hauptdarsteller Michael J. Fox nach der 4. Staffel beinahe der gesamte Cast ausgewechselt, ähnliches passierte in der letzten Staffel von „Scrubs“. Die Figur Sieben in „Eine schrecklich nette Familie“ wurde ursprünglich eingeführt, um den heranwachsenden Nachwuchs der Familie zu ersetzen, doch schon nach wenigen Folgen verschwand das Kind kommentarlos wieder, da die Figur vom Publikum massiv abgelehnt wurde. Auch der Ausstieg des Protagonisten Fox Mulder (David Duchovny) in „Akte X“ änderte die Konstellation der Serie entscheidend. Es ist Chuck Lorre daher nicht anzuraten, den skandalträchtigen Hauptdarsteller Charlie Sheen in „Two and a half Men“ durch wen-auch-immer zu ersetzen.

Liebeserfüllung und/oder Kindersegen bergen ebenfalls eine Gefahr, wenn konstante sexuelle Spannung vorher ein Grundmotiv war, wie etwa in den Serien „Die Nanny“ oder „Das Modell und der Schnüffler“. Skurille Jump the shark-Empfindungen, die mir bei der Recherche noch begegnet sind: Der neue Haarschnitt von „Felicity“, der Steve Urkel-Klon in „Alle unter einem Dach“ und die gesamte finale „Seinfeld“-Episode.
Die Autorin
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Heidi@Home


Forum

  • weitere Beispiele

    Liebeserfüllung ist TÖDLICH!
    Die Nanny ist das beste Beispiel dafür, aber auch bei House und Cuddy bekomm ich langsam das Gefühl, das alles flauer wird. Ebensolche Beispiele sind Richard und Caroline bei "Caroline in the city" oder auch Loreilai und Luke bei den "Gilmore Girls". Bei "J.A.G." haben sie dankenswerterweise Ende der Serie und Liebeserfüllung gleichgesetzt :-)

    Und "Felicitys neuer Haarschnitt" find ich sehr geil als jumping the shark moment^^

    und für mich war "Ein Mountie in Chicago" gelaufen, als sie Ray ersetzt haben, sowie "Baywatch" als sie nach Hawaii gingen...
    lex217_0d8e49e998.jpg
    10.05.2011, 18:03 Uhr
    • beispiele

      Bei Baywatch war ein 2. Jumping the Shark Moment, als Mitch vermeintlich in der letzten Folge der vorletzten Staffel starb.
      Bei Pinky und der Brain war es, als sie zu Elmira kamen.
      in filmen gibt es das auch, bekanntestes Beispiel ist Indiana Jones 4, wo der terminus "Nuking the fridge" entstand. oder auch der gesamte batman und robin film.
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      11.05.2011, 13:14 Uhr
    • @Lex217

      Ja, Liebeserfüllung ist TÖDLICH!
      Hat mich auch bei „Caroline in the City“ gestört. Ebenso damals bei „Lois & Clark“.
      Bei „Seinfeld“ war das „Jumping the shark“ zum Glück erst in der letzten Folge, dadurch hatte man zuvor 170 erstklassige Folgen...
      uncut_4fd94f1238.jpg
      12.05.2011, 08:17 Uhr
    • gilmore girls

      bei gilmore girls hat mich eher lukes tochter gestört, die ploetzlich auftauchte.

      die aus dem nichts auftauchenden kinder/zwillingsgeschwister sind auch sehr nervig.
      heidihome_9fc566c28c.jpg
      12.05.2011, 10:59 Uhr