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14 Bewertungen
84.6% Bewertung
  • Bewertung

    Die Regie ...

    ... oder zumindest das Drehbuch sollte unbedingt für den Golden Globe bzw. Oscar nominiert werden.

    Wie mutig - und sich ihrer Sache doch oft unsicher - die beiden Polizisten damals gewesen sind.

    Durch die Realaufnahmen von den Unruhen in Charlottesville 2017 bekam der ganze Film noch die Realität aufgesetzt, die sich unglücklicherweise in der heutigen Zeit auf der ganzen Welt auszubreiten scheint.

    Spike Lee hat mit Alex Baldwin und Harry Belafonte die BESTEN für diese kleinen aber überaus wichtigen Rollen geholt... perfekt.

    5 % Abzug für die Szene am Ende ... "schweben durch den Hausflur" und war *Zimmerman* wirklich bei der Kreuzverbrennung dabei ... das erschien mir zu hollywoodesque.

    PS: Danke UNCUT für die Karten. :-)
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    14.09.2018
    11:09 Uhr
  • Bewertung

    Wer fürchtet sich vom schwarzen Mann?

    Spike Lee und wir wissen es. Rassismus ist kein Thema der 60er-Jahre, sondern leider brandaktuell. Der Film zeigt auf humorvolle Weise den Wahnsinn, der aufgrund von Hass entstehen kann. Wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man den Kopf schütteln. Aber das Thema ist viel zu ernst: Respekt!
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    08.09.2018
    06:32 Uhr
  • Bewertung

    God bless white America?

    Exklusiv für Uncut
    In „BlacKkKlansman“ stellt Filmemacher Spike Lee die Extreme der Black- und White-Power-Bewegungen gegenüber. Die Geschichte handelt in den USA der frühen 1970er, wo der Ku-Klux-Klan und auch die Black Power Bewegung versuchen Mitglieder zu gewinnen. Ron Stallworth (John David Washington) wird gerade der erste schwarze Detektiv der Polizei von Colorado Springs, nachdem diese in einer Ausschreibung explizit nach Minderheiten gesucht habt. Ron ist nach der Aufnahme in den Polizeidienst bester Laune, doch diese wird jäh gedämpft, als er erstens in den Archivdienst der Behörde gesteckt wird und zweitens erkennen muss, dass nicht jeder der Kollegen ihn als Gleichwertigen betrachten.

    Der Neuling will aber von Beginn an nicht klein beigeben und fordert eine Versetzung in die Abteilung für verdeckte Ermittlungen. Nach einer ersten Absage erhält er dann aber überraschend einen Auftrag. Ron soll ein Treffen der Black Student Union observieren, an dem auch ein Bürgerrechtssprecher der „Black Power“-Bewegung teilnimmt. Während der Rede erkennt man, dass Ron das Thema selbst sehr nahegeht und er sich zusammennehmen muss, um objektiv zu bleiben. Am nächsten Tag liefert er bei seinem Vorgesetzten die geforderten Informationen ab und wird dann von diesem wieder in den Innendienst gesteckt.

    Durch diese Zurückweisung wird er aber nur umso energischer. Er bekommt eine Telefonnummer des lokalen Ku-Klux-Klans in die Hände und stellt kurzerhand Verbindung her. Dabei gibt er sich als Rassist aus, um von diesen an mehr Informationen zu gelangen. Schon in der Sekunde nachdem er den Hörer auflegt wird ihm die Unmöglichkeit des Vorgehens bewusst. In weiterer Folge, weil auch sein Vorgesetzter interessiert daran ist den Klan zu unterwandern, wird Rons Kollege Flip Zimmermann (Adam Driver) dessen Double bei den Treffen mit den Klanmitgliedern, während Ron weiterhin die Telefonate führt. Flip gewinnt das Vertrauen der Mitglieder und kommt so an weitere Informationen und Kontakte.

    Ron Stallworth ist ein eher ruhiger Geselle und vielleicht braucht es auch diese Charaktereigenschaft, um zwischen den oben angedeuteten Extremen agieren zu können. In seinem Bewerbungsgespräch für die Stelle im Polizeidienst wirkt er beinahe bewegungslos und reagiert auch nicht auf provozierende Anspielungen hinsichtlich seiner Hautfarbe. Er weiß seine Gefühle im Zaum zu halten. Trotzdem merkt man schnell, dass er für die Rechte der Schwarzen Eintritt, spätestens als er beim Ku-Klux-Klan anruft, um diesen mit seinen rassistischen Vorgehensweisen auffliegen zu lassen.

    Spike Lee spart nicht mit Referenzen auf die gegenwärtige Lage der USA: „God bless white America“ und „America First“ sind nur zwei Zitate, die man auch heute in den Nachrichten hört, wenn republikanische Politiker zu Reden antreten. Und es scheint auch wenig passiert zu sein, um den Hass gegenüber Schwarzen und anderen Minderheiten im Land zu mindern. Die Spaltung der Gesellschaft bildet der Filmemacher auch dadurch ab indem er die Symbole der Gruppierungen in den Vordergrund rückt. Die schwarze Faust der „Black Power“-Bewegung und das brennende Feuerkreuz des Ku-Klux-Klans sind stets gegenwärtig und auch der Davidsstern wird in der Geschichte markant verhandelt.

    Auffällig ist, dass der Film die beiden Gruppierungen ähnlich inszeniert. Die Treffen wirken auf beiden Seiten auf eine bestimmte Art und Weise religiös. Am Rednerpult steht jemand der predigt und dabei oft das Wort Gott in den Mund nimmt. Gegenüber dem Prediger dann auch die identen Bilder von fanatischen Anhängern, die mit weit geöffneten Augen und Mündern an den Worten der Redner hängen. Und beide Gruppierungen sparen dabei nicht mit der Androhung von Gewalt. Diesen Einstellungen stellt der Filmemacher den ruhigen und abwägenden Ron gegenüber, der nichts überstürzt und dabei versucht beide Seiten im Blick zu behalten. „BlacKkKlansman“ ist jedenfalls ein intelligenter, spannender und lustiger Film, der zudem auch noch zum Denken anregt. Ein Film der, mit seinem Thema einer gespaltenen Gesellschaft, gesehen werden sollte.
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    12.07.2018
    16:31 Uhr