Forum zu Meeting Götz

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    Entlarvende Bühne

    Darf man diesen Film machen bzw. darf man mit einem Ideologen der Neuen Rechten reden, und ihm damit eine Bühne bieten? Gregor Centner findet man darf und ich finde sein Film gibt ihm recht (Addendum: nicht alle im Diagonale Publikumsgespräch waren dieser Meinung). Der Film beginnt ruhig und harmlos, mit den Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit von Götz Kubitschenk und Gregor Centner. Centner schafft es dabei mit Zuhören ohne Verurteilen Kubitschek immer mehr aus der Deckung zu locken. Doch selbst zu Beginn, wo man einen eigentlich nicht unsympathischen und harmlos wirkenden Mann begegnet, werden laufend Zitate von eben diesem eingeblendet, die sehr gut einordnen, welche Ideologien dieser verbreitet. Und auch im Gespräch wird dies immer mehr offensichtlich: wenn in Ausführungen wie selbstverständlich nur von Männern die Rede ist (und Frauen definitiv nicht mal mitgemeint sind); oder dem Protagonisten am Rande einer antifaschistischen Demonstration in Wien das Wort „Zecke“ entschlüpft, um nur 2 Beispiele zu nennen. Wirklich aufschlussreich war für mich ein Gespräch im Antaios-Verlag, wo Centner nach dem Kernthema der neuen Rechten fragt, der „Nationalität“. Kubitschek gibt ihm sofort recht das dies ein Kernthema ist – und verheddert sich dann rettungslos was für ihn jetzt ein „Deutscher“ ist, und wie viele Generationen zurück man deutsche Eltern haben muss (na immerhin nicht bis zur urdeutschen Amöbe). Gregor Centner verzichtet darauf solche Widersprüche offensiv zu kommentieren; muss er aber auch nicht, sie sind deutlich sichtbar. Bezeichnend auch die Antworten auf die Frage, wie er denn zu seiner rechten Weltanschauung kam – mehr oder weniger die Lust am Provozieren und Abgrenzung von Eltern und Herkunftsort. Naja, viel Inhaltliches ist da nicht dahinter, mit den gleichen Argumenten hätte er auch linksextrem werden können…
    Aber um zur Anfangsfrage zu kommen: kürzlich las ich einen Artikel, dass Menschen, die extremeren Ansichten (inklusive Verschwörungstheorien) anhängen, sich selten (also nie) durch Fakten überzeugen lassen. Als einzig möglicher Zugang bleibt aufrichtiges Zuhören, das aber nicht mit Zustimmung zu verwechseln sei. Gregor Centner zeigt auf, wie das gehen könnte. Auch wenn offensichtlich Götz Kubitschek seine Positionen nicht aufgegeben hat – und Centner auch seine nicht; sie sind miteinander im Gespräch. Das ist in diesen Zeiten aber auch nicht wenig.
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    21.03.2026
    20:01 Uhr