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    Ein Filmregisseur wird von seinem „inneren Team“ verfolgt.

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2013
    Während der Pressevorführung verließen zwar einige KollegInnen den Saal, nach der Vorstellung gab es dann doch verhaltenen Beifall, aber auch Buhrufe. Diese gespaltene Rezeption des Filmes hat zum einen mit der mehrfach verschachtelten und geheimniskrämerischen Mehrdeutigkeit des Drehbuchs zu tun und zum anderen mit den schier endlosen Szenen, in denen so gut wie nichts passiert. Die Idee des Regisseurs, sich selbst und seinen Drehbuchautor in den Film einzubauen und dabei zu zeigen, wie die beiden jeweils unterschiedlich mit den Schwierigkeiten umgehen, die ihnen in ihrer Arbeit begegnen, fand ich ja noch ganz gut. Und sobald klar ist, welche Figuren Fiktion sind und welche Realität und in welcher Beziehung diese zur Hauptfigur stehen, lichtet sich der konzeptionelle Nebel der Handlung wenigstens ein bisschen. Trotzdem bleibt am Ende es Filmes die Frage übrig, wozu das Ganze denn jetzt eigentlich geschehen ist bzw. warum es diesen Film eigentlich gibt. Alles schwebt undefinierbar im Raum und es bleibt der Fantasie des Publikums überlassen sich auszudenken, was damit gemeint gewesen sein könnte. Die allegorischen Anspielungen auf die zwiespältigen Gedanken der Figuren, ihre emotionale Ambivalenz und ihre Hilflosigkeit den Einflüssen von außen gegenüber lassen sich einigermaßen gut herausfiltern. Dazu muss man den Film aber über die ganze Laufzeit ertragen, was nicht gerade leicht fällt. Mehr als einmal wünschte ich mir eine Fernbedienung mit dem schnellen Vorlaufknopf, die aber leider nicht verfügbar war. Besonders liebenswert ist der Hund des Schriftstellers, Boy, der über einige Zeit im Film die Sympathien des Publikums an sich zieht und angesichts der Ausdruckslosigkeit der übrigen Darsteller eigentlich einen Darstellerpreis verdient hätte.
    uncut_af2a8b1f85.jpg
    12.02.2013
    23:51 Uhr