Wenn man diesen Film sieht muss man zwangsläufig auch an 2001: Odyssee im Weltraum denken. Nicht weil die Geschichten relativ ähnlich zueinander sind, sondern weil einige Anspielungen auf den Kubrik-Film vorkommen: eine zentral steuernde KI die hier GERTY heißt, Videocalls zur Erde in welcher Frau mit Tochter zu sehen ist, aber auch die „Klone“ erinnern etwas an den dritten Teil (Jupiter and Beyond the Infinite) von 2001.
GERTY ist jedoch so entwickelt worden, dass sie (die KI, wenn auch mit Männerstimme) auch auf das Wohl der dortigen Arbeiter Rücksicht nimmt und nicht wie HAL 9000 dem Erfolg der Mission alles unterordnet und notfalls Menschenleben opfert. Zudem täuscht und lügt nicht GERTY, sagt aber auch nicht die schonungslose Wahrheit. Auf bestimmte Fragen weicht sie einfach aus (etwa „Hast du Hunger?“). Wenn man so will eine ethisch weitaus komplexere KI als HAL 9000, welche keine starren Richtlinien umsetzen möchte, sondern zwischen unterschiedlichen Interessen und situativen Gegebenheiten abwägen und ihre Entscheidungen anpassen kann.
Wer genau hinsieht, merkt auch, dass Sam Rockwell (Sam Bell) hier keine zweite Rolle (also Sam Bell Klon) übernimmt, sondern es trotz Ähnlichkeit schon leichte Differenzen gibt. Mir fiel gleich auf dass der eine etwas jünger wirkt und eine etwas kürzere Nase hat. So hat man die einfachste Variante gewählt und einen Schauspieler ausgesucht der Sam Rockwell, naja…etwas ähnlich sieht, nämlich Robin Chalk. Wie geschrieben „etwas“, ich hatte schon im Film meine Zweifel an den angeblichen Klonen gehabt.
Zentraler ist hier wohl eher das Thema der Desinformation. Die Klone sollen an etwas anderes glauben als tatsächlich vor sich geht. Um hier nicht gleich alles zu spoilern, werde ich mich mit weiteren Details zurückhalten. Mir fiel nur auf, dass dieses Thema zentral im Mittelpunkt steht und der Spannungsbogen nicht auf eine besondere Pointe am Ende ausgelegt ist. Das Ende ist sehr knapp gehalten, erinnert eher an einen kurzen Cliffhanger und es macht auf mich den Eindruck, als wurden die wenigen Sätze kurz vor dem Abspann auch nur angefügt damit das Kind einen Namen hat.