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80% Bewertung
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    I shat myself

    1826/27, Edinburgh: Die medizinischen Institute in Schottland sind bekannt für ihre herausragende Forschung, untersucht werden Leichname kürzlich Verstorbener. Aber an diese kommt man nicht leicht, weniger gern gesehene "ältere" Kadaver sind keine wirkliche Alternative.
    William Burke und William Hare hat es von Irland nach Schottland verschlagen, Jobaussichten stehen auch eher schlecht. Nachdem sie einen verstorbenen Untermieter von Hares Frau Lucky entsorgen sollen, erfahren sie, dass sie zumindest 3 Pfund dafür bekommen. Und nachdem Freiwillige Testobjekte schwer zu finden sind, wir halt einfach ein bisschen nachgeholfen.

    Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, den West-Port Morden, um 1828 wurde William Burke schuldig gesprochen, nachdem er und William Hare zumindest 16 Tote an Dr. Richard Knox abgegeben hatten, die nicht auf natürliche Weise ums Leben gebracht wurden.

    Mit Simon Pegg, Andy Serkis, Tom Wilkinson, Michael Schofield und Isla Fisher ist Burke & Hare mit großen Namen des britischen Kinos besetzt, im Originalton macht der Film durch die schottischen/irischen Akzente gleich noch einmal so viel Spaß.

    Großartige Unterhaltung, bei der man sich auch etwas weiterbilden kann.
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    13.11.2015
    13:59 Uhr
  • Bewertung

    Angebot und Nachfrage

    Wie erzählt man am Besten die Geschichte über zwei schottische Serienmörder im viktorianischen Edinburgh? Mit einer rabenschwarzen britischen Komödie. Andy Serkis und Simon Pegg bringen auf sehr unterhaltsame Art un weiße den einen oder anderen Mitmenschen um, um die Köper anschließend an die hiesige Pathologie zu verkaufen.
    Der Film ist durchgehend rasant und bleibt selten einmal stehen. Die Witze sind schwarz und britisch, und machen wohl gerade deswegen so viel Spaß. Zugegeben, die eine oder andere Pointe bei Monty Python gestohlen, sie kommen aber eher als Neuinterpretation herüber, anstelle einer simplen Kopie. Der Film ist im englischen original Ton um ein vielfaches besser, da keiner der Schauspieler "schönes" Englisch spricht, sondern durchwegs schottisch. Untermalt mit schottischer Musik ist Burke & Hare eine gute Unterhaltung für einen Abend.
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    12.11.2015
    23:26 Uhr
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    Willy & Willy

    Wieder einmal hat sich John Landis ‘Kopfüber in die Nacht‘ gestürzt. Diesmal in die von Edinburgh Anfang des 19. Jahrhunderts. Und wieder hat er völlig respektlos eine Fülle von amüsanten und durchaus unterhaltsamen Fakten zusammengetragen, die kunterbunt durcheinander gewirbelt werden. Die beiden Titelhelden (Simon Pegg und Andy Serkis) mutieren von Grabräubern zu Beerdigungsfachleuten, Burke wird zum Mentor einer weiblichen Schauspieltruppe unter Ginny Hawkins (Isla Fisher), Dr. Knox (Tom Wilkinson) bringt der medizinischen Fakultät der Stadt großes Ansehen und entwickelt so ganz nebenbei die Heliographie, die er später Fotographie nennt.
    Die Gags sind nicht immer gelungen. Manche erinnern an die blutigen Szenen der Monty Pythons. Zu oft irrlichtern die beiden Galgenvögel zu albern durch die Gegend. Wenn Burke eine Alte erstickt prägt er den Ausdruck ‘burken‘ dafür. Bekannte Namen wie die der Romantiker Wordsworth und Coleridge werden als Eintrittskarte verwertet und auch Darwin schwirrt schon mal durch den Raum. Christopher Lee hat ein Cameo. Die Schutzgeldzahlungen der Unterwelt sind etwas sonderbar ebenso wie die öffentliche Hinrichtung von Burke, der bei Dr. Knox auf dem Seziertisch landet. So schließt sich der Kreis wieder.
    Tempo und Turbulenz der Handlung vernebeln der Blick für die kritische Distanz. Selbst der GV wird zum Komik-Event. So treibt John Landis die Zuschauer vor sich her. Bei aller Unzulänglichkeit sind Burke und Hare allemal liebenswert. Die düstere Atmosphäre ist durchgängig, die Schock und Ekeleffekte haben eine erheiternde Wirkung. Und der Abschlusssong ‘500 Miles‘ von den Proclaimers lässt einen wegen des stampfend eingängigen Rhythmuses den Abspann bis zum letzten Ton genießen.
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    19.01.2015
    09:54 Uhr
  • Bewertung

    Burke & Hare

    Exklusiv für Uncut vom Crossing Europe Film Festival
    Der von Kultregisseur John Landis in Szene gesetzte Film prahlt mit Skurrilität, intelligentem Witz und einem genialen Drehbuch. Man bekommt ein unglaublich unterhaltsames Gesamtpaket vor die Füße geworfen. Burke und Hare, die beiden Protagonisten (irre komisch dargestellt von Simon Pegg und Andy Serkis) gehen einem sehr speziellen Beruf nach - sie liefern Leichen an einen Professor zugunsten der Wissenschaft. Das im 19. Jahrhundert frische und gut erhaltene Leichen eine Rarität wie Trüffel in der heutigen Zeit sind ist Kreativität gefragt: sie müssen ihr Geschäft selbst ankurbeln und zur Mordwaffe greifen. Dass zur selben Zeit Burkes Angebetete Shakespeares Macbeth aufführt verleiht der ganzen Geschichte zusätzlich das gewisse Etwas, können schließlich einige Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Mittelschichtbürgern und dem wahnsinnigen Mörder Macbeth erkannt werden.

    Ein Werk, an dem es so gut wie nichts auszusetzen gibt, bis auf Leichen, die Stunden nach ihrem Tod noch atmen, aber darüber kann man bei dieser Fülle an Skurrilität gern darüber hinweg sehen.
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    14.04.2011
    09:27 Uhr