Berlinale 2010
Metropolis in Berlin

Metropolis in Berlin

Ein Bericht über die Uraufführung der restaurierten Fassung bei der Berlinale 2010.
Viel ist über Firtz Lang und „Metropolis“ geschrieben worden und nun muss doch wieder alles umgeschrieben oder zumindest ergänzt werden: 2008 wurden längst verloren geglaubte Filmmaterialien des Originals in Buenos Aires (es ist keine Seltenheit, dass Filmmaterial berühmter Werke in irgendwelchen Kellern dieser Welt auftaucht) gefunden. Die Friedrich Murnau Stiftung hat nun in Kooperation mit unzähligen Archiven und anderen Medienhäusern den Klassiker restauriert. Hier liegt nun eine Art Final Cut vor. Zumindest bis nicht wieder irgendwo auf einem anderen Kontinent mehr Material, das von Fritz Lang gedreht wurde, gefunden wird.

„Metropolis“ wurde schon immer als „Pflichtfilm“ oder „Filmklassiker“ bezeichnet. Ohne Fritz Langs Visionen der futuristischen High-Tech-Stadt würde es die postmoderne Architektur im Film wohl nicht geben. Gigantische Wolkenkratzer, fliegende Autos, Ubahnen und andere Transportmitteln die aus den Tiefen oder Höhen einer unüberschaubaren Stadt kommen und dann wieder irgendwo im futuristischen Verkehrschaos verschwinden sind nicht erst Erfindungen von Ridley Scott oder Luc Besson, sondern nehmen bei Fritz Lang ihren Ursprung.

Im glamourösen Friedrichstadtpalast wurde nun auf der 60. Berlinale die neurestaurierte Fassung uraufgeführt. Der Stummfilm wurde vom Berliner Simphonie-Orchester unter der Leitung von Frank Strobel die gesamten zweieinhalb Stunden perfekt dramaturgisch untermahlt, die Live-Übertragung auf das Brandenburger Tor betonte nochmals: Hier geht es nicht um die tausendste Huldigung von Fritz Lang, sondern um die Betonung auf das Kino als Event. In Berlin wurde „Metropolis“ (Final Cut) nun 83 Jahre lang nach der Premiere neu zelebriert. Und das zu recht!
Mehr dazu auf Uncut:
Metropolis
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themovieslave

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