10 Einträge
20 Bewertungen
80% Bewertung
  • Bewertung

    Vorleser & Analphabetin

    Die Unterschiede bei diesem eigenartigen Liebespaar könnten größer nicht sein in Bezug auf Alter, Bildung und Herkunft. Aber was sie wirklich trennt, ist ihre Vergangenheit. Er hat noch keine und sie, diese Hanna Schmitz, war KZ Aufseherin. Damit bekommt diese äußerst sensibel erzählte Liebesgeschichte eine weitere Dimension: die Deutschen und die Nazis. Es stellt sich die Frage nach Schuld und Verantwortung, nach dem berühmt berüchtigten ‘Schlussstrich‘ und die beantwortet der Film auf seine Weise.
    Ein hervorragend besetztes Ensemble aus Deutschen und Briten überzeugt bis in kleinste Nebenrollen. Unglaublich vor allem Kate Winslet sowohl als gefühlvolle Verführerin, als auch als barsche Frau, in der immer noch die Aufseherin steckt und die der Welt der Literatur doch so hilflos und unbedarft gegenübersteht. Ebenso großartig der junge, unschuldige Vorleser David Kross. Bruno Ganz bringt als Professor den intellektuellen Überbau (Jaspers ‘Die Schuldfrage‘) ein.
    Erwähnenswert ist auch der Hinweis auf die hervorragende Schnittfolge. Dieser ‘Goldene Schnitt‘ ist handlungsdienlich, informativ und kontrastbildend. Das emotional menschliche Highlight ist das Treffen der beiden nach vielen Jahren im Gefängnis, das schmerzhafteste die Erkenntnis, dass Hanna, wie sie sagt, nichts dazugelernt hat, außer Lesen. Und doch handelt sie anders. Gelungen sind auch die zwei Teile des Epilogs, die die Handlung gekonnt kreisförmig abrunden bzw. den Gedankengang weiterspinnen.
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    31.07.2012
    13:25 Uhr
  • Bewertung

    Leidenschaft und Scham

    Die Geschichte der Hanna und des jugendlichen Michael lassen einen vom ersten Moment an kerzengerade am Sofa/Kinosessel sitzen. Der Zufall, der die beiden zueinander bringt ist eher banal, die Leidenschaft, die sich zumindest auf der Seite des Michael ins Unermessliche steigert spürt man am eigenen Leib.
    Wie sich die Geschichte dann dreht und wendet haut einen um. Die auf der einen Seite bestehende Ausweglosigkeit der Situation und der auf der anderen Seite von Hanna Besitz ergreifende Scham verlangt vom Zuseher einiges ab.
    Enttäuschend waren die letzten zehn Minuten des Films, die man auch hätte weglassen können, meiner Meinung nach.
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    05.05.2010
    14:13 Uhr
  • Bewertung

    Sehr guter Film

    Kate Winslet beweisst hier wirklich mal, dass sie nicht nur gut aussieht sondern auch schauspielern kann. Den Oscar hat sie hier wirklich verdient, zumindest weil genug andere Schauspieler oder Schauspielerinnen für weniger anspruchsvollere Rollen, den Oscar bekommen haben. Zudem zeigt sich Kate in einigen Szenen auch mal total ungeschminkt mit ungekämmten Haaren, wofür sich sicherlich viele andere Schauspielerinnen viel zu schade wären.
    Auch David Kross hat gut gespielt, aber mit Kate Winslets Darstellung konnte er nicht ganz mithalten.
    Nebenbei kann man im Film noch jede menge andere deutsche Stars wie Alexandra Maria Lara und Bruno Ganz in kurzen Auftritten bewundern. Wozu jedoch nicht Karoline Herfourth zählt, die fand ich nämlich wieder mal volkommen schlecht.
    Aber ansonsten fand ich den Film schon ganz gut gemacht, nur der Anfang war vielleicht etwas zu lang gezogen.
    05.10.2009
    19:14 Uhr
  • Bewertung

    mhm...

    also im zuge des letzten schuljahres habe ich mich mit dem buch und mit dem film auseinandergesetzt und ich hätte dem film nicht folgen können hätte ich es nicht schon gekannt

    ich meine der film an sich gesehen ist okay, aber das buch ist verworrener-man erfährt von michaels gefühlen viel mehr.
    dennoch sympathisiert man sowohl im buch als auch im film mit hanna
    ach ja und das ende fand ich immer doof bei beiden
    ich sag nur eines:dieses jahr hatte ich viele aufsätze über die schuldfrage zu verfassen...
    20.08.2009
    10:12 Uhr
  • Bewertung

    Zerrissen

    Inhalt und Ablauf des Films waren mir gut bekannt, als ich ihn im Kino sah, und doch war ich nach dem Film zerrissen zwischen der Sympathie für die von Kate Winslet großartig dargestellte Hanna, und dem Grauen vor den erzählerischen und historischen Fakten... Keine leichte Kost, Bilder und Figuren brennen sich in die Erinnerung ein und lassen nicht so einfach los... Es ist schön, dass kreative Geister immer wieder filmische Plattformen finden, uns Betrachter Bilder und Geschichten zu präsentieren, die uns mit der relevanten Geschichte/ Zeitgeschichte konfrontieren, ohne aufgesetzt und belehrend zu wirken und trotzdem gerade deswegen eine lehrende Funktion aufweisen...
    22.04.2009
    23:51 Uhr
  • Bewertung

    Kate Winslet

    ist ungewohnt burschikos, resch. Der ganze Film ist allgemein gut gelungen, besonders fasziniert hat mich aber die Rolle des 15-Jährigen; wenn man sich versucht in seine Rolle hineinzuversetzen kommt man drauf, dass er damals in sicher keiner leichten Situation war.
    Dennoch hätt ich mir dafür, dass Winslet einen Oscar für ihre Rolle bekommen hat, mehr erwartet.
    15.03.2009
    22:12 Uhr
  • Bewertung

    weder fisch noch fleisch

    Man muss es sagen, der Film weiß nicht so recht was er sein will. Einerseits heißt es, man setze sich mit der Nachkriegsgeneration und deren Schuldfrage auseinander, andererseits gleitet er im zweiten Teil der Handlung stark in das typische Holocuast Drama ab. Viele verletzte Gesichter, Tränen, moralische Reden und die typischen "Wie konnte es soweit kommen" Fragen. Das ist zwar alles wichtig und interessant, aber nicht die Hauptfrage mit der sich der Film auseinander setzen sollte. Das zeigt sich auch unter anderem in essentiellen Stellen aus dem Buch, welche nicht den Film hineingewoben wurden (etwa als Michael mit einem Autofahrer über die Tätergelichgültigkeit diskutiert, und aus dem Auto geworfen wird, als er fragt, ob sein Fahrer denn auch involviert gewesen sei).
    Auch im ersteren Teil der Handlung kann Daldry sich nicht so recht entscheiden, was er nun auf die Leinwand bringen will. Fast schon pornographisch wird Sexeinstellung an Sexeinstellung gereiht, Dialog und Charakterentwicklung gehen fast ein bisschen auf diesem Nackte-Körper Präsentierteller unter. Auch hier fehlen interessante Entwicklungen. Im Buch distanziert sich Michael genauso, und ignoriert Hanna, als diese zu ihm und seinen Freunden ins Bad kommt.
    Die schauspielerischen Leistungen sind dagegen sehr gut. Winslet wurde sowieso von jedem Magazin überschwänglich gelobt, aber auch Ralph Fiennes als der unglückliche, innerlich zerfressene Michael vollbringt eine großartige Leistung.
    Alles in allem okay.
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    03.03.2009
    01:12 Uhr
  • Bewertung

    „Kiss me, Kate!“ auf Deutsch in englischer Sprache

    Exklusiv für Uncut von der Berlinale 2009
    Für alle, die es noch nicht bemerkt haben sollten: Kate Winslet ist nicht mit der Titanic untergegangen, sondern dreht derzeit einen bemerkenswerten Film nach dem anderen. War sie zuletzt in „Zeiten des Aufruhrs“ an der Seite ihres Eisberg-Filmpartners Leonardo DiCaprio zu sehen, dürfen wir sie hier als ehemalige KZ-Aufseherin Hannah Schmitz bewundern, die sich in einen jungen Mann verliebt, der vielleicht halb so alt ist wie sie. Die leidenschaftliche Affäre der beiden ist für den jungen Michael (großartig: David Kross) ein für sein ganzes Leben prägendes Erlebnis. Hannahs Unnahbarkeit, ihre strenge Distanziertheit und ihre grausame Vergangenheit als Aufseherin in einem KZ während der NS Zeit mischen sich für ihn mit seinen Erinnerungen an all die Wärme, Nähe, Zärtlichkeit, die sie ihm während dieses einen Sommers Ende der 1950er Jahre schenkte. Selbst Analphabetin, ließ sie sich von ihm bei jedem ihrer erotischen Rendezvous aus Büchern vorlesen, aus Klassikern der Weltliteratur genauso wie aus philosophischen und lyrischen Bestsellern. Michael versteht erst während des Prozesses, in dem sie neben sechs weiteren Frauen die Hauptangeklagte ist, dass sie all die Zeit nicht lesen und schreiben konnte und eher bereit ist, eine Schuld auf sich zu nehmen, für die sie in Wahrheit gar nicht alleine verantwortlich war, als die Schande ertragen zu müssen, nicht lesen und schreiben zu können. Regisseur Stephen Daldry (The Hours) hat den Roman von Bernhard Schlink gekonnt inszeniert und führt sein Ensemble mit viel Gefühl durch alle emotionalen und dramatischen Höhen und Tiefen vorbei an jeder voyeuristischen, schwülen Erotik, in die der Film besonders in der ersten Hälfte schnell abzugleiten droht. Der junge David Kross (Krabat, Knallhart) macht neben der mehrfach Oscarnominierten Winslet in seinem ersten großen internationalen Film ebenfalls eine tadellose Figur, ohne dabei zu einem naiven Jüngling reduziert zu werden, an dessen jugendlichem Körper sich eine reife Frau erfreut, um ihn dann fallen zu lassen, als er beginnt, partnerschaftliche Ansprüche zu stellen. "The Reader" ist ein Film, der trotz seiner vordergründigen Liebesgeschichte bzw. des Dramas der beiden Hauptfiguren auch viele Fragen zur NS Zeit stellt und viele andere Fragen nach wie vor offen lässt. Er ist ein Film, der zu einer Diskussion auffordert über Motive, die Rechtfertigung des Geschehenen und der Folgen für alle Beteiligten bis zum heutigen Tage.
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    06.02.2009
    23:57 Uhr
  • Kate Winslet

    Ich bin auch schon sehr, sehr gespannt..
    Kate Winslet räumt was die Nominierungen sämtlicher Filme betrifft in letzter Zeit ja ganz schön ab.. Mal schauen, ob es für einen Oscar reicht.
    Ich hoffe nur, dass sie dann wenigstens eine bessere Rede parat hat, wie bei den Golden Globes. :)
    01.02.2009
    13:38 Uhr
  • Bewertung

    Kate Winslet...

    ...in der Verfilmung des Romanes von Bernhard Schlink. Das Buch war super, hoffen wir nur mal, dass sie bei der Verfilmung nicht ganz daneben gegriffen haben!
    23.01.2009
    10:50 Uhr