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    „Und täglich grüßt das Murmeltier“ trifft auf „Zurück in die Zukunft“

    Exklusiv für Uncut
    Bei Fortsetzungen ist es meistens so, dass auf ein bestimmtes Material gesetzt wird, weil sich das eben in der Vergangenheit bewährt hat, ohne jedoch sonderlich innovative Ideen einzubringen. Deshalb kommen diese dann auch häufig nicht so gut an wie ihre Vorgänger. Gerade die Erwartungshaltung spielt hier auch eine große Rolle. „Happy Death Day 2U“ muss sich in diesem Sinne in doppelter Weise bewähren: einerseits handelt es sich um den zweiten Teil einer Filmreihe, andererseits ist die Thematik von vorneherein schon eine, die in letzter Zeit häufig behandelt wird, sei es in Filmen oder auch in Serien, wie unter anderem die erst unlängst erschienene Netflix-Serie „Matrjoschka“ (Russian Doll) beweist.

    Einen Tag nachdem Tree (Jessica Rothe) ihren Tod immer und immer wieder erlebt und letztendlich überlistet hat, hat Ryan (Phi Vu), der Mitbewohner ihres Freundes Carter (Israel Broussard) mit demselben Phänomen zu kämpfen: er wacht jeden Tag aufs Neue auf und erlebt abermals die Geschehnisse des Vortages, die immer mit seiner Ermordung enden. Geschuldet ist das Ganze einer wissenschaftlichen Erfindung von Ryan und seinen Freunden, die auch Tree abermals zurück in die Zeitschleife befördert – doch nichts ist wie beim letzten Mal.

    Bei „Happy Death Day“ handelte es sich noch um eine Horrorparodie, bei der sich komödiantische Merkmale mit Horrorelementen à la „Final Destination“ abwechselten. In Teil 2 wurden diese Horrorelemente durch den Fokus auf Zeitreiseaspekte ersetzt und das Szenario erinnert eher an die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie, auf die sogar direkt im Film verwiesen wird. Diese Änderung ist grundsätzlich positiv zu betrachten, da sich die beiden Filme dadurch stärker unterscheiden als dies sonst der Fall gewesen wäre.

    Allerdings gelingt es Regisseur Christopher Landon bei „Happy Death Day 2U“ nicht, konsistent auf narrativer Ebene abzuliefern: Der Plot ist durchsetzt von Handlungslücken und Logikfehlern, über die auch nicht so mancher gelungene Witz hinweghilft. Der Film zieht sich außerdem zu Beginn extrem in die Länge und kommt erst so richtig in Fahrt, wenn er sich auf Jessica Rothe konzentriert, die schon in ersten Teil bewies, dass sie eine starke Leinwandpräsenz besitzt. So ist „Happy Death Day 2U“ streckenweise zwar ganz unterhaltsam, gerade weil der Film sich nicht ernst zu nehmen scheint. Aus dem Thema ist jetzt aber entgültig nichts mehr herauszuholen.
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    (Marion Schlosser)
    14.02.2019
    20:40 Uhr