3 Einträge
5 Bewertungen
69% Bewertung
  • Bewertung

    Deerskin

    Ist genau so, wie man den Film erwartet: Crazy! Aber das ist beabsichtigt...
    Kann wenig damit anfangen.
    leandercaine_0fc45209c9.jpg
    04.07.2020
    07:24 Uhr
  • Bewertung

    Machete

    Trotz der sehr geringen Laufzeit hat der Film zwar einige Längen, insgesamt überzeugt er aber mit seiner skurillen Art. Sehr unterhaltsam ist die selbst gebaute Machete, und was man damit machen kann ;)
    blutrausch_3ae267239b.jpg
    03.07.2020
    09:26 Uhr
  • Bewertung

    Der mit der Lederjacke spricht

    Exklusiv für Uncut von der ViENNALE
    Tarantino ist nicht der einzige Eigenbrötler in der Filmwelt, der den Vornamen Quentin trägt. Nein: denn auch der Exzentriker Quentin Dupieux hat sich über die Jahre hinweg für seine außerordentlich abstrusen Werke einen Namen gemacht. Der gebürtige Franzose, der unter dem Pseudonym Mr. Oizo einst auch große Erfolge als Techno-Musiker feiern konnte, dürfte wohl spätestens seit seiner 2010 erschienenen Horror-Satire „Rubber“, die von einem mordenden Autoreifen handelte, Cineasten und LiebhaberInnen des obskuren Kinos ein Begriff sein. Dabei lassen sich die exzentrischen Werke Dupieuxs jedoch nie konkret in eine bestimmte Genreschublade stecken, da der Regisseur in der Regel daran versucht ist, klassischen Erzählmechanismen zu strotzen, und seinen Filmen zudem meist eine sehr eigene Note an bitterböser Komik verabreicht. Auch bei Dupieuxs neuestem Spielfilm mit dem simplen Titel „Deerskin“ (Originaltitel: „Le Daim“) ist dessen Handschrift als Filmemacher klar erkennbar, auch wenn das Werk als Ganze um einiges geerdeter daherkommt, als sein vorangegangenes Oeuvre.

    Die 77-minütige Serienkiller-Komödie erzählt von Georges (Jean Dujardin), dessen Leben eine drastische Wende nimmt, als er sich eine Jacke aus 100 Prozent Hirschleder zulegt. Da der Kauf der Jacke sein Konto überlastet hat, entscheidet er sich spontan dazu sein Leben umzukrempeln und nistet sich in einem heruntergekommenes Hotel ein. Nach und nach wird Georges immer besessener von seinem neuen Kleidungsstück und fängt sogar an Gespräche mit der Lederjacke zu führen. Bald hat er ein großes Ziel vor Augen: die einzige Person auf der Welt zu sein, die eine Jacke besitzt. Um sich diesen „Traum“ zu erfüllen, scheut Georges auch nicht davor zurück, über Leichen zu gehen. Als er zudem die Kellnerin Denise (Adéle Haenel) kennenlernt, gibt er vor Filmemacher zu sein und fängt an seine Mordserie als vermeintlich Projekt mitzufilmen.

    Herausgekommen ist hier eine obskure Mixtur aus schwarzer Komödie und Charakterstudie eines Mannes, dessen Obsessionen immer mehr zu puren Wahnsinn verkommen. Im Zentrum des Films steht niemand geringerer als Oscar-Preisträger Jean Dujardin („The Artist“), der normalerweise für sein unwiderstehliches Charisma bekannt sein dürfte, was hier jedoch auf ein Minimum hinuntergefahren wurde, um das erbärmliche Dasein von Georges nochmal zu unterstreichen. Dujardin gibt nichtsdestotrotz eine beachtliche Performance, die den ansteigenden Realitätsverlust unseres Protagonisten und dessen selbst gesponnenes Geflecht aus Lügen nahezu erschreckend überzeugend wiedergibt. Ihm gegenübergestellt wird Adéle Haenel („Portrait of a Lady on Fire“), deren Figur Denise schon ab ihrem ersten Erscheinen im Film mit ein paar der herrlichsten Gags ausgestattet wird. So erzählt ihr Charakter Georges, nachdem dieser meint Filmemacher zu sein, dass sie selbst Cutterin sei und auch mal „Pulp Fiction“ in die richtige Reihenfolge aneinander gereiht hätte.

    Generell ist es der pointierte und oft bitterböse Wortwitz, der Dupieuxs neuestem Film als Antriebskraft dient. Die skurrilen Charaktere, die Georges mit seinem Camcorder begleitet, die morbide Faszination, die Denise zu seinen „Filmchen“ entwickelt, die Gespräche mit der Jacke – in Puncto Humor zeigt sich Dupieux wieder völlig in seinem Element.

    Es lassen sich ab und an auch klare Inspirationsquellen erkennen. Wenn denn nun beispielsweise Georges seinen baldigen Opfern in ihren letzten Minuten mit der Kamera hinterher spaziert, lässt dies an Michael Powells psychologisches Horror-Drama „Peeping Tom“ erinnern, das die Mordserie seiner Hauptfigur auf ähnlichem Wege inszenierte.

    Man muss jedoch auch anmerken, dass „Deerskin“ - im Gegensatz zu den letzten Werken Dupieuxs - fast schon etwas zu kurz geraten ist, weshalb besonders das Ende etwas gehetzt daherkommt. Zudem lässt der Film einen doppelten Boden, der sich im restlichen Werk des Exzentrikers stets finden lässt, missen und verliert sich manchmal schon fast in den repetitiven Genrekonventionen, die Dupieux sonst versucht zu vermeiden.

    Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Deerskin“ um eine kurzweilige schwarze Komödie mit fast schon slasherhaften Aspekten, die von zwei großartigen HauptdarstellerInnen, einer pissgelben Farbgebung und herrlich abstruser Situationskomik begleitet wird.
    chrostv_39178447dd.jpg
    30.10.2019
    07:50 Uhr