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9 Bewertungen
78.9% Bewertung
  • Bewertung

    Sehr viel Spaß mit vielen Stars

    Der Reboot der Filmreihe ist gelungen. Tolle Effekte, viele coolen Ideen und eine große Menge an Stars bin in die kleinen Rollen. Regisseur James Gunn hat nach den "Guardians of the Galaxy" auch im DC Universum einen spannenden und unterhaltsamen Film geschaffen, den man besonders auf einer großen Leinwand nicht versäumen sollte.
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    01.09.2025
    22:14 Uhr
  • Bewertung

    Gelungenes Remake

    Kurz und bündig: Unterhaltsame 2 Stunden sind gewährleistet; wenn man den Film auch noch in 3D ansieht, einfach Spitze.
    03.08.2025
    19:09 Uhr
  • Bewertung

    Das Metawesen aus der Nachbarschaft

    Vorbei ist die opernhafte Schwermut von Kal-El, der in der Gestalt von Henry Cavill und unter der Regie von Zac Snyder durch ein verregnetes, dunkles Metropolis wandelte und es gar mit Batman in stählerner Rüstung aufnahm. Diese Art und Weise, das DC-Universum zu beleben, in allen Ehren. Ich gebe zu, wenn es nach mir gegangen wäre, hätte Snyder gerne dranbleiben können. Die Besetzung der ganzen Justice League ließ keine meiner Wünsche offen. Cavills Superman war zwar etwas eitel und gerne auch arrogant, aber glaubhaft, physisch sehr präsent und mitreißend. Wir brauchen über Wonder Woman gar nicht reden (Gal Gadot wird wohl nie besser werden), über Ben Affleck als Batman vielleicht schon, obwohl auch er einer war, der den Comicvorlagen, die vor Pathos generell nicht zurückschrecken, gerecht wurde. Doch bei DC hat sich die dystopische Interpretationsweise des Superman-Universums ausgelebt – schade drum.

    Vom Pessimismus zum Optimismus

    James Gunn sollte das Ruder übernehmen und die Capes aus dem Dreck ziehen. Alle wussten, wenn Gunn hier ansetzt, regnet es bunte Shows, die rotzfrech, locker und subversiv sein können. Nach seinem Super – Shut up, Crime!, einer herzallerliebsten, blutigen Grunge-Sause über Superhelden und solche, die es gerne wären, aber nicht sind, blieb der Visionär (ja, es ist einer) seinem Stil und seiner Tonalität immer treu. Auch seine Best Friends wie Michael Rooker, Nathan Fillion oder Brüderchen Sean Gunn sind auf irgendeine Art und Weise immer mit dabei, sie wissen schließlich, wie der Hase läuft. Mit den Guardians of the Galaxy erhielt das MCU einen Spin in Richtung Parodie, alles unterlegt mit launigen Songs aus der Evergreen-Schublade. Vielleicht manchmal zu gewollt, vielleicht ein bisschen zu konstruiert – doch das neidvolle DC dürfte da keine strengeren Vorgaben gemacht haben, ganz im Gegenteil, wenn man sich ansieht, was Gunn mit Superman gemacht hat. Der Waise vom Planeten Krypton ist hier nicht mehr und nicht weniger der nette Junge aus der Nachbarschaft, ein „Spidey“ mit Kräften, die man sich kaum vorstellen kann. Und der das Zeug dazu hätte, im Handumdrehen den ganzen Planeten Erde zu unterjochen. Wenn er denn gewollt hätte.

    Doch Superman will nicht, er ist durch und durch Humanist, Menschenfreund und Helferlein. Sieht sich als Mensch unter Menschen und nutzt dabei seine außerordentlichen Skills, um weder die Dinge zu lenken oder es besser zu wissen, sondern um anderen, die Not leiden, unter die Arme zu greifen. Großgezogen in einfachen Verhältnissen an Land und mit Werten, die ein Zusammenleben garantieren, ist Kal-El längst zur Tagesordnung übergegangen. Niemand braucht schließlich nochmal eine Origin-Story, nochmal den ganzen Steckbrief von Smallville bis zum Daily Planet. Die Parameter sind gesetzt, Gunn geht davon aus, das wir das alles längst wissen – auch über Erzfeind Lex Luthor, den hier diesmal nach Jesse Eisenberg Nicholas Hoult gibt, als wandelndes Elon Musk-Mahnmal gegen Egomanie und Größenwahn. Dieser Luthor lässt sein Süppchen in Gunns Superman schon lange köcheln und spielt bereits mit den Dimensionen, was ein bisschen an Marvels Multiversum erinnert. Das Raum-Zeit-Gefummel bringt einige Kollateralschäden mit sich, darüber hinaus haben wir es hier mit einer geopolitischen Situation zu tun, die an den Ukrainekrieg erinnert, und einem an Putins Reich angelehnten Aggressor, der die Machtinteressen anderer hofiert. Trotz allem bleibt Gunn so sehr gelassen, dass diese Assoziation mit der Realität wohl kaum die Freude daran trübt, neben einem manchmal etwas zerstreut wirkenden Superman auch anderen kauzigen Metawesen (Mister Terrific, Green Lantern, Metamorpho: alle liebenswert) dabei zuzusehen, wie sie uns Normalsterblichen den Arsch retten. Das tun sie mit einer lausbübischen Leidenschaft für das Richtige, nehmen alles mit Ironie, aber nicht auf die leichte Schulter. Alles wird gut, lautet ihr militant optimistisches Credo.

    Wie sympathisch ist der Kerl?

    Diese neue Tonalität bringt Farbe und frischen Wind in das fast hundert Jahre alte Comicleben, dabei fehlt es weder an ordentlichen Desaster-Schauwerten noch an phantastischen Details. Superman will launige Science-Fiction-Komödie bleiben und Gunns bereits auf den Weg gebrachte Guilty Pleasures wie The Suicide Squad und Peacemaker mit in die neue Ära nehmen. Beide Formate gelten als Vorbilder für diesen nächsten Schritt, Superman die Gutmenschen-Fadesse vom Leib zu reißen und einen durchaus gemütlichen Idealisten zum Vorschein zu bringen, der oft nicht weiß, wie ihm geschieht und durch David Corenswets erfrischend unprätentiöse Natürlichkeit eine Sympathie ausstrahlt, dass man ihn und die Figur, die er spielt, nur ungern wieder ziehen lassen will. Schließlich ist das Gunns Spezialität: Charaktere zu entwerfen, die nicht perfekt sind, die sich selbst im Weg stehen, die sich zusammenraufen müssen und nicht immer willens sind, für andere in die Presche zu springen. Das macht sie aber greifbar, und dadurch nimmt Superman so gut wie jede Hürde, die bei einem Reboot wie diesen notgedrungen aufpoppen.

    Mag sein, dass der Plot selbst, in den man hineingeworfen wird wie in kaltes Wasser (kein Fehler!) erst erwachsen werden muss, die Skills und Features liegen aber griffbereit und weisen den Weg in ein hoffentlich lang anhaltendes, konstantes DC-Universum, in dem man sich irgendwann wohl die größte Frage stellen muss: Wie passt der düstere Batman in das alles hinein? Pattinson kann es kaum sein, denn stilistisch sind das von Matt Reeves geschaffene Universum und das von Gunn viel zu konträr, um eine Synergie zu bilden. Das aber ist eine andere Geschichte, und wir kehren nochmal zurück in Kal-Els antarktisches Domozil, um mit ihm alle Viere gerade sein zu lassen, während Iggy Popp aus dem Äther tönt. Die Vibes holen mich ab. Noch passt alles zusammen.


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    11.07.2025
    17:56 Uhr
  • Bewertung

    Starker Neuanfang des moralischen Übermenschen

    Exklusiv für Uncut
    Wahrscheinlich kennt ihn die halbe Weltbevölkerung. Sein Wohnort, Metropolis, ist benannt nach dem Stummfilmklassiker. Sein ikonisches Outfit erinnert an Zorro, den Rächer mit der Maske. Er ist unverzichtbarer Teil von Popkultur und Popmusik. Er war Inspiration für Andy Warhol und formierte eine erstaunliche Adaptionskarriere mit Hörspielen, Actionfiguren, Comic-Heften. Und er steht sogar im Guinness-Buch für den am häufigsten im Fernsehen dargestellten Superhelden. Für die eine Generation waren es „Die Abenteuer von Lois & Clark“, für die andere Generation die Serie „Smallville“ und zuletzt durfte sich Zack Snyder am „Man of Steel“ abarbeiten – und scheitern. Jetzt beginnt eine neue Ära: James Gunn übernimmt das gestrauchelte DC-Universum und setzt die lange Reihe der Superman-Verfilmungen fort. Kann das Reboot dem Supermenschen eine neue Facette hinzufügen? Wohin mit einem perfekten Helden, der kaum Reibungsflächen hat? Wie umgehen mit diesem menschlichen Bollwerk ohne Schwächen?

    „Ich möchte nicht schon wieder sehen, wie Baby Kal in einer kleiner Rakete von Krypton zur Erde rast“ – James Gunn wiederholt nicht die alten Geschichten. Ganz im Gegenteil. Dieser neue Superman beginnt nicht am Ursprung, stattdessen: Clark Kent arbeitet bereits als verschrobener Journalist im Daily Planet und ist sogar schon in Lois Lane verliebt. Und er kämpft schon gegen seinen größten Widersacher: Lex Luthor, der nicht damit zurechtkommt, dass ein Außerirdischer mehr Mensch ist als er selbst, dass dieser Fremde derart geliebt wird. Luthor, dieser narzisstische Industrie-Tech-Waffen-Guru, zettelt eine geopolitische Verschwörung an, um Superman zu vernichten. Aus ihm quillt ein irrationaler Hass, dem Nicholas Hoult (zuletzt: „Nosferatu“) trotz hohem Coolness-Faktor nicht mehr Tiefgang geben kann.

    James Gunn, der gefeierte „Guardians of the Galaxy“-Regisseur, übernimmt in bester Lex-Luthor-Manier die Alleinherrschaft über dieses Werk, ist Autor, Produzent und Regisseur in Personalunion. Ihn zeichnet nicht nur eine Hingabe für das Comic-Urmaterial aus, sein Stil ist unverkennbar: präzise Übergänge mit amüsanten Schnittwechseln und gezielte musikalische Untermalung, die noch Minuten nach Filmende in den Ohren klingt. Dazu: farbenfrohes Coloring, impulsive Action, witzig-originelle Ideen (Monkeybots!) und knackige Dialoge. Gleich nach der ersten Schlacht rein ins Wohnzimmer. Dort diskutieren Lois und Clarke persönliche Verantwortung und die Frage nach Diplomatie oder militärischem Eingreifen. Und vermischen das Ganze mit Beziehungsproblemen – ein unerwarteter, kommunikativ-intensiver Moment. Der alltägliche Ernst des Lebens, getragen vom wunderbaren Zusammenspiel des Darstellerpaars.

    Wer hätte das gedacht? David Corenswet passt der rot-blaue Anzug wie angegossen! Der bisher eher in Netflix-Serien aufgetretene US-Amerikaner tritt in die Tradition eher unbekannter Schauspieler für die große Superman-Rolle und überzeugt hinreichend. Er steht für eine Ambiguitätstoleranz, für ein Abschütteln der Zweifel und der menschlichen Krisen. Nuanciert, weder abgehoben noch zu blass, wird er nur übertroffen von Rachel Brosnahan, die als Lois Lane mehr Screentime verdient hätte. Beide im Duett sind jedenfalls eine einzige Wohltat. Klammheimliches Highlight und weiteres Zeichen für Gunns Comic-Kenntnis ist allerdings der charmante, vierbeinige Held Krypto, den es noch nie auf der Leinwand zu sehen gab.

    Es ist trotzdem nicht alles Gold, was glänzt. Die größte Schwierigkeit besteht in der heutzutage üblichen Franchise-Überlastung. Für den neuen 10-Jahres-Plan des DCU müssen weitere Figuren den neuen DC-Themenpark füllen. Da bilden Mister Terrific, Hawkgirl und ein Green Lantern mit alberner Topf-Frisur die „Justice Gang“ und The Engineer dient nur als Vehikel für Lex Luthor ohne weitere Relevanz. Das lenkt ab vom Fokus des Films und schürt Distanz zu den menschlichen Interaktionen. Selbst die ein oder andere Action-Sequenz erfährt keine schlüssige Integration in den Plot. Auch die außerirdischen Settings und absurd-futuristischen Sci-Fi-Elemente können das Publikum überfordern und sorgen für Entfremdung von geerdeten Themen. Das liegt zwar in Gunns DNA, unterscheidet diesen Superman aber z.B. vom 1978er-Originalfilm mit Christopher Reeve, der sich eher auf irdische Handlungsorte beschränkt.

    Rein philosophisch und gesellschaftlich versinnbildlicht Superman Wahrheit, Gerechtigkeit und eine moderne Existenztheorie. Wenn Clarks Dad sagt: „Your actions make you who you are“, ist diese Aussage fast eins zu eins vom französischen Star-Philosophen Jean-Paul Sartre übernommen. Und so kommentiert dieser Film unsere Zeit, eine Phase, in der die Welt Menschen kategorisiert und zurückweist auf Basis einer Eigenschaft: Identität durch Herkunft. Superman hingegen ist kein Mensch qua Geburt, sondern Mensch aufgrund seiner altruistischen Taten. Er widerspricht der Hobbes’schen These, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf sei. Er steht für das unbedingt Gute, er ist der personifizierte „Kategorische Imperativ“ und Repräsentant einer Hoffnungsethik in einer Welt, in der die Hoffnung durch Tech-Gurus, Autokraten, Klimakrisen und Neoliberalismus langsam schwindet. Diese Facette mag nicht allzu innovativ sein, passt aber in die heutige, angespannte Weltlage.

    Fazit: James Gunn gelingt es, den Superman-Mythos mit einer frischen, humorvollen und modernen Note neu zu erzählen – und ihm gelingt der Ausdruck zwischenmenschlicher Tiefe. Bisweilen steckt sich das DC-Reboot mit der Franchisekrankheit an, wenn unzählige DC-Figuren den neu etablierten Kinoheldenkosmos herhalten. Doch gerade in den leisen Tönen findet der Guardians-Regisseur die richtige Kombination, die das sympathische Tandem Corenswet-Brosnahan mit Charme auf die Leinwand zaubert. Trotz typischer Blockbuster-Disparitäten ist „Superman“ ohne Zweifel eine der besten Comic-Verfilmungen der letzten Dekade.
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    09.07.2025
    21:26 Uhr