Forum zu Der Butler

6 Einträge
7 Bewertungen
67.9% Bewertung
  • Bewertung

    Der sanfte Revolutionär

    Lee Daniels entwirft eine Chronik der amerikanischen Nachkriegs-Präsidenten mit besonderem Blick auf die Bürgerrechtsbewegung der Farbigen. Das Ganze wird aus der Sicht des langjährigen Butlers Gaines (hervorragend Forest Whitaker) geschildert. Präsidenten kommen und gehen, der Butler bleibt. Dabei kann Daniels auf eine lange Liste von Promidarstellern zurückgreifen, auch wenn die sonst nicht als Schauspieler zu sehen sind wie Oprah Winfrey als Buttler Gattin oder Mariah Carey als dessen Mutter. Oft reichte eine neue Nase für die Unkenntlichkeit.
    Es gelingt durch den Familienaspekt des farbigen Angestellten eine ganz persönliche Note einzubringen. Und dieser Individualismus ist ergreifend, wenn auch gegen Ende etwas überdehnt. Die ganz persönlichen Szenen sind die besten. Der übliche Rahmen einer erzählenden Darstellung wird oft durch den schnellen Schnitt überschritten, wenn z.B. Originalaufnahmen von Straßenkämpfen mit einem Dinner im Weißen Haus kurz getaktet werden.
    Es ist das Schicksal der amerikanischen Familie Gaines zwischen Vietnamkrieg und politischen Attentaten der 60er Jahre, im Kampf um Gleichberechtigung gegen Presse und Klu Klux Klan. Auch sie muss tödlichen Tribut leisten, wobei die Familie auseinanderzubrechen droht.
    Verständlich, dass sich all ihre Hoffnungen mit Präsident Obama erfüllen. Ebenso verständlich wie die Tatsache, dass es die Amerikaner nicht so sehr mögen, wenn ihnen ein Spiegel vorgehalten wird über ein dunkles Kapitel ihrer Innenpolitik, das sogar mit unserem Holocaust verglichen wird. Drum ist der Film dort auch kein Erfolg und bei uns findet er zu wenig Beachtung.
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    30.06.2020
    10:47 Uhr
  • Bewertung

    Stark besetztes und toll gespieltes Historiendrama

    Ob Zufall oder nicht habe ich diesen Film genau am Gedenktag des Attentats auf Dr. Martin Luther King gesehen, was der Dramatik der historischen Ereignisse, auf denen der Film beruht, noch eine zusätzliche Schärfe gab. Davon abgesehen überzeugte mich der Film vor allem durch die schauspielerischen Leistungen von Oprah Winfrey und Forrest Whitaker in den beiden Hauptrollen. Dramaturgisch wird der Film eine gewisse Trägheit und einen altbackenen Erzählstil nicht los, weshalb er sich gerade in den dramatischen Momenten der US-Geschichte besonders mit seiner Glaubwürdigkeit schwer tut. Bemerkenswert viele Stars des internationalen Kinos haben sich für diesen Film in den unzähligen kleinen Nebenrollen (u.a. als die jeweiligen Präsidenten) in Szene gesetzt, was zwischendurch für unterhaltsame Momente sorgt ("Wer ist das jetzt nun wieder unter der Maske?"). Insgesamt ist dabei aber ein durchaus passabler Geschichtsunterricht herausgekommen, der einen wieder daran erinnert, dass die Streitigkeiten rund um die Beseitigung der Rassentrennung und der Bürgerrechte noch bei weitem nicht so lange her sind wie man manchmal meint.
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    06.04.2018
    13:01 Uhr
  • Bewertung

    Geschichtsunterricht

    Wenn man über 30 Jahre als Butler im Weißen Haus gearbeitet hat, hat man viele Präsidenten kommen und gehen gesehen. Und viele Geschichten erlebt. Der Film zeigt, angelehnt an die tatsächliche Geschichte des Butlers Eugene Allen, das Leben von Cecil Gaines, der von einer Baumwollfarm kommend es schließlich bis zum persönlichen Butler des Präsidenten bringt. Die Stationen seines Lebens zeigen die erschreckend langsam vor sich gehende Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung in Amerika und den Einfluss des jeweiligen Präsidenten auf diese Entwicklung.

    Der Film ist bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt. Allen voran steht natürlich Forest Whitaker, der dem stets zurückhaltenden Butler trotzdem eine derartige Leinwandpräsenz verleiht, grandios. Besonders die Darstellung des schon in die Jahre gekommenen Butlers ist überzeugend.
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    19.01.2015
    08:49 Uhr
  • Bewertung

    Der sanfte Revolutionär

    Das Ganze wird aus der Sicht des langjährigen Butlers Gaines (hervorragend Forest Whitaker) geschildert. Präsidenten kommen und gehen, der Butler bleibt. Dabei kann Daniels auf eine lange Liste von Promidarstellern zurückgreifen, auch wenn die sonst nicht als Schauspieler zu sehen sind wie Oprah Winfrey als Buttler Gattin oder Mariah Carey als dessen Mutter. Oft reichte eine neue Nase für die Unkenntlichkeit.
    Es gelingt durch den Familienaspekt des farbigen Angestellten eine ganz persönliche Note einzubringen. Und dieser Individualismus ist ergreifend, wenn auch gegen Ende etwas überdehnt. Die ganz persönlichen Szenen sind die besten. Der übliche Rahmen einer erzählenden Darstellung wird oft durch den schnellen Schnitt überschritten, wenn z.B. Originalaufnahmen von Straßenkämpfen mit einem Dinner im Weißen Haus kurz getaktet werden.
    Es ist das Schicksal der amerikanischen Familie Gaines zwischen Vietnamkrieg und politischen Attentaten der 60er Jahre, im Kampf um Gleichberechtigung gegen Presse und Klu Klux Klan. Auch sie muss tödlichen Tribut leisten, wobei die Familie auseinanderzubrechen droht.
    Verständlich, dass sich all ihre Hoffnungen mit Präsident Obama erfüllen. Ebenso verständlich wie die Tatsache, dass es die Amerikaner nicht so sehr mögen, wenn ihnen ein Spiegel vorgehalten wird über ein dunkles Kapitel ihrer Innenpolitik, das sogar mit unserem Holocaust verglichen wird..
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    21.11.2013
    11:41 Uhr
  • Bewertung

    Mississippi Burning

    ist der weitaus bessere und komplexere Film zum Rassenwahn in der Vergangenheit der USA! Auch dieses Ereignis, wie auch viele andere wichtige Momente der Geschichte werden im "FORREST GUMP-Stil" zitiert. Hier wird Zeitgeschichte durch die Augen eines Butlers gezeigt, dargestellt von Forrest Whitaker. Die Geschichte ist höchst interessant, aber der Film ist mir immer wieder zu oberflächlich und drückt auf die Tränendrüse. Vielleicht könnte man Nachhilfe bei Alan Parker nehmen ...
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    26.10.2013
    23:14 Uhr
    • Bewertung

      Nachhilfe bei Alan Parker...

      ...finde ich eine ganz hervorragende Idee!
      "Der Butler" bleibt leider trotz seiner gewollt epischen Breite relativ flach und wenig fesselnd, was wohl auch daran liegt, dass es fast keine sympathischen Figuren gibt. Emotional war ich eigentlich nie wirklich berührt, wenn mich das Thema des Films auch durchaus interessiert hat- Schön zu sehen waren die vielen Stars, das machte Spaß. Aber ansonsten ein Film, den ich wohl bald wieder vergessen werde. Schade drum.
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      30.12.2013
      12:40 Uhr