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    A(nother) Star Wars Story ...

    Nun denn. In den Zeit der überall um sich greifenden Normalität, zu einem erfolgreichen Helden auch seine Vor- und teilweise Vor-Vorgeschichte erzählen zu müssen gibt es nun im Star-Wars-Universum noch nicht all zu lange nach dem neuen Urknall, dem ihm die Disney-Studios verpasst haben, die Vita von Han Solo zu sehen. Han, der Haudegen aus den klassischen drei ersten Filmen, ist eine Art intergalaktischer Outlaw, der eigentlich niemanden so richtig an sich heran lässt, bis ihm schließlich Prinzessin Leia über den Weg läuft und das Schicksal seinen Lauf nimmt. Nun erfahren wir in Ron Howards Film so allerlei über sein Leben als Jüngling und die Anfänge als ständig Gejagtem, der auf nahezu allen Planeten des bekannten Universums bei irgend jemandem eine Rechnung nicht bezahlt hat und den Kopf einziehen muss, wenn der dort wieder mal auftauchen sollte. So gesehen passt die Vorgeschichte auch noch zu dem, was wir über Han schon wussten. Jetzt wissen wir auch noch zusätzlich, warum er eigentlich mit Nachnamen Solo heißt und dass er vor seiner schicksalshaften Begegnung mit Leia mindestens einmal schon eine Freundin hatte. Nicht nur bei Haudegen wie ihm überrascht uns das allerdings nicht weiter wie auch das Ganze insgesamt Erzählte so manch komischen Moment und auch immer wieder toll inszenierte Weltraumschlachten zu bieten hat, aber letzten Endes in eine neu zu schaffende Kategorie einzuordnen ist, die man wohl mit "(noch so eine Geschichte über ...)" am besten beschreiben könnte. Regisseur Ron Howard kam in der Mitte der Entwicklung des Filmes an Bord und ist gewiss nicht zur Gänze mit der Verantwortung für die intergalaktische Langeweile, die zwischendurch leider immer wieder aufkommt, zu belasten. Auch Alden Ehrenreich kann man schauspielerisch jetzt keine gravierenden Vorwürfe machen, wenngleich er einfach nicht das Charisma versprüht, das der junge Harrison Ford damals schon aufbieten konnte. Den breiten "James Dean"-liken Grinser hat er sehr gut drauf, in der Tiefe hapert es aber am Charakter Han Solo, als dass man sich voll und ganz auf sein Leben einlassen wollte. Da können die großen Oscar-nominierten Stars an seiner Seite (Paul Bettany oder Woody Harrelson) auch nichts ändern. Wie ich schon immer wieder zu sagen pflegte: ein guter Film beginnt mit einem guten Drehbuch, das diesem Film leider doch fehlt. Ich war gewarnt gewesen und hatte mir Vieles erwartet und wurde dann nicht so stark enttäuscht, wie ich es befürchtet hatte. Vielleicht ist das die beste Empfehlung, um sich diesen Film anzusehen.
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    25.06.2018
    08:39 Uhr
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    Charmant, aber nicht magisch

    Obwohl SOLO mehr als unterhaltsam geworden ist, spürt man als Zuschauer, dass der Film „zerrissen” wirkt. Lustig oder ernst? Ich hätte mich für die Version für Erwachsene entschieden. Bei ROGUE ONE hat diese Strategie funktioniert. Bei SOLO ging man den anderen Weg. Wie schon gesagt, gut, aber nicht top.
    Aber das Wiedersehen mit Chewbacca uns Lando hat teilweise Spaß gemacht.
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    02.06.2018
    06:41 Uhr
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    A Star Wars Story?

    Exklusiv für Uncut
    Nach längerer Zeit in der Produktionshölle, kreativen Diskrepanzen, Regiewechsel und über fünf Monaten Reshoots, präsentiert Disney nun sein zweites im Star-Wars-Universum angesiedeltes Abenteuer, welches außerhalb der Episoden spielt. Nach „Rogue One“, einem düsteren Film über die Rebellion, folgt nun der etwas leichtere „Solo: A Star Wars Story“, der sich auf den jungen Han Solo konzentriert und dessen Erlebnisse vor dem Krieg der Sterne beleuchtet.

    Han (Alden Ehrenreich) lebt auf einem Schiffsfabrikplaneten und stiehlt und schmuggelt für das dort ansässige Verbrechenssyndikat. Doch Han will weg und das Universum bereisen, am besten als bester Pilot der Galaxis. Um dieses Ziel zu erreichen, schreibt er sich als Pilot bei der imperialen Flotte ein, die zu diesem Zeitpunkt bereits Großteile der bekannten Galaxy beherrscht. Seine Rechnung geht nicht ganz auf und Han landetet über Umwege in der zwielichtigen Welt der Syndikate, die um Macht, Geld und Ressourcen kämpfen.

    Der interessanteste Punkt an „Solo“ ist, dass es schlicht kein Star-Wars-Film ist, sondern ein Film, der zufälligerweise im Star-Wars-Universum stattfindet. Natürlich kommt das Imperium vor, der Millennium-Falke oder Fachbegriffe aus den vorherigen Filmen aber ansonsten ist „Solo“ ein Heist-Movie ohne größeren Kontext. Nun ist es für viele Leute ein gutes Omen, dass sich dieses Werk sich nicht nur in Bezug auf die anderen Filme definiert und funktioniert und stattdessen die Charakterwelten von Han und Co. erforscht werden können. Doch genau das passiert leider nicht.

    „Solo“ hat es mit frustrierender Präzession geschafft, an genau den Fragen und Hintergründen vorbei zu schwenken die interessant gewesen wären. Eine Szene fasst mein Gefühl sehr gut zusammen, wenn Han einer Gruppe von Schmuggeln erklärt, dass er aus der Pilotenakademie geschmissen wurde, weil er einen eigenen Willen hatte, aber wir genau dass nicht sehen, sondern mit einem Schnitt zehn Jahre in die Zukunft gehen. So passiert es, dass ein Han der gerade flüchten konnte und ein Han der seit drei Jahren ein Soldat des Imperiums ist und Kriege kämpft, genau die gleiche Person ist, ohne eine Spur der Wirkung der letzten Jahre. Fans des Franchise wird es sicher freuen, zu sehen wie Han Chewbacca (Joonas Suotamo) oder Lando Calrissian (Donald Glover) kennen gelernt hat, jedoch werden selbst diese Sequenzen nicht genutzt um uns etwas über Han zu erzählen, das wir noch nicht wissen. Eine Charakterentwicklung ist zwar da, allerdings nur auf einer sehr minimalistischen Ebene.

    Ron Howard, welcher den Regiestuhl von Phil Lord und Christopher Miller übernahm, ist ein Hollywood-Urgestein und bringt eine dementsprechende Erfahrung in den Film, die man auch merkt. Die Szenen sind effizient, verständlich und relative energetisch inszeniert, wobei Howard es aber nie schafft etwas tatsächlich Eigenständiges zu kreieren. Er hält sich in gewohnten Gewässern auf, welche ein Grundmaß an Qualität garantieren aber zu einer mehr als erwartbaren und teils uninspirierten Dramaturgie führen. Über den Cast lässt sich das selbe sagen. Ehrenreich überzeugt als junger Solo und gewinnt den Zuschauer mit charmanten schelmischen Lächeln für sich, tut sich allerdings auch schwer mehr aus dem teils sehr dürftigen Skript herauszuholen. Die einzigen die aus dem Cast herausstechen sind Phoebe Waller-Bridge als freiheitskämpfender Droid und Donald Glover als Lando Calrissian. Glover schafft es in wenigen Szenen einen mehr oder weniger mehrschichtigen Charakter zu kreieren, bei dem ein Wunsch nach mehr zurückbleibt. Ansonsten lässt sich keineswegs negatives über die SchauspielerInnen sagen, jedoch hat keiner die Möglichkeit wirklich zu glänzen und hervorzustechen.

    Das Produktionsdesign ist in klassischer Star-Wars-Manier gehalten mit einigen visuell spannenden Schauplätzen unter anderem ein Zug, der sich durch schneebedeckte Berge schlängelt und dabei immer wieder um die eigen Achse rotiert, was die dort spielenden Sequenzen recht unterhaltsam macht. Die Kameraarbeit von Bradford Young erzeugt größtenteils eine düstere Unterweltstimmung, die jedoch von Zeit zu Zeit ruhig ein wenig mehr Licht vertragen könnte, da manche Stellen schlicht so wirken als ob man vergessen hätte sie ordentlich auszuleuchten. Kameratechnisch befindet sich der Film erneut in einem stabilen Mittelfeld, das jedoch nie den Schritt wagt sich spannendere Kompositionen, wie in „Last Jedi“ oder „Rogue One“ zu bedienen.

    Wo „Rogue One“ einen faszinierenden Blick auf die Rebellion geworfen hat, „Last Jedi“ die gesamte Filmreihe reflektiert und umgedacht hat, da plätschert „Solo“ schlicht vor sich hin. Weder ist es ein Film, der die Welt von Star Wars erweitert, wie es beispielsweise möglich gewesen wäre in einer Betrachtung der Armeejahre von Solo, noch ist es eine interessante Charakterstudie, noch ist es ein besonders spannender Film. „Solo“ funktioniert nur über belanglose Star-Wars-Erinnerungen ohne selbst welche zu erschaffen. So lernen wir weder woher die Silberwürfel kommen, noch warum Han Wookie sprechen kann. Er kann es einfach, was ja vollkommen in Ordnung ist, nur stellt sich dann die Frage warum wir diesen Film gebraucht haben. Wer kurzweilige sympathische Action haben will ist mit „Solo“ sicher bestens bedient, jedoch lässt sich das gleiche über die meisten Blockbuster, die momentan laufen sagen.
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    22.05.2018
    17:40 Uhr