Filmkritik zu Footnote

Bilder: Filmverleih Fotos: Filmverleih
  • Bewertung

    Drear Window

    Exklusiv für Uncut von der ViENNALE
    „Footnote“ ist erneut ein Film der Viennale 2022, der in und durch die Pandemie entstanden ist. Aber wie schon bei „Coma“ geht es auch hier offensichtlich mehr darum ein Gefühl zu erzeugen als eine Geschichte zu erzählen. Das kann funktionieren, mir persönlich reicht das für einen (mit 90 Minuten ja eher kurz gehaltenen) Film nicht ganz.

    Das Gefühl kommt aber durchaus beim Zuschauer an. Die Bilder, die Regisseur Yang Zhengfan hauptsächlich von seiner Wohnung aus festgehalten hat, fangen die herrschende Leere Chicagos wunderschön ein und im Zusammenspiel mit dem Sounddesign wird eine erdrückende, fast melancholische Atmosphäre geschaffen.

    Die einzige narrative Komponente bildet eine Reihe von Mitschnitten aus dem Polizeifunk, in der uns von banalsten Einsätzen (hier lockert szenenweise ein Schuss Komik die sonst so trostlose Stimmung auf) bis hin zu dramatischen Geschehnissen (unter anderem den Black-Live-Matters-Protesten) berichtet wird. Da das aber sehr zusammenhangslos geschieht, und sich natürlich erst recht nicht mit dem Gesehenen deckt, verliert man schnell die Geduld und auch die Orientierung worauf man sich denn jetzt konzentrieren soll.

    Schon Hitchcock hat bewiesen, dass es möglich ist, eine spannende Geschichte nur von einer Wohnung aus zu erzählen, ich kann also nur die Möglichkeiten erahnen, wenn ein roter Faden erkennbar gewesen wäre. Ist man also empfänglich für diese so spezielle Frequenz auf der dieser Film sendet, ist der Ausblick sicher einzigartig, für mich wird er aber als nicht mehr in Erinnerung bleiben als eine Fußnote im Festivalprogramm.
    (Markus Toth)
    15.11.2022
    19:10 Uhr
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Footnote

USA 2022
Regie: Zhengfan Yang