Zwar war Karl Bockerer kein Jude doch beide eint der liebenswürdige einfache Mann, welcher zwar nicht gebildet und intellektuell bewandert ist, sowie mit schlichter Naivität gesegnet nicht die persönlichen Gefahren des Nationalsozialismus erkennt, doch darüber hinaus das Herz am rechten Fleck hat. Der Italiener Guido (Roberto Benigni) ist jedoch im Gegensatz zum Bockerer ein meist sehr gut gelaunter Alltagsclown.
Die Zoten und Späße von Guido ziehen sich dann auch durch die schrecklichsten Erfahrungen, teils auch um seinen Sohn bei der mittlerweile stattgefundenen Deportierung in ein KZ-Lager nicht mit der brutalen Realität zu konfrontieren. So erzählt er ihm das Ganze sei ein Spiel und wer gewinnt erhält einen echten Panzer (mit Bezugnahme auf ein Spielzeug des Sohnes). Bewusst wird hier mit den zwei Gegensätzen gespielt: Auf der einen Seite die Grausamkeiten des KZ-Lagers, auf der anderen Seite die Überlebensstrategie Humor und Zweckoptimismus. Dabei wurde Guido gekonnt als Sympathieträger inszeniert: jemand der im Grunde genommen ein herzensguter, einfältiger Mensch ist der sich die Naivität eines Kindes bewahrt hat.
Das ist auch ein kluger Schachzug, weil er die Tragik von Guidos Tod im KZ-Lager umso stärker wirken lässt. Auch durch den 1.Teil des Films, da heile Welt und Tragik so dicht beieinander liegen (und etwas wirkt immer stärker wenn es dicht neben dem Kontrast steht) Schließlich kommt es nach dessen Tod zur Beifreiung durch die Alliierten und das ebenso äußerst clever konstruierte Ende, indem der Sohn von Guido einen Panzer der US-Amerikaner sieht und im Glauben ist, er hätte das Spiel gewonnen.
Zugegebnermaßen ist es schwer sich dieser rührseligen, pathetischen Geschichte zu entziehen, bekommt man dazu noch eine melancholisch schon bis zur Kitschgrenze ausgreizte Titelmusik (Nicola Piovani) drübergestülpt. Bei mir liegt es wohl an der momentanen Stimmung ob ich mich dieser wehrlos hingeben kann oder doch auch ein klein wenig kritische Gedanken aufkommen.
Manches erscheint dann nämlich doch zu stark konstruiert (ein echter Panzer als versprochenes Kindergeschenk?, die beiden zu starken Kontraste von sorgloser Welt zum Holocaust,…) und dass Guido im KZ-Lager „heimlich“ über die dort installierten Lautsprecher die Familie grüßen konnte und das scheinbar kein KZ-Aufseher hörte (alle schwerhörig?) ist dann auch ein Plot-Hole. Mir fällt auch auf, dass kaum einer den Titel thematisiert, obwohl er ja eigentlich zum Widerspruch einlädt. Quasi der zweite Teil des Films als These und der Titel als Antithese. Angeblich soll er sich auf ein Zitat von Lev Trotskiy beziehen, welcher im mexikanischen Exil wusste dass er von Stalins Autragskillern umgebracht werden sollte und als er seine Frau im Garten sah die Worte „trotz allem ist das Leben schön“ niederschrieb. Aber wie es so generell mit „Schönheiten“ ist, liegt das dann letztendlich im Auge des Betrachters.
Alles in allem ein Film, bei dem man bei einer genaueren Analyse merkt, dass die Drehbuchautoren (Vincenzo Cerami, Roberto Benigni) wissen wo man genau draufdrücken muss um Emotionen (bei einem Großteil des Publikums) zu steuern.