Forum zu Candy

6 Einträge
4 Bewertungen
92.5% Bewertung
  • Bewertung

    Verliebte Junkies

    Ein herbes Junkie-Drama, in dem die beiden Hauptfiguren Heath Ledger (Dan) und Abbie Cornish (Candy) äußerst glaubwürdig sind. Es ist ein gnadenloser physischer und psychischer Abstieg. Wenn sie anfangs vielleicht noch die gemeinsame Sucht aneinander fesselte - was sie für Liebe hielten - ist am Ende nichts mehr davon übrig. Um an den nächsten Schuss zu kommen, klauen und schnorren sie, versetzen den Familienschmuck und Candy prostituiert sich sogar.
    Ein lyrischer Kommentar aus dem Off, Mozarts Requiem und Zeilen von E.E. Cummings stehen in krassen Kontrast zu den Bildern, die wir sehen. Das schafft wohltuende Distanz. Die Eltern, die hilflos aber wohl nicht ganz schuldlos an der Situation sind, und die dem Niedergang ihrer Kinder fassungslos gegenüber stehen, runden das soziale Umfeld ab. Die drei Kapitel: Himmel, Erde, Hölle stiften etwas Verwirrung, denn nach den ersten zweien fragt man sich, ob es noch schlimmer kommen kann. So geht es in den Schlussdialog zwischen Candy und Dan, der weniger die Hölle ist, eher eine Befeiung oder gar Erlösung. So kann sich jeder seinen eigenen Reim auf das Drama machen. Vielleicht ist es ja der: Drogen machen alles kaputt, auch die Liebe. Eine Warnung also!?
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    23.11.2011
    18:41 Uhr
  • Bewertung

    Candy - Reise der Engel

    Wow... also der Film hat mich total überzeugt. Die Geschichte ist unglaublich traurig, erschütternd & auch romantisch. Er zeigt was Drogen mit einem anstellen und wozu sie einen bringen.
    Candy musste sich prostituiren & Dan begann zu stehlen (was wohl noch das kleinere Übel ist)

    Ich fand die Szenen, die den Entzug darstellen, waren sehr ... wie soll ich sagen ... derb. Keine Ahnung, aber wäre so ein kalter Entzug, bei einer Schwangerschaft überhaupt zu verantworten? .. wohl kaum.

    Schwere Kost, aber grandioser Film. Außerdem bringen Abbie Cornish und Heath Ledger die Rollen echt gut rüber.
    18.08.2009
    00:23 Uhr
  • Bewertung

    Unglaublich

    Habe den Film auf DVD und bin einfach hin und her gerissen. Einerseits bin ich mir nicht sicher ob ich überhaupt schon mal sowas Tolles gesehen habe, andererseits weiß ich nicht, ob es jemals noch so etwas geben wird, wie diesen Film.

    Ja, es ist keine leichte Kost, aber sind das besondere Filme überhaupt?

    Ich kann jedem, der etwas von guten Filmen hält, diesen Film nur ans Herz halten, denn das ist einfach genau DAS was man sich anschauen sollte...

    wenigstens einmal in seinem Leben.

    Heath Ledger ist ein Wahnsinn.

    Und Geoffrey Rush,... ! :)
    12.06.2007
    16:43 Uhr
  • ...

    Nun, das klingt ja wirklich ausgesprochen anstrengend und aufwühlend. Sicher keine leichte Unterhaltung - nun, ich bin gespannt. Auch Geoffrey Rush darf wieder mal mehr zeigen, als nur einen Seemann... Freut mich!
    joesy_161503dc9f.jpg
    04.01.2007
    17:46 Uhr
  • Bewertung

    Kanns kaum erwarten...

    ...der Film soll soo gut sein.
    ..und das Thema lässt sicher einige (eine Menge) Gefühle aufkommen...

    ich liebe solche filme.
    30.11.2006
    17:04 Uhr
  • Bewertung

    Heath Ledger im (Drogen-)Rausch der Gefühle


    Der australische Film- und Theaterregisseur Neil Armfield erzählt in seinem neueste Film „Candy“ nach dem Roman von Luke Davies die Geschichte einer tragischen Liebe zweier Menschen zueinander. Zweier Menschen, die aus dem Leben das Maximum herausholen wollen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen ihrer Handlungen für sich selbst, aber auch für andere. Mit hoher dramaturgischer Intensität erzählt er die drei Stationen ihres Lebens: vom Himmel des Glücks ihrer Liebe zueinander und dem Rausch der Drogen über die Erde, den knallharten Boden der Realität von Schmerz, Verzweiflung und den harten Kampf gegen den eigenen Körper bis hinein in die Hölle des Scheiterns.

    Wer gedacht hat, Heath Ledger hätte bereits das Äußerste seines Könnens gezeigt, irrt sich gewaltig: gut möglich, dass er hier eine noch bessere Leistung abgeliefert hat als in dem heurigen Oscar-Favoriten „Brokeback Mountain“. Und Abbie Cornish ist mit ihrer äußerlich zerbrechlichen und innerlich ungeahnt kraftvollen Darstellung der Candy ein „Eyecatcher“ der besonderen Art.

    Zweimal, in zwei emotional ganz besonders intensiven Szenen des Filmes, kommt das Musikstück „Ave Verum Corpus“ von W. A. Mozart vor, das ursprünglich für die Eucharistiefeier einer Katholischen Messe komponiert wurde. Meine Vermutung, mit diesem Musikstück sollten jene beiden Szenen, in denen sich Dan und Candy in unüberbietbarer Nähe zueinander, in gleichzeitiger Aufopferung und vollständigem Frieden geradezu „hingeben“, auf eine spirituell-religiöse Weise aufgeladen werden, bestätigt Regisseur Armfield auf meine Frage bei der Pressekonferenz. „In jenen Momenten, in denen die beiden völlig eins miteinander sind, in denen die Welt um sie herum völlig verschwunden ist, sind sie, ähnlich wie die Gläubigen bei der Heiligen Kommunion, Gott am allernächsten. Deshalb habe ich dieses Musikstück für die beiden Szenen ausgewählt.“

    Fazit: absolut kein Film für ein romantisches Date oder zum Abspannen nach der Arbeit! Aber wer sich ein ganz großes Stück Kino, handwerklich brilliant und schauspielerisch höchst anspruchsvoll, metaphorisch gesehen auf der Zunge zergehen lassen möchte, ist hier genau richtig.
    markus_lhnert2020_d56a9fa338.jpg
    15.02.2006
    23:31 Uhr