Forum zu Her

5 Einträge
20 Bewertungen
79.5% Bewertung
  • Bewertung

    Her

    Auf der Suche nach Zuneigung und Liebe trifft Theodore auf das neue Betriebssystem mit dem simplen Namen OS one. Dahinter verbirgt sich eine künstliche Intelligenz, die lernen kann und menschliche Züge aufweist. Alleine und depressiv, beginnt er mit dem System, die sich selber den Namen Samantha gab, zu reden und beginnt nach und nach eine Beziehung mit ihr.
    Alan Turing hätte mit Her wahrscheinlich seine Freude, da es doch die künstliche Intelligenz hier schafft, einen Menschen glauben zu lassen, sie sei real und entsprechende Gefühle zu entwickeln.
    In diesem Film sticht vor allem die Leistung von Scarlett Johansson heraus. Sie schafft es nämlich trotz ihrer physischen Abstinenz, Samantha ein glaubwürdigen Charakter zu geben und dies nur mit ihrer Stimme. Die Szenen, in den Sie redet werden gekonnt mit wortlosen Rückblenden untermalt.

    Her ist anders aber gut. Die Kritik, dass man sich selber immer weiter in Programme und künstliche Intelligenzen verleiert und den intimen Kontakt zu anderen Personen verliert, wird gekonnt rüber gebracht. Ein schöner und einfühlsamer Liebesfilm.
    sanasani_81677de759.jpg
    17.08.2015
    23:39 Uhr
  • Bewertung

    OS not found

    In einer Welt, in der Technologie per Sprachsteuerung funktioniert, versucht Theodore über das Ende seiner Ehe hinwegzukommen. Rein aus Neugierde legt er sich das neu erschienene OS1 zu, ein Betriebsystem, mit dem man interaktiv kommunizieren kann. Sein führ ihn persönlich kreiertes Interface nennt sich Samantha und er genießt ihre Gesellschaft. Es kommt soweit, dass er sich verliebt...

    Virtuelle Liebe, funktioniert so etwas überhaupt? Ist es Liebe, wenn man sich in ein computergeneriertes Konstrukt verliebt? In "Her" geht es vor allem um Zweisamkeit, und somit das Fehlen der Einsamkeit. Samantha begleitet Theodore, Tag ein, Tag aus. Mit einem Knopf im Ohr kann er jederzeit mit ihr kommunizieren, und er ist auch nicht der einzige, für den das OS der stetige Begleiter wird. Ist das die Zukunft, die uns erwartet?

    "Her" ist eindrucksvoll in Szene gesetzt - Jonze spielt mit Farben und es liegt dauerhaft ein romantischer Filter über dem Bild. Vor allem die pastelligen Farbnuancen und das vermehrte Einbringen der Farbe Rot fallen auf.
    Die Musik umrahmt die Handlung, drängt sich nicht in den Vordergrund und harmoniert mit dem Szenenbild.

    Joaquin Phoenix spielt die Rolle des Theodore bewegend. Dessen kämpfen mit der Vergangenheit, sein innerer Zwist und seine poetische Seite werden berührend dargestellt.

    Her bewegt, und zeigt uns eine Zukunft, wie sie sein könnte. Aber vor allem geht es um die Liebe und die Gefühle, die man entwickelt, wenn man verliebt ist.
    ohhoney_0ded0e006c.jpg
    17.08.2015
    23:32 Uhr
  • Bewertung

    Gesellschaftskritik

    Die stärkste Wirkung, die der Film bei mir hinterlassen hat, war seine gesellschaftskritische Komponente. Da gibt es Menschen, die den Großteil des Tages damit verbringen, in virtuellen Freundschaftsbeziehungen möglichst aktuell zu bleiben und dabei jene, die ihnen womöglich am gleichen Tisch gegenüber sitzen, negieren oder vernachlässigen. Zu zeigen, was dabei herauskommt, wenn jemand eine virtuelle Beziehung einer realen Beziehung vorzieht, ist die eindeutig stärkste Leistung dieses Filmes, der sein Publikum in eine vermeintlich fiktive Zukunft entführt, in der die Computer nicht mehr auf unseren Tastendruck, sondern auf unser Diktat reagieren. Praktisch, denn dann könnte ich diesen Forumseintrag diktieren, anstatt ihn zu tippen. Aber im Ernst: dass sich künstliche Intelligenz tendenziell verselbständigt, wenn sie uneingeschränkt walten kann, wissen wir seit "2001". In diesem Film ist es aber kein Raumschiff, dass seinen Kurs ändern oder seine Schleusen für sauerstoffabhängige Menschen vom Planet Erde nicht mehr öffnet, sondern ein Computerprogramm, das Theodore als Ersatz für seine Frau und für zunehmend alle sozialen Kontakte dient. Joaquin Phoenix überzeugt sein Publikum als graue Maus männlichen Geschlechts, deren Sozialkontakte überschaubar sind und Scarlett Johannson gibt (in der OV) mit ihrer rauchigen Stimme genau die Portion Erotik, die der Film braucht, um über die ganze Laufzeit spannend zu bleiben. Abgesehen davon verliert er sich nämlich ab der Hälfte in der Künstlichkeit seiner konstruierten Welt und dreht eine inhaltliche Ehrenrunde nach der anderen. Das tut aber der Genialität und der Originalität seines filmischen Konzeptes und der Umsetzung keinen Abbruch - vielleicht erleben wir in 20 Jahren die Abschaffung der Tastatur?
    harry.potter_aadba0451b.jpg
    23.04.2014
    21:50 Uhr
  • Bewertung

    Gemischte Gefühle

    Die erste Hälfte von "her" fand ich einfach richtig schön. Poetisch, authentisch, gefühlvoll, einfach zum Wohlfühlen. Auch mutig und durchaus witzig, also richtig toll. In der zweiten Hälfte hört sich das Wohlfühlen aber zusammen mit dem Protagonisten auch für den Zuschauer auf. Dieses gelungene Mitleiden ist einerseits ein Punkt FÜR den Film, weil er so mitnimmt, andererseits trübt es aber das Vergnügen. Und mir ging Scarlett Johanssons Stimme dann immer mehr auf die Nerven, leider.
    Joaquin Phoenix spielt allerdings extrem gut und das Drehbuch hat seinen Oscar zurecht bekommen.
    lex217_0d8e49e998.jpg
    21.04.2014
    11:46 Uhr
  • Bewertung

    Applaus, Applaus

    Her schafft es unglaublich berührend zu sein, obwohl der Film von einer Beziehung zwischen einem Menschen und einem Computer handelt. Trotzdem fühlt sich das ganze nicht wie ein Märchen an, sondern wie die einzig glaubwürdige Liebesgeschichte unserer Zeit.
    Gut gespielt, zurecht den Oscar fürs beste original screenplay abgestaubt; gibt uns eine paar nette Weisheiten und Wahrheiten mit auf den Weg.
    stadtneurotikerin_948f8a00d1.jpg
    14.04.2014
    23:56 Uhr