Filmkritik zu No Mercy

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  • Bewertung

    Ein feministisches Filmmacher*innen-Kompendium und Denkmal

    Exklusiv für Uncut von der ViENNALE
    Dieser von ZDF, ORF und arte finanzierte Dokumentarfilm erbringt eine wichtige Leistung, er zeigt weibliche, feministische und queere Filmschaffende auf der Leinwand, die im kollektiven Gedächtnis leicht in Vergessenheit geraten oder dort niemals einen Platz eingeräumt bekommen hatten. Valie Export, Monika Treut, Cèline Sciamma, Virginie Despentes, Catherine Breillat. Zum ersten Mal nehme ich bewusst die russische „Kult-Regisseurin“ Kira Muratova wahr, über die Isa Willinger ihre Diplomarbeit schrieb. Weiters dabei sind Ana Lily Amirpour (A Girl Walks Home Alone at Night), Alice Diop (Saint Omer), Julia Ducournau („Titane“, „Raw“ und „Alpha“). Die „coolste“ ist aber vielleicht die deutsche Regisseurin, Filmeditorin, Kamerafrau und Installationskünstlerin Margit Czenik, die unter anderem von ihrer Knast-Erfahrung nach einem Bankraub spricht und wie es anders als heutzutage in den 1950er-Jahren noch üblich war, dass Frauen von Männern begrapscht wurden, woraufhin sie und ihre Aktivistinnen den Spieß umdrehten und den Männern zwischen die Beine griffen, woraufhin diese angstvoll davon liefen. Allen diesen interviewten Frauen, Lesben und Queers in der Filmbranche waren wichtige Mit-Initiator*innen dieser gesellschaftlichen, feministischen Revolution, die Frauen und Minderheiten die Rechte verschafften, die sie heute in unserem Kulturkreis besitzen. Vergesst diese Errungenschaften nicht, will ich den jungen Menschen oft näherbringen. Denn ihre Existenz ist keinesfalls dauerhaft gesichert.

    Dass Frauen* „härtere“ Filme machen würden, kann schnell verneint werden. Sie treten endlich in Erscheinung, brechen den omnipräsenten patriarchalen männlichen Blick und stellen ihre Sicht der Dinge dar. Die oftmals kritisch und anprangernd sein muss. Das unterscheidet sich klarerweise vom Mainstream und wird daher als ach so hart tituliert.

    Dieser Film „No Mercy“ stellt einen großen Verdienst dar, der die Zusehenden über die gesamte Filmdauer erfasst und motiviert aktiv zu werden.
    (Dominika Krejs)
    07.12.2025
    08:43 Uhr
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