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73.5% Bewertung
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    Wo viel Licht ist, ist starker Schatten

    Ich kann mich mit dem neuesten Star Trek Teil einfach nicht anfreunden.
    Das gesamte Set der Enterprise erinnert mich mehr an einen Lampeneinrichtungshaus, als an die Brücke oder die Korridore einer Föderationsschiffes. Besonders ärgerlich fand ich die permanenten Lichtspiegelungen, die sich immer über das gesamte Bild gezogen haben.
    Die Action ist fast zu viel, da eine Schlägerei eine Schießerei ablöst und diese von einem Weltraumkampf abgelöst wird. Wirklich viel Zeit für gutes Storytelling bleibt da kaum, wobei die gesamte Geschichte eher flach ist und kaum einem Star Trek Film würdig ist. Allein die Tatsache, wie viele Gebäude zerstört (und somit auch unschuldige Zivilisten getötet) werden, ist in meinen Augen keinem Star Trek Film würdig.
    Die Besetzung ist nicht schlecht, wobei der Film vor allem durch den gegenwärtigen Cumberbatch Hype punktet. Selbiger spielt ach gut, verliert aber viel an Tiefe durch die deutsche Synchronisation. Die Besetzung von Zachary Quinto ist für mich nicht logisch.
    Alles in allem unterhält der Film dankt der Actionszenen, einem echten Star Trek Fan tut aber ein wenig das Herz weh.
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    05.04.2015
    22:48 Uhr
    • Bewertung

      Anmerkungen zu deiner Kritik

      Also ich würde mich als "echten" Star Trek Fan bezeichnen (zumindest als Fan der ersten Stunde, soweit das halt in meinem Alter möglich ist), und ich find den 12. Teil eigentlich klasse. Klar hat er Schwächen, doch gibt es kaum einen Teil aus der Reihe, wo das nicht der Fall ist.
      Ich hab aber ein paar Fragen und Anmerkungen zu deiner Kritik:

      Warum findest du die Besetzung von Spock schlecht? Vor allem aus dem Grund, dass du auf Deutsch den Film gesehen hast (ich hab ihn sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch gesehen) würd ich davon abweichen. Synchro und Originalfassung sind von den Stimmen her oftlmals nicht dasselbe, und es kann in der Übersetzung viel verloren gehen. Gerade Quinto als Spock (oder auch Pegg als Scotty) stechen in ihrer Verkörperung der jeweiligen Figur hervor.

      Warum findest du es "unwürdig" wenn in einem Star Trek Film unbeteiligte Leute bzw Zivilisten sterben? Eigentlich ist das auch in vielen anderen Star Trek-Teilen der Fall gewesen: in ST 1 hat die Energiewolke jedes näherkommende Schiff zerstört. In ST 3 wurde ein Föderationsschiff samt Besatzung zerstört. ST 4 - siehe ST 1, sowie die Message von Ausrottung bedrohter Tierarten, was im Gegensatz zu den anderen Sachen dieser Auflistung wirklich passiert ist, In Star Trek 6 sind unschuldige Klingonen ums Leben gekommen. ST 7s Soren hat Millonen von menschen umgebracht (zugegebenermaßen wurd edas dann vereitlelt, aber nur durch den allmächtigen Mcguffin des Filmes, zumindest einige Leute auf der Enterprise sind tot geblieben (Angrff der Klingonen, Aufprall der Untertassensektion), und ich weise darauf hin, dass da auch Kinder mit an Bord waren.) ST 8: Die Borg greifen eine Siedlung in Montana an. ST 10: Romulaner sterben beim Putsch von Shinzon, und die Crew der Enterprise wird ebenfalls dezimiert. ST 11 hat Milliarden (ich gehe von einer ähnlich hohen Bevölkerungszahl wie die Erde) von unschuldigen Vulkaniern getötet, sowie einen beachtlichen Teil der Flotte der Föderation.
      Was ich damit sagen will: Natürlich soll man daran denken, wieviele Leute bei so einem Angriff gestorben sind, aber ich finde es nicht unwürdig, vor allem wenn in anderen Filmen ähnliches passiert ist.
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      06.04.2015
      22:35 Uhr
    • Bewertung

      Nachtrag zu meiner Kritik

      Ich kann mich einfach mit Quinto als Spock nicht anfreunden. Dies kann daran liegen, dass ich ihn bewusst oder unbewusst immer mit Nimoy vergleiche, der für mich, als ich klein war, immer der Erwachsene war, der für fast jeden Moment eine klugen und stoischen Spruch auf Lager hatte. Quinto ist dahingehend für mich zur "quirlig". Es kann durchaus sein, dass ich mich an dem ganzen Prinzip, der jungen Darsteller störe.
      Ich habe den Film zum Release auf englisch gesehen und nun nochmals auf Deutsch. Hierbei ist mir besonders der Unterschied zu Cumberbatch sehr betonten Sprache und der, zwar guten, aber nicht so "stimmigen" Stimme von Sasha Rotermund.

      Bezüglich der Todeszahlen in den vorangegangenen Filmen geb ich dir natürlich recht, dass auch hier viele Leute starben, wobei ich auch bei einem Film zwischen dem Besatzungsmitglied eines Raumschiffes, der immer ein gewisses Risiko hat und Einwohner von Planeten unterscheide. Unwürdig dürfte hier wirklich ein bisschen zu hart gewesen sein. Dennoch finde ich die Zerstörung der Acadamy und der restlichen Stadt für zu übertrieben. Es hätte auch genügt, dass ganze im All aus zutragen.
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      06.04.2015
      23:50 Uhr
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    Düsteres Sternenepos mit sterilisierten Helden

    Wenn ich an den ersten Star Trek-Film von Regisseur J.J.Abrams zurück denke, fällt mir Eric Bana ein, der den Bösewicht verkörperte. Seine vielschichtige, leicht melancholische und zugleich verbitterte Persönlichkeit fügte sich zur Geschichte des Werdens von Captain James T. Kirk wunderbar hinzu, die von Dramatik, Unsicherheit und Draufgängertum gekennzeichnet ist. Im zweiten Film des gleichen Regisseurs findet Abrams ebenfalls wieder den richtigen Ton und das richtige Tempo für die Geschichte, die erfreulicherweise immer noch einige Anspielungen für Fans enthält, die unterhalten und zugleich Lichtjahre von der Albernheit früherer Verfilmungen entfernt bleibt, die die USS Enterprise sich schon gefallen lassen musste. Der Bösewicht im zweiten Film wirkt aber im Vergleich zum ersten Film deutlich unnahbarer, zwischendurch sogar ein wenig steril und es dauert lange (fast den ganzen Film) bis Kirk & Spock so richtig Gefühle zeigen dürfen - gerade in solchen Szenen läuft J.J. Abrams stets zu seiner Höchstform auf und schafft die Grätsche zwischen Emotionalität und Beibehaltung des actionreichen Tempos. Im ersten Film gab es davon deutlich mehr. Das tut einem unterhaltsamen Kinoabend aber keinen Abbruch, für Fans wie für NeueinsteigerInnen gleichermaßen.
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    15.05.2013
    10:05 Uhr