Filmkritik zu The Tree of Life

Bilder: Filmladen, Concorde Fotos: Filmladen, Concorde
  • Bewertung

    Der Baum des Lebens

    Exklusiv für Uncut aus Cannes 2011
    Leichter Jubel vor Filmbeginn. Applaus beim Abspann! Terrence Malick ist erneut ein Bilderrausch gelungen, der viele Fragen stellt und durchaus einiges offen lässt. THE TREE OF LIFE behandelt eine Geschichte über eine Familie mit 3 Kindern in den 50er Jahren irgendwo in den USA. Als Zuschauer begleiten wir das Paar – toll gespielt von Brad Pitt und Jessica Chastain – auf mehreren Zeitebenen durch einen philosophischen, religiösen und hypnotischen Gedankenbogen.

    Die Reise konzentriert sich auf den ältesten Sohn Jack (Sean Penn) und führt uns durch die Zeit der Unschuld der Kindheit bis zum desillusionierten Erwachsenen, der eine komplizierte Beziehung mit seinem Vater kitten möchte. Jedoch findet er sich als verlorene Seele in einer modernen Welt wieder, auf der ständigen Suche nach Antworten nach dem Ursprung und dem Sinn des Lebens. Dabei hinterfragt er immer stärker seinen Glauben.

    Nach dem traumatischen Verlust eines Kindes bricht die Welt für die Familie zusammen. Das geschieht gleich am Anfang des Films. Was danach folgt ist eine fantastische Reise zurück durch das Universum, wo man als Zuschauer jedes Zeitgefühl verliert. Terrence Malick wagt den visuellen und musikalischen Versuch zum Ursprung. Man wird zum Zeugen der Geburt des Lebens. Nach der Zellteilung beobachtet man sogar kleine dinosaurierartige Reptilien, die einander am Fluss begegnen. Das eine Tier liegt verletzt am Boden – das andere steigt mit einem Fuß auf den Kopf des anderen. Statt das Leben auszulöschen, erlebt man einen Akt der Gnade.

    Habe schon lange nicht mehr einen so mutigen und experimentellen Film wie THE TREE OF LIFE gesehen. Das Werk erinnert mich an ein Bild, an ein Gefühl, an abstrakte Kunst – man findet etwas schön, obwohl man es nicht erklären kann!