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    Kriegsfolgen

    Ein Drama aus der Nachkriegszeit (1946). Im zerstörten Hamburg teilen sich Sieger und Besiegte eine Villa. Eigene, persönliche Probleme treffen auf Folgen (Originaltitel!) des Weltkrieges. Colonel Morgan (Jason Clarke) zieht mit Ehefrau Rachael (Keira Knightley) in die hochherrschaftliche Villa von Stefan Lubert (Alexander Skarsgard). Dessen Tochter Freda (Flora Thiemann) vervollständigt das Kleeblatt. Die Figuren sind durch klare Charakterzeichnung gekennzeichnet und mit einem persönlichen Erkenntnispotential versehen.
    Freda demonstriert die Effektivität der nationalsozialistischen Erziehung. Über die Musik kommt sie sich mit Rachael näher. Die Morgans hatten ihren kleinen Sohn bei einem Bombenangriff verloren. Rachael kommt darüber nicht hinweg. Ihre Ehe ist erkaltet. Stefan Luberts Frau ist gestorben.
    Der sogenannte ‘Persilschein‘, (Unbedenklichkeitserklärung wegen etwaiger Naziverbrechen) wird ebenso thematisiert wie letzte Widerstände der ‘Wehrwölfe‘. Das zentrale Thema wird aber der vorübergehende amouröse Seitenwechsel von Rachael sein, die sich in Stefan Lubert verliebt.
    Obwohl recht spannend erzählt, schaut man sich das Spektakel ziemlich teilnahmslos aber interessiert an. Emotional angereichert und mit beeindruckenden Tempowechseln ausgestattet, will der Funken dennoch nicht so recht überspringen. Das Ende ist vorhersehbar und bietet doch Stoff für Diskussionen. Keira Knightley ist selten so sexy wie hier. Ihr Mut zur Blöße ist grenzwertig. Ihre Kleiderpracht wie das ganze Ambiente exquisit. Unterhaltsam!
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    25.05.2019
    13:42 Uhr
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    The Aftermath - Liebesfilm mit historischem Hintergrund

    Exklusiv für Uncut
    Nach Ende des Zweiten Weltkriegs geht die Besetzung weiter, nur werden nun die Häuser der Deutschen von alliierten Oberhäuptern des Militärs eingenommen, die mit dem Wiederaufbau des Kriegsgebiets beauftragt sind. So treffen auch die Protagonisten des Films, Rachael (Keira Knightley) und Lewis Morgan (Jason Clarke) sowie Stephen Lubert (Alexander Skarsgård), aufeinander. Der britische Oberstleutnant und seine Frau ziehen in das prächtige Haus des einstigen Architekten ein und die deutsche Familie wird ins Dachgeschoss verfrachtet, bis sie in das Lager abgeschoben werden. Schon alleine bei dem Wort Lager klingeln die Alarmglocken in dieser geschichtsträchtigen Zeit nach den verheerenden Taten der Nazis.

    In diesem historischen Setting, das viel zu sehr im Hintergrund bleibt, ist die Trauer um geliebte Menschen, die dem Krieg zum Opfer fielen und die unterschiedliche Art und Weise der Figuren damit umzugehen und irgendwie weiterzuleben, angesiedelt. Darin entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen der britischen Rachael und dem deutschen Architekten Stephan, die anfangs dem Ehemann zum Trotz entsteht, den Trauernden aber mehr Trost spendet, als sie sich jemals erhofft hätten. Doch können sie diese wohltuende Beziehung aufrechterhalten?

    Zu Beginn des Films reist Rachael von London an und erschreckt an den schlimmen Zuständen in Hamburg, die ihr Mann ihr weniger furchtbar beschrieben hat. Da ihr Mann stets zu Einsätzen gerufen wird, findet sie sich alleine in einer fremden Welt wieder. Zudem muss sie mit Fremden im Haus leben, gegenüber denen sie sich behaupten muss, dessen Sprache sie aber nicht spricht. Keira Knightleys Figur fällt hier anfangs recht unsympathisch aus, da sie sich ohne große Rücksicht auf die Umstände in ‚ihrem‘ neuen Zuhause zurechtfinden und einrichten muss. Es werden Regeln aufgestellt, in welchen Räumen sich die deutsche Familie aufzuhalten hat und was sie zu unterlassen haben. Diese Arroganz und Ignoranz bröckeln jedoch schlagartig ab, als sie erfährt, dass Stephans Frau und Fredas Mutter durch eine Bombe ums Leben kam, ebenso wie Rachaels Sohn. Dieser gemeinsame Schicksalsschlag scheint die ungleichen Hausbewohner immer näher zusammenzubringen, ohne dass der meist abwesende Lewis etwas davon bemerkt.

    Keira Knightley ist in „The Aftermath“ erneut in einer historischen Rolle zu sehen, die sie bereits perfektioniert hat. Deshalb wäre es langsam an der Zeit aus diesem Genre auszubrechen und einen komplett ungewöhnlichen Charakter zu spielen, so wie es Nicole Kidman in „The Paperboy“ vorgezeigt hat. Knightleys Figur lässt genauso wie Skarsgårds einige Beweggründe missen, warum sie sich aufeinander einlassen und wie sie das tun. Hier fehlen leider ein paar Anschlüsse, die den Handlungsverlauf etwas unglaubwürdig erscheinen lassen. Die Tatsache, dass Alexander Skarsgård seine Rolle selbst spricht und nicht von einem Deutschen nachsynchronisiert worden ist, ist zwar bemerkenswert, man fragt sich aber doch, ob es nicht auch einen deutschen Schauspieler gegeben hätte, der Herrn Lubert noch authentischer spielen hätte können.

    Sehr authentisch und nachvollziehbar ist allerdings die Figur des Lewis Morgan ausgefallen, die Jason Clarke überzeugend verkörpert. Normalerweise eher als Bösewicht im Kino vertreten, spielt er hier einen Mann, der in einer schwierigen Zeit sehr viel Mitgefühl und Verständnis gegenüber allen Menschen zeigt, ganz im Gegenteil zu manch seiner Kollegen. In dieser männerdominierenden Welt liegt der Fokus aber auf der britischen Rachael, die am Ende ihr eigenes Schicksal und ihren weiteren Lebensverlauf selbst ihn die Hand nimmt. Somit schließt ein für die Handlung passendes Ende diesen geschichtlich inspirierten Liebesfilm ab und lässt über einige Mängel hinwegblicken.
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    19.04.2019
    18:43 Uhr