Filmkritik zu 3 From Hell

Bilder: Constantin Film, Studio Canal Fotos: Constantin Film, Studio Canal
  • Bewertung

    Alle guten Dinge sind drei

    Exklusiv für Uncut vom Slash Filmfestival
    Vierzehn Jahre nachdem die drei verbliebenen Mitglieder der mordlustigen Firefly-Familie in einem fulminanten Kugelhagel scheinbar ihren Niedergang gefunden haben, beweist Rob Zombie mit seinem neuestem Horrorstreifen „Three from Hell“, dass die Fireflies sich nicht so einfach aus dem Weg räumen lassen.

    Rob Zombies Regiedebüt, der Horror-Exploitation-Film „Haus der 1000 Leichen“, stieß zu Beginn auf wenig positive Resonanz, avancierte über die Jahre jedoch zum Kultfilm, auch das wenige Jahre später erschienene Sequel „The Devils Rejects“ wurde von Genreliebhabern hoch gelobt.

    Während Zombie auf Grund anderer Regiewerke, allen voran sein wohl sehr misslungenes „Halloween“-Remake, in der Filmbranche nicht ganz unumstritten ist, brachten ihm vor allem die Filme rund um die Familie Firefly den Ruf eines talentierten Genreregisseurs ein, was wohl auch dazu führte, dass er diese abermals auf der Leinwand Chaos und Verderben entfesseln ließ.

    Im jüngsten Teil der Trilogie wird zunächst auf das vermeintliche Ende von Baby, Otis und Captain Spaulding eingegangen, die trotz zahlreicher Schusswunden überleben und von da an ihr Dasein im Gefängnis fristen müssen. Die Zeit vergeht und nachdem mehr als zehn Jahre seit ihrer Inhaftierung vergangen sind, wird der sichtlich gealterte, ausgemergelte Captain Spaulding für seine Taten hingerichtet, während Baby und Otis weiterhin keinerlei Reue erkennen lassen und gar fanatischer wirken als je zuvor. Als Otis während Gefängnisarbeiten von seinem Halbbruder Winslow „Foxworth“ befreit wird, richten die beiden ein wahres Blutbad an. Von den Polizeieinsatzkräften gesucht, denken sie jedoch nicht an eine Flucht, müssen sie doch zunächst die dritte im Bunde, ihre Schwester Baby, aus der Gefangenschaft befreien, damit die Familie Firefly endlich wieder gemeinsam Missetaten vollbringen kann.

    Im Zuge der Dreharbeiten stieß Zombie auf einige Hindernisse. Sid Haig, Darsteller von Captain Spaulding, war eigentlich eine weitaus größere Rolle vorgesehen, auf Grund gravierender gesundheitlicher Probleme des Darstellers sah sich Zombie aber schließlich gezwungen das gesamte Drehbuch zu ändern und die Figur des Halbbruders Foxworth zu kreieren. Das Fehlen des äußerst beliebten Charakters wird jedoch vor allem in der Dynamik der „Three from Hell“ deutlich, die von nun an mehr an Sheri Moon Zombies Figur Baby angewiesen ist. Babys manifestierten Wahnsinn authentisch rüberzubringen gelingt ihr aber nicht immer und so wirken ihre übertriebenen Mienenspiele oft grotesk und unpassend.

    Ein Novum ist hierbei auch, dass Otis und Baby streckenweise erstmals emotional und müde wirken, nicht nur einmal wird angedeutet, dass sie sich nach dem Tod ihres Vaters dem Morden nahezu überdrüssig fühlen. Aufzugeben ist für sie dennoch keine Option, und so finden sie schlussendlich wieder ihren Genuss am Töten.

    Erst in der zweiten Hälfte des Films entfaltet sich eine den Vorgängerfilmen ähnliche Atmosphäre, die vor allem von den großartigen Setdesigns und einer idealen musikalischen Untermalung bekräftigt wird. Auch die für Zombie typische explizite Gewaltdarstellung kommt in „Three from Hell“ nicht zu kurz und steigert sich bis zum finalen Showdown, indem zunehmend kreativere Folter- und Mordmethoden zum Einsatz kommen.

    Im Großen und Ganzen zwar der schwächste Teil der Trilogie, weiß der Film dennoch sämtliche Stilmittel seiner Vorgänger aufzugreifen, und vermittelt mit viel Humor und Blutvergießen simplen Kinogenuss, der ohne viel Schnickschnack und komplexen Plot auszukommen vermag. Perfekt für Grindhouse-Fans, für die die pure Freude am Film selbst höchste Priorität hat.
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    (Julia Pogatetz)
    21.09.2019
    21:09 Uhr