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    die wutbürger

    ein unbekannter verhinderter musiker ohne freunde, ein narzisstischer finanzhai, der einen gläubiger in den suizid getrieben hat, zwei durchgeknallte autofahrer, im tode vereint... der wutbürger, der für seine parksünden nicht länger bezahlen will und, anstatt sich rechtlicher mittel zu bedienen, zur bombe greift. der reiche herr papa auf der suche nach einem sündenbock für die tödliche alkofahrt seines sohnes und schließlich ein pikantes geheimnis, das die hochzeitsfeier beinahe platzen platzen lässt:

    alltagssituationen ohnmächtiger wut, rache, zorn, trauer – oder einfach das gefühl nicht ernst genommen zu werden, lassen die opfer zu tätern werden, die (zumindest kurzzeitig) völlig den verstand verlieren und zivilisierte arten der konfliktbewältigung zum gaudium des pt kinopublikums vergessen. vom viel zitierten "schwarzen humor" ist allerdings nicht viel zu spüren, dazu sind die vorfälle zu platt, zu lächerlich, manchmal schlicht zu brutal. auch die erzählstruktur (in sich abgeschlossene kapitel, die weder miteinander verbunden sind noch einen sinnvollen handlungsbogen ergeben) ist nicht dazu angetan, emotionen oder mit-leid aufkommen zu lassen.

    fazit: allzu simpel, schwerfällig und ohne spannung – hier wird oberflächlich gefeixt statt psychologisch seziert.
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    10.02.2015
    20:53 Uhr