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    Sozialer Lovethriller

    Regisseur Denys Arcand hat hier wieder von seiner Vorliebe für sonderbare Filmtitel Gebrauch gemacht. Nach dem Untergang des Römischen Reiches (1986) und der Invasion der Barbaren (2003) hat der deutsche Verleiher nun einen anderen, griffigeren Titel gefunden. Und der trifft genau des Pudels Kern: er ist ironisch und schließt aber eine gefährliche Situation (Heist) durchaus mit ein. Es geht in Richtung Märchen mit einem mahnenden Schlussakkord. Die Figuren sind klug ausgedacht und die Dialoge oft auf philosophischem Niveau.
    Im Mittelpunkt stehen Pierre-Paul (Alexandre Landry) und Camille (Mariepier Morin). Er ein Paketlieferant mit abgeschlossenem Philosophiestudium, sie Edelnutte. Er Jungfrau, sie Vollprofi. Ihm fallen zwei Säcke mit Geld vor die Füße, weil er zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Man braucht einen Anlageberater, gerade ist ‘The Brain‘ (Rémy Girard) als dem Knast raus. Später brauchen sie dann noch den ganz großen Wilbrod (Pierre Curzi), der die Millionenströme verschleiernd umleitet. Er wird als einziger gefasst, wegen einer Bagatelle.
    Polizei und Mafia jagen das Quartett und sind bei den Mitteln an Informationen zu kommen nicht zimperlich. (Da knacken die Knochen. Das tut beim Zuschauen richtig weh!). Da fließt Blut! So laufen eine emotionale und lustige Liebesgeschichte mit einem knallharten Thriller neben einander her. Und die Polizei (Louis Morissette und Maxim Roy) mischt auch noch mit. Sie sind gar nicht mal dümmer als erlaubt. Nur das Quartett ist immer einen Tick schneller. Die vier haben von Anfang an die ungeteilte Empathie der Zuschauer. Man muss sie einfach mögen. Und dann setzt Denys Arcand noch einen drauf: Pierre-Paul ist sozial und arbeitet genau wie Camille an der ‘Tafel‘ mit. Ab und an hört man schon mal ganz unverhohlen Kapitalismuskritik. Das Pärchen verschenkt eine Wohnung an einen obdachlosen Freund bevor der Film mit Portraitaufnahmen der Inuit endet. Wie gut, dass es noch solche großartigen Filme gibt!
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    05.08.2019
    19:14 Uhr
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    Social Love Story

    Denys Arcand kritisiert den Kapitalismus und phantasiert von einem Liebesmärchen. Eigenartig an der Inszenierung sind kurze, aber durchaus sehr brutale Szenen, die fehl am Platz wirken. Auch die Liebesgeschichte wirkt eigenartig, aber der Charme des intellektuellen Postzustellers, der zufällig in den Besitz von Millionen kanadischen Dollars gelangt, und dem Callgirl mit Gewissen überrascht positiv. Dabei hat der Hauptdarsteller nicht nur ein Herz für die hübsche junge Dame (bezaubernd: Maripier Morin), sondern auch für die Menschen, die gar nichts haben. Doch wohin mit dem vielen Geld?
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    26.05.2019
    17:52 Uhr