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    Darknoon - Queer, Sex, Drogen und Zocken

    Exklusiv für Uncut von der ViENNALE
    Pablo und Apoline sind ein junges Geschwisterpaar und Hauptdarstellende dieses französischen Films, die sich in mehreren Parallelwelten bewegen. Er beginnt in deren Haus, das von außen aufgenommen groß wirkt, dafür dass ausschließlich diese beiden Jugendlichen darin wohnen.
    Schnell wird Apo am Computer bei dem Online-Videospiel „Darknoon“ gefilmt, in das sich die beiden aus ihrem Alltag flüchten. Ihre Alter Egos bewegen sich darin in Großaufnahme bei der Haupttätigkeit des Tötens. Phantastische, unbesiegbare Helden sind sie im Spiel mit einer Ähnlichkeit zu ihren menschlichen Konterparts. Doch eine auftauchende Warnmeldung, dass das Spiel enden wird, setzt den zeitlichen Rahmen des Films.

    Pablo ist der Herr im Haus und finanziert sein Leben, wie auch das seiner Schwester durch Drogengeschäfte. Deswegen wird er gleich zu Beginn des Films von einer rivalisierenden Gang verprügelt. Einige Szenen in diesem Film sind nichts für schwache Nerven. Noch mit blutverschmiertem Gesicht kümmert sich vor Ort der schwarze Supermarktmitarbeiter mit Namen „Night“ um ihn. Die beiden befreunden sich und in Folge steigt Night in Pablos Drogen-Herstellungs-und-Verkaufs-Geschäfte ein. Nachdem Night in einer Disco von anderen Drogendealern auch fast verprügelt wird, denen er noch entkommen kann, beginnt an Pablos „Zweitwohnsitz“ bzw. treffender „Arbeitsplatz“ – einem alten Haus im Grünen – die wunderschöne Lovestory zwischen den beiden mit vielen, langen schwulen Sex-Szenen, für die das aktuelle Programmkino endlich reif zu sein scheint. Wie treffend der Filmtitel „Eat the Night“: Doppeldeutig mit „Vernaschen“, dem Namen einer Hauptfigur und Geschäften in der Nacht! Durch leichtsinnige Entscheidungen Pablos und Wendungen des Schicksals entsteht eine besondere Bindung zwischen ihm und Night. Die Ereignisse überschlagen sich. Währenddessen entfernen sich die Geschwister zusehends voneinander. In Apos Welt bekommt „Darknoon“ kontinuierlich größere Bedeutung. Großartig ist auch der Einsatz der Filmmusik: ein wichtiger, wiederkehrender Song in bestimmenden Szenen! Die Geschichte ist exzellent erzählt; der Film changiert zwischen Thriller und Liebesgeschichte, was ein besonderes Tempo und eine damit verbundene Spannung erzeugt. Nach Eskalation der Geschehnisse und viel Schmerz endet alles tragisch. Ganz nach meinem Geschmack ... die Unbarmherzigkeit des Lebens. Game Over!
    (Dominika Krejs)
    29.10.2024
    23:03 Uhr
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