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74% Bewertung
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    Mit einem Lächeln

    Der Streifen "The old man & the gun" führt das Publikum in den Beginn der 1980er-Jahre und erzählt vom letzten Abschnitt der "Karriere" des Bankräubers Forrest Tucker (Robert Redford).

    Obwohl bereits über 70 Jahre alt, hat dieser seine Leidenschaft Banken auszurauben nicht aufgegeben. Mit seinen kaum jüngeren Mitstreitern (Danny Glover und Tom Waits) gelingt es ihm immer wieder absolut gewaltlos, charmant und mit einem Lächeln im Gesicht in aller Ruhe die Geldinstitute um erhebliche Summen zu erleichtern.

    Als er auf der Flucht nach einem Überfall einer Frau (Sissy Spacek) bei einer Autopanne beisteht und sich in sie verliebt, versucht er erstmals in seinem Leben an ihrer Seite ein ruhiges und solides Leben zu führen. Doch das ist für ihn, der seit 1936 insgesamt 18 erfolgreiche Gefängnisausbrüche geschafft hat und es nie ohne Überfälle versucht hat, nicht einfach - er verliert als Privatier sein Lächeln...
    Für seine vermutlich letzte Rolle hat sich der grandiose Robert Redford einen unaufdringlichen und amüsanten Film ausgesucht, bei der die Zuseher bis zum Ende hoffen, dass der betagte Bankräuber nicht hinter Gittern landet.

    Sehr glaubwürdig spielt Casey Afflek den Polizisten, der durch Zufall Zeuge eines Bankraubs wird und wie die anderen Kunden nicht einmal mitbekommt, dass ein Überfall stattfand. Ab dem Moment hat er nur mehr ein Ziel: Er will Forrest Tucker schnappen.
    28.04.2019
    13:51 Uhr
  • Bewertung

    The Old Man and the Last Picture Show

    Robert Redford ist ein großartiger Filmemacher - vor und hinter der Kamera! Sein angeblich letzter Streifen ist ein würdiger Abschied vor der Linse. EIN GAUNER & GENTLEMAN lädt ein einen ruhigen, schönen Film zu genießen und man kann sich nicht entscheiden ob man dazu lieber einen ausgezeichneten Whiskey oder einen grandiosen Wein ordern möchte.
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    09.04.2019
    08:48 Uhr
  • Bewertung

    Altersmärchen

    Man hört, dass dies Robert Redfords letzter Film sein soll und der ist zu einer einzigen Hommage an den großartigen Schauspieler und Regisseur geraten. Eine wahre Geschichte liegt dem Plot zugrunde, von einem Ausbrecher König (16-mal) und Bankräuber.
    Forrest Tucker (Redford) geht mit seinen Kumpels Waller (Tom Waits), der leider nicht singt und Teddy (Danny Glover) mehrmals am Tag in diverse Banken – wie andere Leute in den Supermarkt und verlässt das Gebäude mit einer Aktentasche voller Banknoten. Ja, dem Charme des Alten kann offensichtlich niemand widerstehen. Während bis dato alle Filme über Banküberfälle peinlichst genau darauf achten, dass alles logisch nachvollziehbar ist, geht hier das Drehbuch recht locker mit den Details um. Da wird Tucker mal gefasst, läuft anschließend wieder frei herum, trifft den FBI Ermittler (Casey Affleck) auf einer Toilette, der ihn erkennt und gehen lässt.
    Alles geht stets glatt, super spitzenglatt. Spannung ist ebenso Fehlanzeige wie Dialogwitz. Man fragt sich langsam ‘Warum das Ganze?‘
    Robert Redford gibt den Charmeur mit den ewig blauen Augen, ruhig, freundlich, nett. Das reicht gerade noch um Sissy Spacek zu umgarnen, aber ein zweiter bzw. dritter Frühling wird es nicht mit den beiden. Es bleibt ein saft- und kraftloser Streifen von Oldies, mit Oldies und wohl auch nur für Oldies.
    Da werden 94 Minuten zu einer Zerreißprobe fürs Durchhaltevermögen und Geduld. Dagegen war ja ‘All is Lost‘ ein echter Knaller. Schade eigentlich. Ein leiser, seichter Abgang, Leider, lieber Robert.
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    09.04.2019
    08:42 Uhr
  • Bewertung

    Eine Schauspiel-Ikone nimmt Abschied von der Traumfabrik

    Exklusiv für Uncut
    Oscar-Preisträger Robert Redford hat mit seinen Rollen in Klassikern wie „Butch Cassidy and the Sundance Cassidy“ (1969), „All the President's Men“ (1976) oder auch „Out of Africa“ (1987) Jahrzehnte an Filmgeschichte mitgeprägt. Nun will der Mann im Alter von 82 Jahren dem Schauspielgeschäft den Rücken kehren. Der Darsteller darf auf ein beachtliches Oeuvre zurückblicken, dem auch eigene Regiebeiträge wie „Quiz Show“ und „Ordinary People“ oder aktuellere Schauspielarbeiten wie im Seenot-Drama „All is Lost“ oder dem Comicbuch-Blockbuster „Captain America: The Winter Soldier“ angehören. Bevor er dann demnächst in seine wohlverdiente Schauspielrente gehen wird, schlüpft der Amerikaner für die Tragikomödie „The Old Man & the Gun“ noch ein letztes Mal in eine große Hauptrolle. Beim Film handelt es sich um das neue Werk von Regisseur David Lowery, der noch vor zwei Jahren Casey Affleck im Drama „A Ghost Story“ als Geist in Bettlaken-Montur auf eine philosophische Reise quer durch die menschliche Vergänglichkeit schickte, vor ein paar Jahren bei der Disney-Realverfilmung „Elliot der Drache“ aber auch schon mit Redford zusammenarbeiten durfte.

    Inspiriert von einem echten Zeitungsartikel erzählt Lowery in seinem neuen Film vom gewieften Bankräuber Forrest Tucker (Redford), der für seine Taten bereits öfters hinter Schloss und Riegel kam, durch sein Genie bisher jedoch immer wieder den Ausbruch aus dem Gefängnis schaffte. Als er sich eines Tages mal wieder auf der Flucht vor der Polizei befindet, trifft er durch Zufall auf die Frau Jewel (Sissy Spacek), der er aus einer Autopanne verhalf. Aus Dankbarkeit lädt Jewel ihn zum Essen ein und die beiden beginnen schon bald mehr Zeit miteinander zu verbringen. Forrest wird aber schon seit geraumer Zeit von der Polizei gesucht und es dauert nicht lange bis ihm der geschickte Police-Detective John Hunt (Casey Affleck) dicht auf den Fersen ist, der jedoch dem Charme des gutmütigen Berufskriminellen auch nicht ganz widerstehen kann.

    Lowery ist mit „Ein Gauner und ein Gentleman“ eine durchwegs charmante und mit einer Lauflänge von nur 93 Minuten sehr kompakte Gaunerkomödie der etwas anderen Art gelungen.

    Die wohl größte Stärke der Tragikomödie dürfte die sensationell aufspielende Darstellerriege sein. Robert Redford zeigt eindrücklich, was für ein großes Talent uns von nun an abgehen wird. Redford kreiert eine mehrdimensionale Figur, die trotz ihres Hangs zur Kriminalität von einer charmanten Sympathie gekennzeichnet wird, die der Darsteller alleinig auf seinen Schultern trägt. Ebenfalls toll: Die einst durch Brian De Palmas Horror-Klassiker „Carrie“ (1976) bekanntgewordene Sissy Spacek, die sich ihrer Figur auch mit einer sympathischen Leichtfüßigkeit annähert und durch die wunderbar funktionierende Chemie zwischen ihr und Redford ein paar Momente voller rauer Intimität erschafft. Auch Oscarpreisträger Casey Affleck („Manchester By the Sea“) zeigt einmal mehr, dass er zu den ganz großen Schauspielern unserer Zeit gehört und verwandelt seinen Charakter, der leicht zur einseitigen Polizistenkarikatur verkommen hätte können, in ein komplexes und verständnisvolles Individuum. In Nebenrollen glänzen zudem Altgesteine wie Danny Glover oder Tom Waits als Forrests Handlanger Teddy und Waller.

    Obwohl den Film allgemein eine eher lockere und oft auch komödiantisch angehauchte Ader durchzieht, scheinen ab und an auch angenehme Momente der Melancholie auf, die besonders in den intimen zwischenmenschlichen Momenten zu Trage kommen. Zu der Stimmung trägt zudem auch die präzise Verwendung von verschiedensten Musikstücken bei, wobei einem vor allem eine von wundervollen Bildkompositionen untermalte Sequenz im Kopf hängen bleiben wird, in der der Song „Blues Run the Game“ von Jackson C. Frank passend zum Einsatz kommt.

    Durch sein gemächliches Tempo und der eher unaufgeregten Herangehensweise wird „Ein Gauner und ein Gentleman“ sicherlich nicht für jede/n ZuschauerIn funktionieren und für den oder anderen gar eher einschläfernd dahergekommen. Wer sich jedoch auf die Atmosphäre des Films einlassen kann, wird mit einer durchgängig charmanten, fein inszenierten und virtuos gespielten Perle einer Tragikomödie belohnt werden.

    Ein würdiger Karriereabgang für eine Größe des Schauspielkinos!
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    08.04.2019
    21:57 Uhr