Kritik
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  • Bewertung

    Der Black Panther und die Aufgabe seines Lebens

    Exklusiv für Uncut
    Wakanda, Afrika. Ohne das Wissen des Restes der Welt ist das Land ein wahres technologisches Eldorado. Hier regiert zukünftig der junge T’Challa (Chadwick Boseman), nachdem sein Vater T’Chaka bei einem Terroranschlag getötet wurde. Kaum ist er als neuer König und Black Panther angelobt, bricht das Chaos aus, nicht zuletzt durch den Widersacher Ulyssses Klaue (Andy Serkis). Und der soll nicht der Einzige bleiben, der T’Challas Fähigkeiten, sein Land zu regieren, bezweifelt – denn bald taucht ein mysteriöser Krieger namens Erik Killmonger (Michael B. Jordan) auf, der nur Eines im Sinn hat: Rache.

    „Black Panther“ braucht eine Weile, um in sich hineinzuwachsen. Und damit ist sowohl der Film an sich, als auch sein Titelheld gemeint. Mit 134 Minuten Laufzeit ist das Werk von Regisseur Ryan Coogler, der sich mit sehr persönlichen Filme wie „Nächster Halt: Fruitvale Station“ und „Creed – Rocky’s Legacy“ einen Namen gemacht hat, etwas zu lang. Doch das ist ein kleines Manko, über das man hinwegsehen kann. Der Film überzeugt mit einer interessanten Backstory, charismatischen Hauptdarstellern (die allesamt starke, sonst unterrepräsentierte Charaktere verkörpern) und natürlich typisch Marvel-mäßigen Kampfszenen und persönlichen Dilemmas.

    T’Challa ist sich gar nicht sicher, ob er der Rolle des Königs gewachsen ist. Er ist sich auch nicht sicher, ob die technologischen Entwicklungen seines Landes nicht vielleicht auch dem Rest der Welt zugutekommen sollen. Und wie er Wakanda vor Terroristen beschützen soll, weiß er auch nicht. Mithilfe seiner Schwester Shuri (Letitia Wright), seiner Ex-Freundin Nakia (Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o) und der Generalin Okoye (Danai Gurira), lernt T’Challa nach und nach mit seiner neuen Rolle umzugehen. Ohne diese starken Frauen wäre er schlichtweg aufgeschmissen. Zu lange hat es gedauert, einen Film zu sehen, in dem starke Frauen tragende Rollen übernehmen und nicht nur als hübsche Gimmicks über die Leinwand stolzieren und umso befriedigender ist es, dass es hier so gut funktioniert.

    Mit „Black Panther“ hat Marvel einen Film geschaffen, der das Superhelden-Universum nicht nur erweitert, sondern auch (mehr sogar als andere Superhelden-Solofilme) alleine stehen kann. In vielerlei Hinsicht ist „Black Panther“ durchdachter, vielschichtiger, fesselnder und schlichtweg interessanter als einige seiner Vorgänger. Coogler hat einen politischen, gesellschaftskritischen Film geschaffen, bei dem der Unterhaltungsfaktor nicht zu kurz kommt – und die Hoffnung, dass mit dem Erfolg von „Black Panther“ weitere Filme, in denen Schwarze die Helden sind (und nicht alibihalber involviert oder auf Nebenrollen reduziert sind), produziert werden, ist groß.
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    (Barbara Sorger)
    11.02.2018
    22:15 Uhr