Forum zu Everest

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    Gipfelsteil-direkt erzähltes Heldenepos auf hohem Niveau

    Über den höchsten Berg der Welt wurde ja schon viel geschrieben und erzählt. Zahlreiche Dokumentationen schildern die Abenteuer jener, die die ersten auf dem Gipfel der Welt waren und erzählen von den Licht- und Schattenseiten des Bergsteigertourismus, der seitdem dort eingesetzt hat. Basierend auf der wahren Geschichte einer von vielen Gruppen von Waghalsigen, die das Dach der Welt erklimmen wollen erzählt der Isländische Regisseur Baltasar Kormákur eine Abenteuergeschichte mit einerseits gewissem (weil ja bekanntem) und zugleich dramaturgisch ungewissem Ausgang. Als Isländer mit kargen Landschaften und eisiger Kälte vertraut, hält er sich in seiner Erzählung gar nicht mit viel Schnörkseln auf sondern erzählt sein Heldenepos gipfelsteil-direkt und auf hohem Niveau, besonders was die visuelle Umsetzung betrifft. Geschickt sind die Bilder des echten Mount Everest mit den Drehorten in den italienischen Alpen und zusätzlichem Material aus Nepal verknüpft und immer wieder liefert die Kamera wirklich atemberaubende Einstellungen, die die Zuschauer erahnen lassen, auf welchen Höllentrip sich die Gruppe hier eingelassen hat. Seinen Charakteren haucht Kormákur gerade mal so viel Hintergrund ein, dass es reicht, um sich mit der einen oder anderen Figur zu identifizieren, für echten Tiefgang ist die Luft in 28.000 Fuß aber wohl einfach zu dünn. Das tut dem höchst positiven Eindruck keinen Abbruch und qualifiziert den Film auf jeden Fall für einige technische Oscar-Nominierungen Anfang des nächsten Jahres.
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    19.09.2015
    23:04 Uhr