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70% Bewertung
  • Bewertung

    ein Amerikaner in Europa

    Meine Begeisterung für Evan Rachel Wood entführt mich manchmal in Genres, die nicht wirklich so meines sind. Grundsätzlich halte ich mich von Drogenbossen fern.

    Charlie Countryman schafft es aber leider nicht mich zu überzeugen. Die Liebesgeschichte ist ziemlich plump. Liebe auf den ersten Blick, schön und gut, aber es wird verzichtet in tiefere Gefühlswelten einzutauchen.
    Die Story ist recht eindimensional, auch wenn in der letzten viertel Stunde doch endlich Gas gegeben wird und tatsachlich Spannung aufkommt.
    Die zwei britischen Touristen sind irgendwie Fehl am Platz.
    Evan Rachel Wood ist zwar toll wie immer, aber ihr falscher rumänischer Akzent nervt mit der Zeit.

    Aber zumindest der Soundtrack ist toll!
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    03.01.2014
    21:17 Uhr
  • Bewertung

    Ein atemberaubender Rausch der Bilder und der Gefühle.

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2013
    Es sind nicht nur die Drogen, die Charly Countryman (kribbelig wie immer, aber sehr überzeugend: Shia LaBoeuf) auf seinem kurzfristig und spontan angetretenen Städtetrip nach Bukarest konsumiert, die seine und die Sinne des Publikums durcheinanderwirbeln, sondern auch die sensationelle Komposition der Bilder mit einer richtig fetten Musik, mit denen das Regiedebüt von Fredrik Bond daher kommt, die das Publikum in einen Rauschzustand versetzen und bis zum Ende nicht mehr freilassen. Dann jedoch wird man aus der Dunkelheit des Kinosaales und nach dem Rausch des bildgewaltigen Drogenmafia-Märchens, das der Film eigentlich ist, wieder in sein normales Lebens zurück geschickt, diesmal jedoch beglückt, beschenkt und ein wenig sprachlos. Denn Charly’s Liebe Gabi (verführerisch, unglaublich sexy: Evan Rachel Wood) verströmt in diesem Film eine geheimnisvolle und nahezu süchtig machende Aura voller Schönheit, Liebe, Zerbrechlichkeit und Stärke zur gleichen Zeit. Die Chemie zwischen ihr und Shia LaBoeuf passt einfach wunderbar, wie ich bei der Pressekonferenz erfuhr, war das auch mit ein Grund dafür, warum Regisseur Fredrik Bond sich dafür entschied, keine osteuropäische Schauspielerin, sondern die US-Actress für die Rolle auszuwählen.

    Es gibt hier auf der Berlinale einen Spezialpreis der Jury für Filme, die das Kino auf der visuellen Ebene weiterbringen – dieser Film ist ein heißer Anwärter für diesen Preis, denn er vereint auf einmalige Art und Weise fantastisch-utopische Elemente mit temporeichen Adrenalinsequenzen während und nach denen man sich nachher fühlt, als ob man die Drogen doch auch genommen hätte, die Charly Countryman in Bukarest konsumiert hatte. In kleinen aber sehr feinen Nebenrollen sehen wir Rupert Grint (bekannt als Ron Weasley aus Harry Potter) und Til Schweiger (als böser Handlanger Darko). Rupert Grint hat es mit diesem Film eindeutig geschafft, sich aus Hogwarts zu verabschieden und liefert nach „Driving Lessions“ eine weitere sehr ernst zu nehmende Performance ab.
    markus_lhnert2020_d56a9fa338.jpg
    09.02.2013
    23:53 Uhr