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    Mehrfach verschachtelter Krampffilm auf 3,5 Zeitebenen

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2009
    Prinzipiell, ganz prinzipiell und noch bevor ein einziges Wort über den Film als solchen gesagt ist, halte ich die Idee, die ihm zugrunde liegt, nämlich den "Staub der Zeit", der über historisch belasteten Orten liegt, aufzuwirblen, um alles Leid, das auf ihm lastet anhand einiger konkreter Lebensschicksale wieder gegenwärtig zu machen, für sehr ambitioniert und spannend. Berlin, Sibirien, der Eiserne Vorhang... alles das sind Orte in der Geschichte Europas, die trotz der vermeintlichen Ruhe, die an ihnen heute herrscht, im leisen Säuseln des Windes und in den Erinnerungen all jener, die sie in einer anderen Zeit erlebt haben als unsere Generation, Orte, wo genau jene Erinnerungen wieder hoch kommen, die sie ihr ganzes Leben lang schon zu verdrängen versuchen. Regisseur Angelopoulos hat in seinem Film aber so viele Schicksale miteinander verwoben und klappert so viele Schauplätze gleichzeitig ab, dass einem schwindlig wird dabei. Die Zeitebenen, die Beziehungen der Charaktere zueinander und die Schauplätze wechseln so oft und so wirr, manchmal sogar mitten in einer Szene ohne jeden erkennbaren Zusammenhang, dass man schnell den Überblick verliert und (leider) umso mehr Zeit hat, sich über das träge und verkrampfte Spiel der Schauspieler zu ärgern und mehr als einmal die Versuchung verspürt, an einem anderen Ort sein zu wollen als vor der Leinwand, auf der dieser Film abläuft. Diesen Film als mühsam zu bezeichnen, ist nur ein verzweifelter Hilfsausdruck, noch nie waren 125 Minuten Film auf dreifache Weise so lange: lang-sam, lang-weilig, lang-atmig.
    harry.potter_aadba0451b.jpg
    12.02.2009
    23:59 Uhr