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75.8% Bewertung
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    Die fantastischen Vier

    Nick Hornby hat schon einige tolle Romanvorlagen für gelungene Verfilmungen geliefert. „High Fidelity“ oder „About a Boy“ sind sicher die bekanntesten davon und haben köstlich unterhalten. Kann „A Long Way Down“ an diese Werke anschließen? Ich denke, ja. Wiederrum bekommen wir einen tragisch-komischen Film serviert, in dem es einige interessante Charaktere gibt. Trotz der eigentlich tragischen Ausgangssituation von vier Selbstmordkandidaten ist der Film äußerst unterhaltsam und witzig geraten.

    Dass es sich hier in erster Linie um eine Komödie handelt, wird sofort klar. Spätestens wenn es am Dach eines Hochhauses in der Silvesternacht zu einem kleinen „Stau“ der Suizid-Kandidaten kommt („Brauchen Sie noch lange?“), kann man sich das Lachen nicht verkneifen. Der anschließende Pakt, sich zumindest bis zum Valentinstag nicht umzubringen, besiegelt die Verbundenheit der „Vier vom Hochhausdach“. Die weitere Handlung wird dann kapitelartig immer einem oder einer der Vier gewidmet. Dabei wird der Fokus kurz auf die Hintergrundgeschichte der jeweiligen Person gelegt. Von den vier Hauptdarstellern sind vor allem Ex-007 Pierce Brosnan und Toni Collette bekannt. Auf den ersten Blick kann hier Brosnan am wenigsten überzeugen, aber eigentlich passt er in die Rolle des selbstverliebten B--Promis ausgezeichnet. Er spielt seinen Part zumindest mit viel Selbstironie. Toni Collette gibt die zurückgezogene und schüchterne Mutter souverän wie immer. Durch ihr schweres privates Schicksal hat sich auch die emotionalste Rolle inne, was es ihr allerdings schwer macht viele humorvolle Seiten von sich zu zeigen. Von den jüngeren Darstellern sticht vor allem Imogen Poots als Jess hervor. Ihre freche und direkte Art sorgt für jede Menge Lacher. Natürlich muss man zugestehen, dass ihre Rolle die dankbarste ist, aber sie nützt ihre Freiheiten ausgezeichnet. Mit ruhig lässt sich die Darstellung des Vierten im Bunde beschreiben. Aaron Paul als verträumter Musiker vervollständigt das hochkarätige Quartett. Als weiteren Pluspunkt gibt es in einer Nebenrolle noch Sam Neill als realitätsbewussten Politiker zu sehen.

    Die Handlung an sich ist nicht so weltbewegend, wie sie Pierce Bronan gerne ans Fernsehen verkauft hätte, dennoch sehr unterhaltsam, an manchen Stellen etwas zurückgenommen und nachdenklich, aber sehr oft erfrischend heiter. Die ausgezeichnete Darstellercrew lässt die Zeit wie im Flug vergehen. Gerne hätte man ihnen noch etwas länger zugesehen. Doch leider sind die 90 Minuten hier sehr schnell vorbei.

    „A Long Way Down“ ist ein vergnüglicher Film mit einer gehörigen Portion britischen Humor und einer passend besetzten Darstellerriege. Eine solch intelligente und niveauvolle Komödie mit ernstem Hintergrund gibt es in letzter Zeit leider immer seltener. „A Long Way Down“ wird mir sicher länger in Erinnerung bleiben als viele der alltäglichen 08/15-Komödien.
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    13.08.2015
    19:53 Uhr
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    A long way down

    A long way down ist eine weitere Verfilmung eines Nick Hornby Romans, wobei der Weg nicht wirklich lange ist. In relativ kurzen 96 Minuten wird die Geschichte von 4 unterschiedlichen Charakteren erzählt, die sich alle zufällig am 31. Dezember auf dem Dach eines Hauses treffen um Selbstmord zu begehen. Nach einigen Gesprächen beschließen sie 6 Wochen zu warten. In dieser Zeit entwickeln sich natürlich Freundschaften zwischen den vier. Diese 6 Wochen werden im Film jedoch derartig schnell abgespult, dass einiges an Motivationen und Gefühlen doch im verborgenen bleibt.

    Das Quartett ist perfekt besetzt und unterhaltet bis zur letzten Sekunde. Die Witze sind sehr gut und machen neben den Dialogen wirklich Spaß.

    Wer sich hier eine ernsthafte und tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema Suizid erwartet wird leider enttäuscht sein. A long way down ist ein kurzweilige BBC Produktion, die zwar perfekt für eine Fernsehabend ist aber nicht um sich einem kritischen Thema zu stellen.
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    02.08.2015
    23:30 Uhr
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    Fleet Tower

    4 einander Fremde suchen sich den selben Tag und Ort für ihren Abschied vom menschlichen Dasein aus. Was dabei heraus kommt ist ein Pakt das Leben bis zum Valentinstag auszukosten und bis dahin mit einem weiteren Suizidversuch zu warten...

    Basierend auf dem Roman von Nick Hornby wird versucht eine Geschichte zu verfilmen, die das Leben zelebriert. Man begleitet Abschnitte des Lebens von vier komplett unterschiedlichen Personen und lernt diese besser kennen. Leider ist diese Zeit auf ein Minimum reduziert und die Charakterbildung kommt etwas zu kurz.

    Schauspielerisch tut sich vor allem Imogen Poots als Jess hervor, die dem Film Dimension und Humor verleiht; Aaron Paul als JJ zeigt, dass auch er mehrschichtiger ist, als man von ihm gewohnt ist. Pierce Brosnan und Toni Colette gehen neben den Newcomern etwas unter.

    Eine nette Geschichte locker erzählt, es fehlt aber an Tiefgang und Emotionen. Der Film ist für das ernste Theme zu oberflächlich. Vermutlich ist in diesem Fall die Romanvorlage zu empfehlen.
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    02.08.2015
    23:28 Uhr
  • Bewertung

    Die Vier vom Dach

    Es ist der witzigste und zugleich charmanteste Film über einen kollektiven Suizid vom Dach eines Londoner Hochhauses. Da treffen sich am Silvesterabend Martin (Pierce Brosnan) ein gescheiterter Fernsehmoderator, Maureen (Toni Collette) eine Hausfrau mit einem schwerstbehinderten Sohn, Jess (Imogen Poots) die Tochter eines Politikers (Sam Neill), die über den Tod ihrer Schwester nicht hinwegkommt und J.J. (Aaron Paul), der sich und anderen ständig etwas vormacht. Alle haben einen Grund zu springen. Im Grunde ist jeder von ihnen aber nur total vereinsamt. Also drehen alle erst einmal richtig auf als Ersatz für den aufgeschobenen Selbstmord.
    Aus den Vieren werden echte Freunde. Und das wird so erzählt, dass man herzhaft lachen kann, denn viele ganz normale Bemerkungen bekommen einen schwarzhumorigen Beigeschmack, wenn man sich die ursprüngliche Absicht der Kandidaten vor Augen führt. Doch es bleibt nicht beim Schenkelklopfen, weil mehrmals der Schalter umgelegt und der ganz persönliche Hintergrund beleuchtet wird. Da sind dann urplötzlich echte Emotionen im Spiel. Und hier steht keiner des Ensembles dem anderen nach. Überraschend wandlungsfähig zeigt sich hier Pierce-007-Brosnan, dem der Spagat vom Promi zum Normalo glänzend gelingt. Ebenso wie Toni Collette, die sich als lebensfremdes Hühnchen mit Selbstvorwürfen zerfleischt. Imogen Poots ist herrlich durchgeknallt und Aaron Pauls One-Night-Stand gibt einen kräftigen Seitenhieb auf die Boulevardpresse ab. Beim finalen skypen bieten Jess und J.J. noch ein kleines Überraschungszuckerl. Regisseur Pascal Chaumeil hat seinen Nick Hornby voll verstanden. Großartig!
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    24.11.2014
    10:31 Uhr
  • Bewertung

    Angenehm unterhaltsame, aber durchschnittliche Komödie

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2014
    Wer auf britischen schwarzen Humor der leicht verdaulichen Sorte steht und dabei einer Prise Romanze nicht abgeneigt ist, wird mit diesem Film durchaus seine Freude haben. Nicht nur Pierce Brosnan, sondern auch Toni Colette, Imogen Poots und Aaron Paul hatten bei den Dreharbeiten offensichtlich viel Spaß mit einander und passen als Gruppe der Lebensmüden ganz gut zusammen. Dem Film gelingt es ganz gut, die mediale Aufmerksamkeit und den schnelllebigen Hype darzustellen, der rund um sensationelle Geschichten aufgebaut wird, und diesen humorvoll- kritisch zu beleuchten. Insgesamt kommt der Film aber mit sehr viel Weichspüler daher und taugt in Folge zwar für einen netten Kinoabend, aber geht angesichts des eigentlich sehr ernsten Themas nicht wirklich unter die Haut.
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    11.02.2014
    21:32 Uhr