Szenenbild aus The Future… is Just Like You Imagined Fotos: Filmverleih
  • Bewertung

    Ein filmischer Katalog über das Science-Fiction-Genre

    Exklusiv für Uncut vom K3 Film Festival
    Auf dem diesjährigen K3 Filmfestival in Villach laufen nicht nur Großproduktionen, genauso sind auch Kurzfilme vertreten, die in 90-Minuten-Blöcken zusammengefasst werden. Die Bandbreite fällt dabei enorm divers aus: Von menschlichen Leidensgeschichten, über abstruse Filmexperimente, bis hin zu gesellschaftlichen Porträts, ist alles dabei. „The future … is just like you imagined“ befindet sich unter diesen Filmen und stiehlt allen anderen Kurzfilmproduktionen die Show.

    Alles beginnt mit einer Weggabelung. Wo soll es hingehen: In eine Zukunft, die von Regierungen gemacht wird oder doch eher in eine Zukunft der monopolistischen und in den meisten Fällen skrupellosen Unternehmen? Fortan wird das Science-Fiction-Genre der letzten fünf Jahrzehnte ausgerollt und unter die Lupe genommen, welche Produktionen es in beiden Kategorien vorzuweisen hat.

    Unternehmen oder doch lieber Regierungen?

    Unzählige Science-Fiction Filme gibt es, die eine Kategorisierung alles andere als einfach machen. Schon alleine die Frage, wonach kategorisiert werden soll, ist eine Wissenschaft für sich. „The future … is just like you imagined“ macht es sich einfach und wählt einen trivialen wie komplexen Zugang. Unzählige Filme lassen sich dabei in die erwähnten Kategorien einsortieren. Während die Gesellschaft in „Terminator“ oder „Blade Runner“ von den Kreationen der Unternehmen in Beschlag genommen wird, gibt es nicht minder wenige Filme, in denen die Regierung das Leben bestimmt - „Equilibrium“ oder „V wie Vendetta“ als zwei Beispiele.

    Collageartig werden all diese Beispiele festgehalten, mal mehr, mal weniger offensichtlich. „The future … is just like you imagined“ präsentiert sich damit als sehr gelungener Katalog aus vielen Jahrzehnten des Filmgenres und stellt uns, gerade jetzt beim Aufschwung von Künstlicher Intelligenz, vor die interessante Frage, welche Zukunft wir als Gesellschaft bevorzugen würden. Zwar gibt es zwischen beiden Kategorien genug Grautöne und Überlappungen, doch hier wird sich auf eine Bipolarität geeinigt. „Entweder, oder“ stellt sich als Muster des Films heraus und das ist verständlich, denn würde man all die Grautöne und Beispiele berücksichtigen, die außerhalb dieser Schnittmengen liegen, wäre der Film sicherlich dreimal so lang wie die prägnanten und erinnerungswürdigen 13 Minuten. Schon jetzt fiebere ich der Zweitsichtung entgegen, um alle aufgelisteten Filme Stück für Stück und in aller Ruhe durchzugehen. Bei der Anzahl, die „The future … is just like you imagined“ präsentiert, kann nämlich schon eine ganze Menge in Vergessenheit geraten.
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    (Michael Gasch)
    07.12.2024
    23:33 Uhr