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    Das „gelobte Land“ war noch nie einfach zu finden ...

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2013
    Schon in der Bibel musste das Volk Israel feststellen, dass es nicht so leicht und vor allem nicht so schnell in jenes Land kommen würde, das ihm verheißen worden war. So auch in dem neusten Film von Matt Damon und John Krasinski, für den sie nicht nur das Drehbuch gemeinsam geschrieben haben, sondern auch in den Hauptrollen mitwirken. Regie führte Guy Van Sant, mit dem Matt Damon bereits bei „Good Will Hunting“ erfolgreich zusammengearbeitet hatte. Fast würde man also meinen, das Team hätte sich noch einmal zusammengefunden, um an den Erfolg des Filmes anzuschließen und dabei auch gleich eine ökologisch wichtige Botschaft unters Volk zu bringen. In einer Nebenrolle sehen wir Rosemary DeWitt, mit der John Krasinskis Frau Emily Blunt vor kurzem in „My Sisters Sister“ gemeinsam vor der Kamera gestanden hatte. Eigentlich standen die Chancen also gut, dass auch diesmal ein Film herauskommen würde, mit dem alle zufrieden sein würden. Wie sich beim Release in den USA herausgestellt hat, waren jedoch nur die Macher des Filmes wirklich zufrieden, an der Kinokasse blieb der erhoffte Erfolg leider aus. Ob sich daran etwas geändert hätte, wenn Matt Damon selber die Regie übernommen hätte, wie es ursprünglich geplant gewesen war? Wie auch immer: das Resultat ist ein inhaltlich durchaus lobenswerter und auch durchwegs routiniert gespielter Film über große amerikanische Werte wie Zusammenhalt, Unabhängigkeit und Freiheit sowie die Möglichkeit, aus eigener Kraft viel zu erreichen. Das eigentlich ernste Thema wird aber durch die liebenswerte Umsetzung und die sehr charmanten Charaktere dermaßen weichgespült, dass es zwar angenehm und nett anzusehen ist, aber dem Kampf gegen die Ausbeutung fossiler Rohstoffe unter strittigen Umständen dadurch leider nicht weiterhilft. Die große Überraschung gegen Ende (wird hier natürlich nicht verraten) gibt dem Film schließlich einen doch überdurchschnittlichen Gesamteindruck, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nur um einen gut gemeinten und brav gemachten Film handelt, der sich mit niemandem wirklich anlegen kann oder möchte. Man kann sich also durchaus zurücklehnen und sich berieseln lassen, das eine oder andere Mal lächeln oder seufzen, aber beim Verlassen des Kinosaales wird das Gefühl zurück bleiben, dass der Film nicht tief genug gegangen ist.
    harry.potter_aadba0451b.jpg
    08.02.2013
    23:52 Uhr