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    Zurück in die Zukunft

    Exklusiv für Uncut vom Slash Filmfestival
    Was passiert, wenn man plötzlich zwei Minuten in die Zukunft schauen könnte? Mit dieser Frage beschäftigt sich Junta Yamaguchis Langspielfilmdebüt „Beyond the Infinite Two Minutes“, das sich trotz seines minimalen Budgets und einem No-Name-Cast in seinem Heimatland Japan als Riesenerfolg entpuppt hat. Doch nicht nur dort finden die Massen Gefallen an der liebenswürdigen Sci-Fi-Komödie, auch in Österreich hat der Film Fans mobilisiert, im Zuge des Slash Filmfestivals konnte das Genrewerk gar den Wettbewerb um den Besten Langfilm für sich entscheiden.

    Für Café-Besitzer Kato scheint es ein Tag wie jeder andere zu werden: Kurz vor Ladenschluss verkriecht er sich in seine Wohnung im oberen Stock des Wohnhauses, um für ein anstehendes Konzert zu üben. Als er sich an seinen Computer setzt, blickt er sich jedoch verdutzt selbst entgegen- der „andere“ Kato am Bildschirm erklärt ihm aufgeregt er spreche aus der Zukunft zu ihm. Die Zukunft stellt sich als ein Zeitsprung von lediglich zwei Minuten heraus, der sich aus rätselhaften Gründen zwischen dem Computer in Katos Zimmer und jenem im Coffeeshop gebildet zu haben scheint. Als Katos Freunde Wind von dem übernatürlichen Phänomen bekommen, versuchen sie den neugewonnenen Einblick zu ihren Gunsten zu nutzen. Obwohl ihr Unterfangen anfangs erfolgreich wirkt, fühlen sie sich zunehmend von der Zukunft geleitet, alles genauso nachzustellen wie von den zukünftigen Ichs verlangt. So verstricken sich die Freunde mehr und mehr in einem nicht enden wollenden Zeit-Chaos.

    „Beyond the Infinite Two Minutes“ beweist eindrücklich, dass es für einen gut durchdachten und originellen Zeitreise-Film kein Millionenbudget oder Superstars braucht. (Looking at you, Christopher Nolan!) Der Ultra-Low-Budget-Streifen wurde als (scheinbarer) One-Take ausschließlich mit Handykameras und auf eine einzige Location eingeschränkt gedreht und kann doch durch die akribische, smarte Konstruktion seiner narrativen Ebene mit den ganz großen Blockbustern mithalten. In einer komprimierten Lauflänge von gerade mal 70 Minuten nimmt uns Regisseur Yamaguchi mit auf eine Reise, die vor allem eines schafft: zu unterhalten. Ohne jeglicher Art von Spektakel funktioniert der Film vor allem deshalb so gut, weil er geerdet und vollkommen authentisch wirkt, wichtiger Faktor sind hierbei auch die überaus liebenswürdigen Figuren, die „Beyond the Infinite Two Minutes“ zu etwas ganz Besonderem machen.

    „Beyond the Infinite Two Minutes“ war nicht nur der absolute Überraschungshit am Slash Filmfestival und der verdiente Gewinner des Jurypreises, mit seiner ehrlichen Art und einer innovativen Herangehensweise weiß der Film genau wie er die Herzen des Publikums für sich gewinnt!
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    12.10.2021
    15:09 Uhr