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    Wenn die mögliche Erlösung Gottes zur religiösen Obsession wird

    Im Langfilmdebüt der britischen Regisseurin Rose Glass wird der Glaube der Hospiz-Krankenschwester Maud auf eine harte Probe gestellt. Als ihr die schwerkranke Ex-Tänzerin Amanda, die eine zynische Sicht auf die Welt hat, zugewiesen wird, glaubt die junge Frau, sie wäre von Gott dazu berufen worden, die Seele ihrer neuen Patientin vor dunklen Mächten zu retten. Glass hat hier eine virtuos in Szene gesetzte Mischung aus tiefgehender Charakterstudie und übernatürlichem Horrorschocker geschaffen, in der mit der steigenden Obsession der Protagonistin auch langsam die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. An vereinzelten Momenten plätschert das Horrordrama etwas mühsam vor sich hin, wird aber konsequent und höchst imposant von einer hingabevollen Schauspieldarbietung seitens Hauptdarstellerin Morfydd Clark getragen. Der Film mündet in eine finale Einstellung, die sich mit Sicherheit zu den effektivsten Jump-Scares der vergangenen Jahre dazuzählen darf. Ein zutiefst beklemmendes Sounddesign trägt zur adäquat düsteren Atmosphäre das Übrige bei - selbst wenn sich hier und da ein paar ungeahnt humorvolle Momente eingeschlichen haben.

    Gekonnt inszeniert, famos gespielt, tieftragisch und ungemein furchteinflößend:

    „Saint Maud“ ist feinster britischer Horror mit nachhallender Wirkung!
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    05.10.2020
    22:41 Uhr