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    Marta & Don Mario

    Dieser Film wird die katholischen Fundamentalisten nicht besonders erfreuen. Die kleine Marta (13) (Yle Vianello) wird auf die Firmung vorbereitet. Regisseurin Alice Rohrbacher stellt mit zynischer Distanz glaubensmäßige Übertreibungen vor und kirchliche Autorität in Frage. Wie kann man sonst den Titel verstehen? Oder z.B. die übereifrige Gemeindehelferin, die vor Schlägen nicht zurückschreckt, ganz im Gegensatz zum Bischof, der leicht debil nur ans Essen denkt. Marta geht schon bald auf Distanz zum Popanz der Kirche. Vor allen Dingen zu Don Mario (Salvatore Cantalupo). Das kleine Mädchen erkennt dessen Unwesen und Karrieregeilheit. Sie entwickelt eine wortlose Ablehnung und kann nur stumm reagieren. Als beide ein Kruzifix holen, das durch Marios Schusseligkeit vom Autodach ins Meer rutscht, gerät der Film fast zur Klamotte. (Wenn es nicht so ernst wäre!). Hinzu kommt Martas Erwachsenwerden als Frau.
    Viele sehr dunkle Einstellungen ohne Worte winken mit dem Zaunpfahl der Symbolik. So auch der Soundtrack der Vertonung von Goethes Heideröschens ‘Sah ein Knab‘ ein Röslein steh’n…‘ Stattdessen befreit sich Marta einfach, indem sie die Abstimmung der Füße macht und damit der Gemeinde dokumentiert, was sie von dem ganzen Zinnober hält. Zuvor hatte sie sich bereits aus Protest die Haare abgeschnitten. Festivalfilm!
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    13.03.2015
    16:28 Uhr