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    Die schöne Belle

    Amma Assante hat eine wahre Geschichte in wunderschöne Bilder gekleidet. Pompöse Ausstattung und niveauvolle Dialoge verbinden eine Liebesgeschichte mit der Rassenproblematik des 18. Jahrhunderts. Der Kapitän eines überladenen Sklavenschiffs versucht einen Versicherungsbetrug. Zugleich ergibt sich die Emanzipation der schönen Belle genannt Dido (Gugu Mbatha-Raw), einer Mulattin, die als Pflegekind bei Englands höchstem Richter Lord Mansfield (Tom Wilkinson) aufwächst.
    Drei prominente Damen der Gesellschaft bilden einen herrlichen teils belustigenden Hintergrund zur Haupthandlung. Alle haben ein vitales Interesse an einer Heirat ihrer Söhne mit Belle oder ihrer ‘schneeweißen‘ Schwester Elizabeth (Sarah Gadon). Belle ist wohlhabend, aber wegen ihrer Hautfarbe nicht standesgemäß. Die beiden Freundinnen, symbolisch als ‘schwarz‘ und ‘weiß‘ gecastet sind enge Freundinnen, die sich über die wahre Liebe unterhalten.
    Von den drei ‘Spottdrosseln‘ ist da zunächst Lady Ashford (Miranda Richardson). Sie spielt die stets keifende Mutter. Neben ihr glänzt Lady Murray (Penelope-Calendergirl-Wilton) als herrische, strenge Frau. Lady Mansfield (Emily Watson) gibt die intrigante Alte, die aber immerhin ihren Einfluss am Ende nutzt und den gestrengen Stiefvater Lord Mansfield gesinnungsmäßig umstimmt. Neben der Liebesgeschichte zwischen Belle und John Davinier (Sam Reid), die sich zeitgemäß um Mitgift und gesellschaftliche Stellung dreht, geht es noch um juristische Spitzfindigkeiten und die Frage ‘Ist das Recht gerecht?‘ Nach Lord Mansfields Urteilsspruch kann einem Happy End nichts mehr im Wege stehen.
    Gut verpackte, niveauvolle Unterhaltung von einem Promi Ensemble dargeboten. Emotionen bleiben in einem erträglichen Rahmen. Kein flammendes Plädoyer, nur ein interessanter Schaukasten. Vom Sklavenschiff in den Hafen der Ehe. Entspannend.
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    20.10.2016
    10:28 Uhr
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    Nettes Historiendrama basierend auf wahren Gegebenheiten

    Dido Elizabeth Belle ist die uneheliche Tochter eines Admirals und einer afrikanischen Sklavin, wird aber von ihrem aristokratischen Großonkel und seiner Frau großgezogen. Ihre Platz in der Gesellschaft ist schwer zu definieren, da sie einerseits einen hohen Rang genießt und ihr nach dem Tod ihres Vaters noch dazu ein großes Erbe in den Schoß fällt. Trotzdem ist ihr Status gleichzeitig aufgrund ihrer Hautfarbe reduziert. Sie muss sich eben dieser Diskrepanz stellen und versucht, ihren Platz in der Welt zu finden. Erleichtert wird das alles durch den aufstrebenden Advokaten und Sohn eines Vikars, der ein ganz fortschrittlicher Denker und Idealist ist. Natürlich verlieben sich die beiden, ihre Liebe droht aber an der gängigen Heiratspolitik zu scheitern. Davon kann auch Didos Cousine Elizabeth ein Lied singen. Sie hat nämlich kein eigenes Vermögen, da ihr Vater ihr nichts vererbt hat und muss erfahren, dass man ohne Mitgift schwer verheiratbar ist in einer Zeit, in der eine Eheschließung mehr etwas mit Politik als mit Liebe zu tun hat. Neben den ganzen Liebesgeschichten und Heiratssachen, bietet der Film aber auch eine rührende Diskussion über Menschenrechte. Didos Großonkel ist oberster Richter und hat ein schweres Urteil zu fällen. Auf dem britischen Sklavenschiff Zong wurde Massenmord an versklavten Afrikanern begangen, um eine Versicherungssumme zu kassieren. Sein Urteil könnte ein Exampel statuieren und einen ersten Schritt für die Abschaffung der Sklaverei in England bedeuten, jedoch fällt es ihm schwer dem gesellschaftlichen Druck standzuhalten.
    Etwas zu märchenhaft erzählt, ist er trotzdem gelungen und einen Kinobesuch wert.
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    13.08.2014
    10:27 Uhr