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8 Bewertungen
89.4% Bewertung
  • Bewertung

    Die Igelin

    Auf den ersten Blick ist es eine leise Sozialstudie über eine Annäherung von René, einer Concierge (großartig Josiane Balasko) und der elfjährigen Paloma (ebenso gut Garance Le Guillermic). Die Concierge ist wie sie von sich selber sagt ‘alt, hässlich und ruppig‘. Auch wenn sie es weit von sich weisen würde, ist sie etwas besonders. In einem kleinen Hinterzimmer hat sie eine Bibliothek und liest viel.
    Auch das Verhältnis von Madame Michel zu Herrn Ozu (Togo Igawa), einem älteren japanischen Hausbewohner wird mit viel Einfühlungsvermögen beschrieben. Hier schwingt eine anrührende menschliche Saite mit, die das erschreckende Ende dann noch viel schlimmer macht. Zu Beginn beschließt Paloma, sich an ihrem nächsten Geburtstag das Leben zu nehmen. Aber der Sensenmann hat andere Pläne…
    Durch Animation von beweglichen, gezeichneten Bildern der kleinen Paloma und der Reise ihres Goldfisches durch die Kanalisation wird der märchenhafte Charakter des Films unterstrichen, sodass andererseits der Schluss wieder erträglich wird.
    Eine gelungene Romanverfilmung mit eindrucksvollen Schauspielern und einer Handlung, die auf der einen Seite in der Realität steht, wo es Derbes aber auch Anrührendes zu erleben gilt und auf der anderen Seite auf Dinge hinweist, die auf der Metaebene anzusiedeln sind und jenseits des Diesseitigen liegen...
    Und so sind wir aufmerksam dabei oder auch amüsiert, werden nachdenklich oder auch am Ende gar aufgeschreckt.
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    17.06.2013
    19:16 Uhr
  • Bewertung

    leise

    Ein leiser Film, eine Charakterstudie über Jugend, Orientierungslosigkeit, Trostlosigkeit, Oberflächlichkeit, „Standesdünkel“, Zuneigung, Freundschaft.
    Blumen, die im verborgenen Blühen und sich ihre eigenen Universen erschaffen, obschon wir das alle tun.
    Ein überraschendes Ende macht betroffen und lässt einen traurig zurück – sind wir nicht alles Goldfische?
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    27.11.2010
    22:56 Uhr
  • Bewertung

    Emotionen und Bilder

    Paloma will nicht wie ein "Goldfisch im Glas" leben, so wie es ihre reichen Eltern und Geschwister tun. Sie will sich umbringen. Die Concierge des Hauses, Madame Michel scheint zu Beginn wie eine gewöhnliche Pariser Concierge, umso mehr man sie jedoch kennenlernt, desto interessanter wird sie. Beide Charaktere sind jedoch ganz und gar nicht glücklich mit ihrem Leben und vegetieren vor sich hin. Als dann der Japaner Kakuro Ozu ins Haus einzieht, ändert sich dann so einiges im Leben der beiden verzweifelten Frauen...
    Ein Film mit viel Emotion und teilweise wenig Dialog, was aber keineswegs stört - ein Bild sagt schließlich mehr als 1000 Worte.
    Unerwartetes Ende inklusive.
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    17.08.2010
    10:36 Uhr
  • Bewertung

    Ein trauriger, aber sehr schöner Film

    Hinter der Fassade aus alltäglicher Monotonie des Lebens einer Hausmeisterin in einem Haus irgendwo in einem Pariser Nobelviertel wartet eine Geschichte voller Sehnsucht, Melancholie und Schönheit. Der Film erzählt die berührende Geschichte einer Liebe jenseits der Jugendzeit, die über Äußerlichkeiten hinweg sieht und der Hoffnung auf Glück und Liebe zum Durchbruch verhilft. Ein langsam erzählter und zwischendurch ein wenig eigenwilliger, aber wunderschön erzählter und gefühlvoll inszenierter französischer Film. *** SPOILER ***
    Das tragische Ende ist jedoch nur auf den ersten Blick ein solches, geschieht der plötzliche Tod doch genau zu jenem Zeitpunkt, an dem Renée Michel die Fähigkeit zu lieben und die Offenheit, das Geliebtwerden zuzulassen, wiedererlangt hat. Fast poetisch....
    *** *** *** ***
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    12.06.2010
    14:42 Uhr