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  • Bewertung

    Grandioser Spionage-Kriegsfilm

    Exklusiv für Uncut
    Colin Firth ist mir persönlich immer noch als der Stotterer-König aus „The Kings Speech“ im Gedächtnis. Das Bild, das er mit seiner bravourösen Leistung damals hinterlassen hat, wirkt bis heute nach. So tat ich mich anfangs ein wenig schwer, ihn jetzt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges als englischen Geheimdienstler zu sehen, der die Fäden bei der Operation „Mincemeat“ (Hackfleisch) zieht, die den Weg für den Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland ebnen sollte Die Operation, so fiktiv sie auf den ersten Blick scheint, gab es tatsächlich, sie wurde allerdings lange geheim gehalten. Um den Nazis eine bittere Niederlage zu bescheren täuscht die englische Armee einen geplanten Angriff auf Griechenland vor, um die deutsche Armee durch die Invasion auf Sizilien zu schwächen.

    Der Film hat mich persönlich auf vielen Ebenen sehr überzeugt: Ausstattung, Schnitt, Musik, Drehbuch und das gesamte Ensemble (teilweise aus „Downton Abbey“ bekannt). Es ist sehr gut gelungen, die akribisch genau erfundenen Details aus dem „Leben“ des fiktiven Soldaten zu begreifen, die es braucht, damit die Täuschung wirklich ihr Ziel erreicht.

    In seiner zweiten Hälfte aber verliert sich die Geschichte viel zu stark in jener Liebesgeschichte, die sich im realen Leben zutrug anstatt sich auf die Durchführung des minutiös und genial geplanten Tricks zu fokussieren. Dennoch hat mich der Film visuell und erzählerisch nicht gelangweilt, wenngleich nicht ganz zu 100 % überzeugt. Das Timing, zu dem er in die Kinos kommt, erscheint auf den ersten Blick angesichts des Krieges in der Ukraine problematisch. Andererseits wird durch diesen Film aber auch deutlich, dass man sich sehr gut überlegen muss, wem man in puncto Wahrheit des Krieges wirklich trauen kann.
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    (Markus Löhnert )
    01.06.2022
    02:38 Uhr
    www.abschiedsbegleiter.at
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