Exklusiv für Uncut von der Diagonale
Das Dorf Inner Ainöd in Osttirol stirbt. Und nicht nur das, plötzlich ertrinkt ein Mann unter mysteriösen Umständen im örtlichen See, das brisante: es handelt sich um den Tiroler Umweltlandesrat. Also machen sich die Chefinspektorin Melanie Grandits (gespielt von Marlene Hauser, bekannt aus „die Vermieterin“) und ihr Partner Chefinspektor Martin Steiner (Simon Morzé, bekannt aus „Der Fuchs“) an den Fall und tauchen ein in die seltsame Dynamik des abgeschotteten Bergdorfs.
Der Film des Regisseurs David Wagner (der Regisseur von „Eismayer“) ist der erste aus der vom ORF produzierten und seit 2014 und bereits 42 Filme umfassenden erscheinenden TV-Landkrimi-Reihe, der in Osttirol spielt. Dabei wird wieder neben dem obligatorischen Mord stets eine Prise Humor beigefügt.
Wir verfolgen in klassischer Whodunit-Manier die zwei Protagonisten bei der Ermittlung des Falls und geraten dabei immer tiefer in die Wirren des seltsam-abweisenden Dorfs Inner Ainöd, in dem nur eine Telefonzelle den Kontakt zur Außenwelt zu ermöglichen scheint. Schroffe Einheimische, heimliche Blicke aus den Fenstern und das Gefühl, dass das Dorf bereits schon bestens über alles informiert zu sein scheint begleiten die Kriminalbeamten, die immer wieder auf wenig Gegenliebe der hiesigen Bevölkerung stoßen. Dabei geht es im Film auch um ganz reale, tiefgreifende Probleme: Die Landflucht und die damit einhergehende Überalterung der Gesellschaft am Land oder der Klimawandel und die daraus resultierenden Herausforderungen an die Tourismuswirtschaft in Österreich.
Gelungen ist die Klammer, die der Film zu Beginn öffnet und die Neugierde des Zuschauers weckt. Die Dynamik der Charaktere funktioniert gut, die romantischen Spannungen zwischen Grandits und Steiner hätte es meiner Meinung aber nicht gebraucht. Hervorzuheben ist ebenfalls die Stimmungsvolle Musik des Osttiroler Ensembles Franui was zur Authentizität der im Film abgebildeten Region Österreichs beiträgt. Wie genau der in den Credits genannte im Jahre 2018 leider verstorbene isländische Komponist Jóhann Jóhannson mit dem Film zusammenhängt konnte leider in der Recherche zu dieser Filmkritik nicht in Erfahrung gebracht werden.
Der Film streut Brotkrumen, die der Zuschauer mal mehr und mal weniger eindeutig aufzusammeln vermag. Große Überraschungen sind hier nicht zu erwarten, jedoch wird hier solide Krimikost mit tollen Schauspielern und einer beeindruckenden Bergkulisse serviert.