4 Einträge
10 Bewertungen
92% Bewertung
  • Bewertung

    Körper, Geist und Kunst

    In drei Kapitel hat Stanley Kubrick seinen Film von 1968 unterteilt: der ‘Aufbruch der Menschheit‘, das ‘Unternehmen Jupiter‘ und ‘Jupiter und dahinter die Unendlichkeit‘. Er zählt zu den besten Filmen aller Zeiten
    • wegen des globalen und ultimativen Anspruchs mit einem philosophischen Touch,
    • wegen seiner umfassenden Begründung der Lebewesen vom Homo faber bis in die Zukunft der Menschheit,
    • wegen der aufwühlenden, kontrastierenden Musikauswahl von Zarathustra und der schönen blauen Donau der Herrn Strauss
    • und last but not least wegen der Betonung des irdischen Gestaltungsprinzips von Macht und Herrschaft.
    Unter den Sci Fi Filmen zählt diese Odyssee zu den anspruchsvollen, die die üblichen Tummelplätze des Genres weit hinter sich lässt. Deshalb ist dieser Film auch nicht massenkompatibel. Allein der Einsatz dieses Monolithen unbekannter Herkunft und unbekannter Wirkung lässt mit seinem Auftauchen am Anfang und am Ende eine Fülle von Interpretationen zu. Lange Kamerafahrten versetzen die Zuschauer in ein Space Feeling, losgelöst von Raum und Zeit und ermöglichen so das rätselhafte Ende. Hier begegnet sich der Astronaut Dave (Keir Dullea) selbst als alter Mann. So wie sich Parallelen im Unendlichen berühren. Zuvor hatte er die Behauptung widerlegt, dass der Mensch von künstlicher Intelligenz beherrscht werden kann, indem es ihm gelungen war den Supercomputer H.A.L. 9000 abzuschalten. Die Frage, ob sich Computer irren können, bleibt allerdings einfach im Raum stehen. Statt einer Lösung lässt uns Kubrick mit Alternativen allein zurück: ein Embryo, ein Monolith und ‘Also sprach Zarathustra‘. Drei gleichwertige, interaktive Seinsformen des Lebens: ein Wesen, eine Energiequelle und ein göttlicher Auftrag oder ein Körper, ein Geist und die Kunst. Genial.
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    22.10.2018
    17:34 Uhr
  • Bewertung

    der zweite gefällt besser

    weniger themantisch aber vom schnitt und von der kurzweilligkeit. die zeiten ändern sich und auch das tempo in filmen. eigentlich finde ich den film recht gut, aber viel zu lange. beim ende war nur noch vorlauf angesagt.
    29.08.2006
    17:39 Uhr
  • Außergewöhnlich

    Okay, ich muss zugeben dass ich öfters während des Films Hilfe brauchte um zu verstehen was hier eigentlich passiert (dabei ist es ganz nützlich wenn ein Familienmitglied Sci-Fi Fan ist). Trotzdem, da man im normalen Leben immer wieder mit Elementen aus diesem Film konfrontiert wird (Strauss und der Weltall, das rote Computerauge, der Monolit (vor allem der Monolit !!)), war es doch ein besonderes Ereignis plötzlich all diese Szenen in ihrer ursprünglichsten Form zu erleben. Aber auch so wirkt der Film unheimlich intellektuell und ist wahnsinnig toll gemacht, er stellt die Zukunft zudem ohne irgendwelche große Spielereien da, und verzichtet (Gott sei Dank einmal) auf Aliens. Irgendwie schade wenn man bedenkt dass das wirklich schlecht geratene "Eyes Wide Shut" Kubriks letztes Machwerk war. Trotzdem schicke ich keine Bewertung, da ich den Film wie gesagt allein nicht ganz verstanden habe, und mir darauf kein Urteil aufbauen will.
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    17.04.2006
    13:03 Uhr
  • Bewertung

    Gnadenloser Kubrik

    Die Bücher von SF-Autor Arthur C. Clarke sind inzwischen Kult-Literatur, zumindest die ersten drei, das später nach gereichte vierte Buch war doch ein zu sehr bemühter Versuch, noch eines drauf zu setzen.

    Das Gleiche gilt für Kubricks "2001". In keiner Dokumentation über die Entwicklung des SF-Filmes wird die berühmte Szene mit dem Donauwalzer fehlen. Ebenfalls kennen sicherlich mehr Leute das rote Auge des Supercomputers "H.A.L." als den Film dahinter.

    Wer ihn doch kennt, weiß auch, was er dem Publikum alles abverlangt: zum Beispiel diese fast halbstündige, quälend langatmige Affen-Rückblende, begleitet von der kakophonischen Musik von Györ Ligeti. Wer das überstanden hat, kann den Film genießen. Ein Kubrick halt: mit Ecken und Kanten.
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    16.04.2006
    11:36 Uhr