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    The Show Must Go On

    Exklusiv für Uncut
    Im Dezember 2016 ließ Illumination Entertainment, am besten bekannt für die Schöpfung der omnipräsenten Minions, in „Sing“ eine Gruppe musizierender Tiere aufs Kinopublikum los. Der Animationsspaß rund um den theateraffinen Koala Buster Moon, der am Ende des Films eine „tierisch“ gute Gesangsshow auf die Beine stellen konnte, erwies sich auch an den Kinokassen als großer Erfolg. Knapp fünf Jahre später erscheint endlich die unvermeidbare Fortsetzung, die hierzulande mit dem Zusatztitel „Die Show deines Lebens“ daherkommt.

    In „Sing 2“, erneut von Garneth Jennings („Per Anhalter durch die Galaxis“) inszeniert, versuchen Buster (im Original: Matthew McConaughey) und seine neu gewonnenen Freunde an den Erfolg der Show aus dem Vorgängerfilm anzuknüpfen. Der musikalischen Gang, der unter anderem das punkige Stachel-Schwein Ash (Scarlett Johansson), die hingebungsvolle Schweinemutter Rosita (Reese Witherspoon), der Teenage-Gorilla Johnny (Taron Egerton), die schüchterne Elefanten-Dame Meena (Tori Kelly) und das extravagante Tanzschwein Gunter (Nick Kroll) angehören, soll der Weg von der kleinen auf die ganz große Bühne geebnet werden. Bei einem Casting des mächtigen Medienmoguls Jimmy Crystal (Bobby Canavale) wird dieser auf die chaotische Truppe aufmerksam und heuert sie an, um ein spektakuläres Space-Musical auf die Beine zu stellen. Stattfinden kann diese aber nur unter der Bedingung, dass Buster die zurückgezogene Rocklegende Clay Calloway (U2-Sänger Bono) für die Show gewinnt. Dieser hat jedoch dem Showgeschäft aufgrund einer persönlichen Tragödie den Rücken gekehrt und scheint wenig begeistert von der Idee. Buster und Co setzen aber alles daran, den einst gefeierten Superstar zu überzeugen und jeglichen Ärger mit dem leicht gereizten Jimmy Crystal zu vermeiden.

    Genau wie sein Vorgänger wird „Sing 2“ das Rad mit Sicherheit nicht neu erfinden. Eine auf leicht verdauliches Familien-Entertainment getrimmte Animationsfirma wie Illumination mit inhaltlich gewagteren Studios á la Pixar zu vergleichen, wäre jedoch auch nicht fair. Das Sequel bietet harmlos-kurzweiligen Spaß, der zwar nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird, einen aber mit guter Laune aus dem Kinosaal entlässt. Detaillierte Animationen und aufwändig choreografierte Setpieces machen das Sequel immerhin zu einem Augenschmaus. Die Songliste reicht von altbekannten Evergreens bis hin zu kontemporären Charterfolgen. Egal ob nun also Jung oder Alt, für nahezu jeden Altersgruppe dürfte ein Hit mit Wiedererkennungsgarantie mit dabei sein. Die neuen Charaktere fügen sich wunderbar in das bereits etablierte Figurenkabinett ein. Unter den Neuzugängen überzeugen vor allem die Streetdance-liebende Luchs-Lady Nooshy (Letitia Wright) sowie der eingebildete Yak-Schönling Darius (Eric Andre), der mit seiner karikiert egozentrischen Art für die nötigen Lacher sorgt. Der Subplot des in die Jahre gekommenen Rockstars, der sich aus der Musikindustrie zurückgezogen hat, verleiht dem Film ein unerwartetes Maß an emotionaler Tiefe.

    Illumination setzt mit der „Sing“-Fortsetzung garantiert keine neuen Maßstäbe im Animationskino. Mit Sicherheit gehört der musikalische Familienspaß aber zu den besseren Beiträgen im sonst eher eintönigen Studiokatalog der Minions-Erfinder. Eine gelungene Zugabe!