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55% Bewertung
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    Das Leben geht weiter...

    Der deutsche Titel schießt ein Loch in die Luft der Ahnungslosigkeiten, der des Originals besagt nur, dass sie ‘mal weg ist‘, angeblich Zigaretten holen. Bisher wohl eher eine männliche Verhaltensdomäne. Fakt ist, dass sich die Regisseurin und Drehbuchautorin Bercot nicht so recht entschließen konnte, was das für ein Film werden sollte. Zunächst einmal ist es ein Roadmovie. Ein Kapitel ist dann eine Oma-Enkel Story mit einem Treffen der ehemaligen Schönheitsköniginnen (hier u.a. Mylène Demongeot) und schließlich eine familiäre Zusammenkunft zwecks eines politischen Ereignisses. Hier klärt sich auf wundersame Weise auch das gestörte Verhältnis zu ihrer Tochter. Alle drei Teile haben eigentlich fast nichts miteinander zu tun. Sie werden nur durch die Deneuve zusammengehalten. 90% der Zeit sieht man ihr Gesicht in Großaufnahme. Ist ja auch nicht schlecht. (Am Steuer bei langen Autofahrten und Großaufnahmen von ihrer Löwenmähne!)Der Soundtrack dazu ist allerdings so angenehm wie Zahnschmerzen. Und die Message? Eine Vertreterin der ‘Best-Ager‘ will’s nochmal wissen. Dabei ist allerdings fast nichts vom französischen Witz und Charme zu sehen. Das Kapitel mit Enkel Charly (Nemo Schiffmann) hätte mehr Esprit verdient und wäre ein ganzer Film für sich. Doch die Regie setzt allein auf die Deneuve. Das ist aber für einen ganzen Film etwas wenig. Und das drangehängte Happy End? Ein Schmarrn. Na dann empfehle ich mich auch mal lieber, den Film nicht!
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    16.02.2014
    11:19 Uhr
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    Katharina, die Große brennt durch

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2013
    Unter den französischen Filmschauspielerinnen gibt es einen kleinen Kreis jener, die sich ohne jede Übertreibung als „Grande Dame“ bezeichnen dürfen bzw. von ihren Fans als solche bezeichnet werden. Cathérine Deneuve ist zweifellos eine von ihnen und sie ist sicherlich nicht nur deshalb regelmäßig hier auf der Berlinale zu Gast. Weit davon entfernt, an die Vielseitigkeit und Genialität einer Meryl Streep heran zu reichen, die im vergangenen Jahr das Festival mit ihrer Anwesenheit veredelte, ist sie dennoch eine der reifsten und besten Schauspielerinnen Frankreichs. Für gewöhnlich zeigen die französischen Filmemache im Wettbewerb der Berlinale gerne Dramen, in denen der Weltschmerz und das Unglück der Liebe ausgiebig Raum bekommen. Jene Komödien, die sich immer wieder auch darunter finden, wie zum Beispiel „Ricky“ von Francois Ozon, mit dem sie in dem Filmmusical „8 Femmes“ zusammengearbeitet hatte, grenzen ans Skurile oder tragen die unsichtbare Präambel des Albernen vor sich her, die sie für jeden Preis gleich von vorne herein ausschließt. In diesem Fall trifft das aber nicht zu, denn „Elle s’en va“ ist ein überraschend angenehm anzusehender und bei allem Ernst der Enttäuschung über das Verlassenwerden, der der Hauptfigur Bettie während des ganzen Filmes anhaftet, sogar ein wirklich unterhaltsamer Film, wenn auch wohldosiert und nur zwischendurch. Wer Cathérine Deneuve kennt, der weiß, dass sie auch privat eine Kettenraucherin ist und umso weniger verwundert es, dass sich große Teile der Handlung des Filmes eigentlich nur darum drehen, dass Bettie mal wieder auf der Suche nach Zigaretten ist oder gerade keine hat. Es steckt also viel von Cathérine in Bettie, es sei ihr aber zu wünschen, dass das Schicksal der Figur, die sie im Film spielt, nicht dazu gehört. Für die Zuschauer ist der Film eine angenehme Abwechslung inmitten vieler sonst eher anstrengender französischer Filme zu anderen Beziehungsthemen, den man sich auch anschauen kann, wenn man kein erklärter Fan ist.
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    15.02.2013
    23:53 Uhr